Baden-Württemberg und Sachsen wollen Paragraf 188 reformieren

11. Juni 2026

Baden-Württemberg - Regional - aktuelle Fakten und Einordnung

Reform der Politikerbeleidigung in Deutschland

() – und setzen sich für eine Reform des umstrittenen Paragrafen zur Politikerbeleidigung ein. Das berichtet der „Spiegel“.

Auf der aktuellen Justizministerkonferenz fordern die beiden Länder, Paragraf 188 des Strafgesetzbuchs (StGB) zumindest auf einen Kerngehalt zusammenzustreichen.

Nach einem Vorschlag des baden-württembergischen Justizministers Moritz Oppelt (CDU) würde der Paragraf nur noch bei der Beleidigung von ehrenamtlichen Kommunalpolitikern greifen, aber nicht mehr bei Berufspolitikern.

Oppelt sagte dem „Spiegel“, Spitzenpolitiker könnten und müssten eine harte Auseinandersetzung aushalten. Sie brauchten nicht die automatische Strafverfolgung, die Paragraf 188 StGB ausmache.

Stattdessen solle man sich darauf besinnen, ehrenamtliche Politiker zu schützen. Man könne es sich nicht leisten, dass sie das Handtuch werfen, nur weil sie persönlichen, mitunter heftigen Angriffen ausgesetzt seien.

Bei Paragraf 188 kann die Staatsanwaltschaft ermitteln, ohne dass das Opfer einen Strafantrag stellt.

Außerdem gilt eine gegenüber der einfachen Beleidigung höhere Höchststrafe. Die sächsische Justizministerin Constanze Geiert hat sogar die komplette Abschaffung der Politikerbeleidigung in Paragraf 188 angeregt.

Der Paragraf gerät immer wieder in die Kritik, er wird als überzogener Schutz von Politikern wahrgenommen. Ein Beschluss der Landesjustizminister ist nicht bindend.

Siehe auch:  Tödlicher Unfall auf A3 bei Obertshausen

Der Bundestag müsste das Strafgesetzbuch ändern.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Moritz Oppelt (Archiv)

Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.

Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Baden-Württemberg und Sachsen fordern eine Reform von Paragraf 188 StGB zur Politikerbeleidigung.
  • Vorschlag: Paragraf soll nur noch bei Beleidigungen von ehrenamtlichen Kommunalpolitikern greifen.
  • Die sächsische Justizministerin regt die komplette Abschaffung der Politikerbeleidigung an.

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • Betrifft: Politik, insbesondere Berufspolitiker und ehrenamtliche Kommunalpolitiker
  • Regionen: Baden-Württemberg, Sachsen
  • Vorschlag: Reform von Paragraf 188 StGB, mögliche Einschränkung auf ehrenamtliche Kommunalpolitiker, Diskussion über Abschaffung

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Reform des Paragrafen 188 zur Politikerbeleidigung gefordert
  • Schutz ehrenamtlicher Kommunalpolitiker im Fokus, nicht Berufspolitiker
  • Kritik an überzogenem Schutz für Politiker und automatische Strafverfolgung
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH