Paritätischer warnt vor Verdrängung der Freiwilligendienste
Politik - aktuelle Fakten und Einordnung
Politik in Berlin: Freiwilligendienste stärken
Berlin () – Der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands, Joachim Rock, hat angesichts der Planungen des Bundesfamilienministeriums für einen möglichen neuen Zivildienst vor einer Verdrängung der etablierten Freiwilligendienste gewarnt. Freiwilligkeit müsse grundsätzlich Vorrang vor der Verpflichtung haben, sagte Rock dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland„.
In den sozialen Diensten brauche man engagierte Menschen, deshalb müssten Freiwilligendienste gestärkt und soziale Berufe attraktiver gemacht werden. Sollte der Gesetzgeber eine Bedarfswehrpflicht einführen, müsse sie so ausgestaltet werden, dass sie Freiwilligendienste nicht verdränge und jungen Menschen die gleichen Rahmenbedingungen biete. Die Erfahrungen mit den Freiwilligendiensten und die Interessen der jungen Menschen sollten dabei von Anfang an im Vordergrund stehen.
Auch die Grünen pochen auf eine Stärkung der Freiwilligendienste. „Schon heute können junge Menschen soziale Träger durch ihren Freiwilligendienst unterstützen und tun dies auch“, sagte die sicherheitspolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Sara Nanni, dem RND. Leider seien die dafür vom Bund bereit gestellten Mittel in den letzten Jahren immer weiter gekürzt worden, kritisierte sie. Der Bedarf sei deutlich höher als die Mittel.
„Statt jetzt über eine Wiedereinführung von Pflichtdiensten zu sprechen, wäre es angebracht, den Entwurf zum Haushalt noch mal zu überarbeiten und die Mittel für Freiwilligendienste zu erhöhen“, so Nanni weiter.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Medizinisches Personal in einem Krankenhaus (Archiv) |
Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.
Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?
- Joachim Rock warnt vor einer Verdrängung der etablierten Freiwilligendienste durch mögliche Planungen des Bundesfamilienministeriums für einen neuen Zivildienst
- Rock fordert, dass Freiwilligkeit grundsätzlich Vorrang vor Verpflichtung haben müsse und dass eine mögliche Bedarfswehrpflicht so ausgestaltet werden sollte, dass Freiwilligendienste nicht verdrängt werden und junge Menschen gleiche Rahmenbedingungen erhalten
- Sara Nanni kritisiert gekürzte Bundesmittel für Freiwilligendienste und fordert stattdessen eine Überarbeitung des Haushaltsentwurfs zur Erhöhung der Mittel, statt Pflichtdienste wieder einzuführen
Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?
- Bundesfamilienministerium und möglicher neuer Zivildienst bzw. mögliche Bedarfswehrpflicht könnten etablierte Freiwilligendienste in den sozialen Diensten verdrängen; Zielkonflikt für junge Menschen, Frist/Zeitraum nicht genannt
- Paritätischer Gesamtverband warnt im Auftrag seines Hauptgeschäftsführers Joachim Rock vor einer Verpflichtung statt Freiwilligkeit; Forderung Freiwilligendienste stärken und bei Pflichtregelungen gleiche Rahmenbedingungen sicherstellen; keine konkreten Zahlen/Zeiträume
- Grüne-Bundestagsfraktion fordert Erhöhung der vom Bund bereitgestellten Mittel, da Kürzungen erfolgt seien und der Bedarf deutlich höher als die Mittel ist; keine konkreten Zahlen/Fristen genannt
Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?
- Joachim Rock warnt vor einer Verdrängung der etablierten Freiwilligendienste durch mögliche Planungen des Bundesfamilienministeriums für einen neuen Zivildienst bzw. eine Bedarfswehrpflicht, wenn Freiwilligkeit nicht Vorrang vor Verpflichtung hat
- Ursache/Auslöser sind Kürzungen der vom Bund bereitgestellten Mittel für Freiwilligendienste, wodurch der Bedarf die vorhandenen Mittel deutlich übersteigt
- Kontext ist die Forderung, Freiwilligendienste zu stärken und soziale Berufe attraktiver zu machen; dabei sollen die Erfahrungen der Freiwilligendienste und die Interessen junger Menschen bei der Ausgestaltung berücksichtigt werden
Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?
- Bundesfamilienministerium plant einen möglichen neuen Zivildienst, wobei der Entwurf nach Forderungen der Grünen überarbeitet und die Mittel für Freiwilligendienste erhöht werden sollen
- Paritätischer Gesamtverband warnt davor, dass eine Bedarfswehrpflicht etablierte Freiwilligendienste verdrängen könnte und fordert eine Ausgestaltung mit Vorrang der Freiwilligkeit sowie gleichen Rahmenbedingungen
- Grüne fordern die Stärkung der Freiwilligendienste, nachdem die vom Bund bereitgestellten Mittel laut Aussage der Grünen in den letzten Jahren gekürzt wurden und der Bedarf deutlich höher sei
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