RIAS: Antisemitismus im Internet nimmt zu

17. Juni 2026

Politik - aktuelle Fakten und Einordnung

Gesellschaft: Antisemitismus im Internet zunehmen

() – Antisemitismus breitet sich zunehmend im Internet aus. Das berichtet die „Rheinische Post“ unter Berufung auf den Bundesverband der Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus (RIAS).

Der Geschäftsführer des Bundesverbands, Benjamin Steinitz, sagte der Zeitung: „Durch diese Anfeindungen und Bedrohungen werden Jüdinnen und Juden in ihrer Teilhabe auf Online-Plattformen eingeschränkt.“ Er kritisierte, bestehende Regulierungen würden zuweilen nicht durchgesetzt oder reichten nicht aus. Die Content-Moderation verlaufe oft mangelhaft, der Schutz von Betroffenen werde nicht adäquat durchgesetzt.

Steinitz forderte von der Bundesregierung, sich auf EU-Ebene für eine konsequente Durchsetzung bestehender Regulierungen wie dem Digital Services Act einzusetzen. „Wir brauchen ein koordiniertes Vorgehen von Politik und Plattformen, um digitale Räume sicherer zu gestalten“, sagte er. Ferner mahnte er, zivilgesellschaftliche Expertisen, um Antisemitismus im Netz zu erkennen und an die Plattformen zu melden, müssten gesondert finanziert werden.

Laut RIAS-Bundesverband wurden im vergangenen Jahr mehr als ein Viertel aller antisemitischen Vorfälle online registriert. 2025 waren es demnach 27 Prozent, ein Jahr zuvor noch 23 Prozent. Dabei fallen die Hemmungen im Internet offenbar eher: 43 Prozent aller Bedrohungen wurden 2025 online dokumentiert. Die Angreifer benutzen den Angaben nach verschlüsselte Botschaften – etwa Emojis oder bestimmte Symbole, die in einschlägigen Online-Communities als antisemitische Codes verstanden werden. Erfasst werden laut RIAS nur Vorfälle, bei denen Einzelpersonen oder Institutionen direkt per Mail, per Chat oder im eigenen Kommentarbereich beleidigt, bedroht oder angefeindet werden.

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Der gesamte Jahresbericht „Antisemitische Vorfälle in “ soll am Mittwoch in Berlin vorgestellt werden. Der Bundesverband RIAS ist der Dachverband der gleichnamigen, bundesweit tätigen Melde- und Dokumentationsstellen.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Benjamin Steinitz (Archiv)

Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.

Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Antisemitismus breitet sich zunehmend im Internet aus.
  • 27 Prozent der antisemitischen Vorfälle wurden 2025 online registriert, ein Anstieg von 4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
  • 43 Prozent aller Bedrohungen wurden 2025 online dokumentiert.

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • Jüdinnen und Juden
  • 27% der antisemitischen Vorfälle 2025 online registriert
  • 43% der Bedrohungen 2025 online dokumentiert

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Zunehmender Antisemitismus im Internet
  • Mangelhafte Umsetzung bestehender Regulierungen und Content-Moderation
  • Notwendigkeit einer finanziellen Unterstützung für zivilgesellschaftliche Expertisen zur Antisemitismus-Erkennung

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Bundesregierung soll sich auf EU-Ebene für Durchsetzung des Digital Services Act einsetzen
  • Koordiniertes Vorgehen von Politik und Plattformen zur Sicherung digitaler Räume gefordert
  • Finanzierung zivilgesellschaftlicher Expertisen zur Erkennung und Meldung von Antisemitismus im Netz muss gesichert werden
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH
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