Paritätischer warnt vor Wohngeld-Kürzung

8. Juni 2026

Politik - aktuelle Fakten und Einordnung

Wohngeldkürzungen in der Sozialpolitik Osnabrücks

() – Der Paritätische Wohlfahrtsverband missbilligt die geplanten Kürzungen beim Wohngeld. Hauptgeschäftsführer Joachim Rock warnte vor steigender Armut und Existenznot bei mehr als einer Million Haushalten.

Die Kürzungspläne der Bundesregierung machten ihm wirklich große Sorgen, sagte Rock der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Vor allem, dass an genau den Stellen gekürzt werde, wo ohnehin ein großes Armutsrisiko zu beobachten sei. Im Fokus der Kritik steht die geplante Einsparung beim Wohngeld, das für viele Menschen mit geringen Löhnen oder kleinen Renten eine essenzielle Hilfe zur Finanzierung der Unterkunft darstellt.

Der Sozialexperte verurteilte das Vorhaben als rein symbolische Haushaltskonsolidierung, die den Staat kaum entlaste, die Betroffenen aber massiv treffe. Die eine Milliarde, die am Bundesanteil gespart werden solle, mache keinen spürbaren Unterschied im Bundeshaushalt. Für über eine Million Haushalte, die auf das Geld angewiesen seien, tue sie das aber sehr wohl, sagte er. Menschen, die von Armut bedroht seien, müssten bereits jetzt oft fast die Hälfte ihres verfügbaren Einkommens für reine Wohnkosten aufbringen. Ohnehin sei die Hoffnung auf Sparsamkeit überzogen. Wenn beim Wohngeld gestrichen werde, fielen zum Beispiel mehr Leute in die Grundsicherung und fast alle Ersparnisse lösten sich in Luft auf, so Rock.

Siehe auch:  Zollhund erschnüffelt 26 Kilogramm Ketamin am Kölner Flughafen

Auch die steigenden Kosten fürs Wohngeld können Rock nicht überzeugen. Diese steigenden Kosten seien die Rechnung für eine unterlassene Regulierung des Mietmarktes und direkt auf die rasant steigenden Mieten zurückzuführen, sagte Rock. Eine bessere Möglichkeit zum Geldsparen sei es, für niedrigere Mieten zu sorgen. Die großen Wohnungskonzerne schütteten teilweise 200 Euro pro Wohnung an ihre Aktionäre aus, die zum Teil vom Steuerzahler kämen. Trotzdem sei das Wohngeld wichtig, aber man nutze die Möglichkeiten nicht, Mieter unmittelbar vor zu hohen Mieten zu schützen.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Wohnhaus (Archiv)

Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.

Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Kürzungen beim Wohngeld von der Bundesregierung geplant
  • Warnung vor steigender Armut bei mehr als einer Million Haushalten
  • Kritik an der Haushaltskonsolidierung als symbolisch und wenig spürbar für den Bundeshaushalt

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • betrifft mehr als eine Million Haushalte
  • Zielgruppe sind Menschen mit geringen Löhnen oder kleinen Renten
  • Kürzungen beim Wohngeld geplant, die im Bundeshaushalt kaum spürbar sind

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Kürzungen beim Wohngeld führen zu steigender Armut und Existenznot für mehr als eine Million Haushalte.
  • Einsparungen werden an Stellen vorgenommen, wo bereits ein hohes Armutsrisiko besteht.
  • Hohe Wohnkosten belasten ohnehin einkommensschwache Haushalte und könnten zu vermehrtem Bedarf an Grundsicherung führen.

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Kürzungen beim Wohngeld sollen gestoppt werden.
  • Verbesserung der Regulierung des Mietmarktes zur Senkung der Mieten anstreben.
  • Stärkung des Schutzes für Mieter vor hohen Wohnkosten.
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH