ASB nennt Bedingungen für neuen Zivildienst
Vermischtes - aktuelle Fakten und Einordnung
Politik: Reform des Zivildienstes in Berlin
Berlin () – Der Bundesvorsitzende des Arbeiter-Samariter-Bunds (ASB), Knut Fleckenstein, stellt konkrete Forderungen zur Ausgestaltung eines neuen Zivildienstes, falls ein solcher kommen sollte.
„Ein Zivildienst müsste mindestens neun, besser zwölf Monate lang sein, damit die jungen Menschen auch die Chance haben, etwas zu lernen und eine Verbindung zu ihrer Aufgabe herzustellen“, sagte Fleckenstein den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Außerdem müsse der Qualifizierungsteil deutlich ausgebaut werden. Ohne echte Qualifizierung und mit kürzerer Dauer säßen die Leute nur ihre Zeit ab, das sei weder in ihrem Interesse noch in dem des Verbands.
Wichtig wäre außerdem die freie Wahl der Einsatzstelle für die Zivildienstleistenden und eine Anrechnung bereits geleisteter Freiwilligendienste, führte der ASB-Chef aus. Wer also zum Beispiel schon ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) gemacht habe oder sich ehrenamtlich im Bevölkerungsschutz engagiere, solle nicht nochmal ranmüssen. Ein neuer Dienst müsse sich daran orientieren, was man jungen Menschen bieten könne. „Wir haben keine Lust, die Uhr einfach 15 Jahre zurückzudrehen.“
Grundsätzlich sagte Fleckenstein, dass der ASB gute Erfahrungen mit den freiwilligen Diensten gemacht habe und deshalb kein Freund des Zivil- und Ersatzdienstes sei. Sollte ein solcher kommen, könnten aber etwa 2.000 „Zivis“ beim ASB beschäftigt werden. Der Aufbau der entsprechenden Strukturen würde laut Fleckenstein drei bis sechs Monate dauern.
Wichtig ist aus Sicht des Verbands auch, dass der Bund den Großteil der Kosten übernehmen würde. „Ein neuer Zivildienst darf nicht zulasten der Einrichtungen gehen“, sagte Fleckenstein.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Sanitäter (Archiv) |
Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.
Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?
- Zivildienst soll mindestens neun, besser zwölf Monate dauern und der Qualifizierungsteil deutlich ausgebaut werden, damit nicht nur „Zeit abgesessen“ wird
- Freie Wahl der Einsatzstelle und Anrechnung bereits geleisteter Freiwilligendienste wie FSJ bzw. ehrenamtliches Engagement im Bevölkerungsschutz; zudem Aufbau von ASB-Strukturen für bis zu 2.000 „Zivis“ innerhalb von drei bis sechs Monaten
- Bund soll den Großteil der Kosten übernehmen, damit ein neuer Zivildienst nicht zulasten der Einrichtungen geht
Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?
- Bundesvorsitzender des Arbeiter-Samariter-Bunds (ASB) fordert neue Ausgestaltung eines möglichen Zivildienstes: Laufzeit mindestens 9 Monate, besser 12 Monate; Qualifizierungsteil deutlich ausbauen; freie Wahl der Einsatzstelle und Anrechnung bereits geleisteter Freiwilligendienste wie FSJ oder ehrenamtliches Engagement im Bevölkerungsschutz; richtet sich an junge Zivildienstleistende in Deutschland
- Bei Einführung könnten beim ASB etwa 2.000 „Zivis“ eingesetzt werden; Aufbau der Strukturen laut Fleckenstein 3 bis 6 Monate; Fokus zugleich darauf, dass Bund den Großteil der Kosten übernimmt und der Dienst nicht zulasten der Einrichtungen geht
Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?
- Mindestdauer von neun, besser zwölf Monaten; deutlich ausgebauter Qualifizierungsteil statt bloßes Absitzen ohne echte Lern- und Aufgabenbindung
- Freie Wahl der Einsatzstelle sowie Anrechnung bereits geleisteter Freiwilligendienste wie FSJ bzw. ehrenamtliches Engagement im Bevölkerungsschutz
- Rahmenbedingungen/Umsetzung: Aufbau von etwa 2.000 Einsatzplätzen beim ASB dauert drei bis sechs Monate; Bund soll Großteil der Kosten tragen, damit Einrichtungen nicht belastet werden
Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?
- Ein Zivildienst müsste mindestens neun, besser zwölf Monate dauern und der Qualifizierungsteil deutlich ausgebaut werden, damit die Einsatzkräfte lernen und die Verbindung zur Aufgabe herstellen können
- Freie Wahl der Einsatzstelle sowie eine Anrechnung bereits geleisteter Freiwilligendienste (z. B. FSJ oder ehrenamtliches Engagement im Bevölkerungsschutz) sollen vorgesehen werden
- Für den Fall eines neuen Zivildienstes fordert der ASB, dass der Bund den Großteil der Kosten übernimmt, damit Einrichtungen nicht belastet werden und der ASB seine Strukturen dafür in drei bis sechs Monaten aufbauen kann
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