Hessische SPD-Politiker kritisieren Kurs von Bas und Klingbeil
Hessen - Regional - aktuelle Fakten und Einordnung
Politik in Hessen: Sozialabbau kritisiert
Berlin () – Sieben Arbeitsgemeinschaften der SPD Hessen haben die Bundesregierung und zu einem Kurswechsel aufgefordert.
„Mit großer Sorge und deutlicher Enttäuschung blicken wir auf die bereits beschlossenen sowie angekündigten Kürzungen und Änderungen im Sozial-, Gesundheits-, Familien- und Arbeitsbereich“, heißt es in einem Brief an die beiden SPD-Vorsitzenden Bärbel Bas und Lars Klingbeil, den Parteivorstand und die hessischen SPD-Bundestagsabgeordneten, über den der „Tagesspiegel“ (Mittwochausgabe) berichtet. „Wir halten diesen Sparkurs für politisch falsch.“
Diese Politik der Bundesregierung falle auf „uns SPD-Kommunalpolitiker“ zurück, heißt es in dem Schreiben.
„Wir sind es leid, Sozialabbau verteidigen zu müssen, während wir kommunal täglich für soziale Gerechtigkeit kämpfen.“
Vor allem aber brauche „die SPD endlich wieder den Mut zu eigenen Antworten“. Die SPD-Politiker schreiben, sie akzeptierten nicht länger die Erzählung, man habe „die schlimmsten Vorhaben der CDU verhindert“.
Die Menschen erwarteten von der SPD „mehr als eine Politik der Schadensbegrenzung“.
Soziale Gerechtigkeit sei „kein Nebenthema der SPD“. Sie sei ihr „Markenkern“, heißt es in dem Brief.
„Wir erwarten deshalb von der SPD-Bundestagsfraktion eine klare politische Kurskorrektur.“
Sozialdemokratische Politik müsse an der Seite derjenigen stehen, die Unterstützung brauchen. „Daran werden wir gemessen“, schreiben die Brief-Autoren.
„Vor allem aber erwarten wir wieder eine SPD, die den Mut hat, Zukunft zu gestalten, statt lediglich den Sozialabbau zu verwalten.“
Der hessische Juso-Vorsitzende Lukas Schneider sagte dem „Tagesspiegel“, bei den Mitgliedern und Stammwählern sei der Frust über die SPD-Spitze riesengroß. Die Reformen, die die SPD mitverantwortete, führten zu „weniger Netto vom Brutto“.
Die Preise für Energie und Lebensmittel und die Sozialabgaben stiegen.
Man regiere in der unbeliebtesten Bundesregierung und mit dem unbeliebtesten Bundeskanzler der jüngeren Geschichte, so Schneider. Die Parteispitze müsse nun einen Kurswechsel zu sozialer Sicherheit statt noch mehr Sozialabbau einleiten.
Unterzeichnet haben das vierseitige Schreiben die Vorsitzenden der Jusos, der SPD Frauen, der Arbeitsgemeinschaft (AG) 60 plus, der AG Sozialdemokraten im Gesundheitswesen, der AG für Arbeit, der AG Selbst Aktiv und der SPD Queer in Hessen.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | SPD-Logo (Archiv) |
Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.
Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?
- Sieben Arbeitsgemeinschaften der SPD Hessen fordern die Bundesregierung zu einem Kurswechsel auf und kritisieren bereits beschlossene sowie angekündigte Kürzungen/Änderungen in Sozial-, Gesundheits-, Familien- und Arbeitsbereichen als „Sparkurs“
- Die hessischen SPD-Kommunalpolitiker verlangen von der SPD-Bundestagsfraktion eine klare politische Kurskorrektur und mehr Mut zu „Zukunft gestalten“ statt Sozialabbau zu verwalten
- Unterstützerkreis des Briefes umfasst u. a. Vorsitzende von Jusos, SPD Frauen, AG 60 plus, AG Sozialdemokraten im Gesundheitswesen, AG für Arbeit, AG Selbst Aktiv und SPD Queer in Hessen; darunter Lukas Schneider (Juso-Vorsitzender) mit Kritik an „weniger Netto vom Brutto“ durch Reformen und steigenden Preisen sowie Sozialabgaben
Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?
- Betroffen sind die Bundesregierung sowie die SPD-Spitze in Hessen inklusive Parteivorstand und hessischer SPD-Bundestagsabgeordneter durch Forderung nach Kurskorrektur im Sozial-, Gesundheits-, Familien- und Arbeitsbereich; keine konkreten Zahlen oder verbindlichen Fristen genannt
- Betroffen sind SPD-Kommunalpolitiker sowie in Hessen die Zielgruppen Jusos, SPD Frauen, AG 60 plus, AG Sozialdemokraten im Gesundheitswesen, AG für Arbeit, AG Selbst Aktiv und SPD Queer; kein konkreter Zeitraum oder quantitative Angaben, Bezug auf bereits beschlossene sowie angekündigte Kürzungen und Änderungen
- Stärke/Intensität als politische Reaktion: große Sorge und deutliche Enttäuschung, Ablehnung des „Sparkurses“ und Erwartung einer klaren politischen Kurskorrektur; als Wirkung wird „weniger Netto vom Brutto“ sowie steigende Energie- und Lebensmittelpreise und Sozialabgaben genannt, ohne exakte Werte
Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?
- Sorge und Enttäuschung über bereits beschlossene sowie angekündigte Kürzungen und Änderungen in Sozial-, Gesundheits-, Familien- und Arbeitsbereichen; Bundesregierung verfolgt laut SPD Hessen einen Sparkurs, der politisch falsch sei
- Rückwirkungen auf SPD-Kommunalpolitiker: Sozialabbau müsse vor Ort verteidigt werden, während sie kommunal für soziale Gerechtigkeit kämpfen; Forderung nach Kurskorrektur, mehr Mut für Zukunftsgestaltung statt nur Schadensbegrenzung
- Frust in Mitgliedern und bei Stammwählern durch von der SPD mitverantwortete Reformen; „weniger Netto vom Brutto“ durch steigende Energie- und Lebensmittelpreise sowie steigende Sozialabgaben; Bezug auf unbeliebte Bundesregierung/unbeliebtesten Bundeskanzler als politischer Kontext
Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?
- SPD-Arbeitsgemeinschaften in Hessen fordern die Bundesregierung und die SPD-Bundestagsfraktion in einem Brief zu einer klaren politischen Kurskorrektur bei Sozial-, Gesundheits-, Familien- und Arbeitspolitik auf
- Sie kritisieren die bereits beschlossenen sowie angekündigten Kürzungen und Reformen als „Sparkurs“ und verlangen statt Sozialabbau eine Politik für soziale Gerechtigkeit und soziale Sicherheit
- Der hessische Juso-Vorsitzende fordert einen Kurswechsel der Parteispitze hin zu mehr sozialer Absicherung, da die Reformen zu „weniger Netto vom Brutto“ geführt hätten
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