Leihmutterschaft: Frauen-Gruppe der Unionsfraktion attackiert Spahn
Politik - aktuelle Fakten und Einordnung
Politik: Kritik an Leihmutterschaft in Berlin
Berlin () – Die Vorsitzende der Gruppe der Frauen in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Mechthild Heil (CDU), hat Fraktionschef Jens Spahn scharf dafür kritisiert, dass er mit Hilfe einer Leihmutter in den USA Vater geworden ist. „Frauen dürfen weder zum Sex gekauft, noch als Brutkasten missbraucht werden“, sagte die rheinland-pfälzische Christdemokratin der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Samstagausgabe).
Die allermeisten Frauen seien „den Käufern dieser Ausbeutung“ nicht gleichgestellt, so Heil. Die Frauen handelten ihrer Ansicht nach aus finanzieller Not, physischer oder psychischer Abhängigkeit oder dem vermeintlichen Mangel an Alternativen.
Heil erklärte, die wenigen selbstbestimmten Frauen, die unabhängig und frei entscheiden könnten, unterstützten am Ende aber auch dieses ausbeuterische System zwischen Kaufeltern und Leihmüttern. Sie lehne den Kauf von Kindern und damit die Leihmutterschaft ab, so Heil. Zur Gruppe der Frauen in der Unionsfraktion gehören mehr als 40 Abgeordnete.
Verteidigt wurde Spahn vom baden-württembergischen CDU-Abgeordneten David Preisendanz. Er sagte der Zeitung, er habe Spahn von Herzen gratuliert. Natürlich sehe er die politische Widersprüchlichkeit. Es falle ihm aber schwer, Menschen zu kritisieren, die sich ihren Kinderwunsch erfüllten.
Aus Regierungskreisen hieß es auf Anfrage der Zeitung, Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) werde sich zu gegebener Zeit äußern. Spahn hatte sich in der Vergangenheit gegen eine Legalisierung von Leihmutterschaft in Deutschland ausgesprochen.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Mechthild Heil und Jens Spahn (Archiv) |
Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.
Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?
- Mechthild Heil kritisierte Jens Spahn scharf dafür, mit Hilfe einer Leihmutter in den USA Vater geworden zu sein, und forderte, dass Frauen weder zum Sex gekauft noch als Brutkasten missbraucht werden dürften
- Heil lehnte den Kauf von Kindern und damit die Leihmutterschaft ab und argumentierte, dass die meisten betroffenen Frauen nicht gleichgestellt seien, sondern aus finanzieller Not oder Abhängigkeit handelten
- Bundeskanzler Friedrich Merz werde sich laut Regierungskreisen „zu gegebener Zeit“ zu dem Thema äußern
Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?
- Mechthild Heil (CDU, Vorsitzende der Gruppe der Frauen in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion) kritisiert Jens Spahn (CDU, Fraktionschef) wegen Vaterschaft durch Leihmutter in den USA; betroffen ist die CDU/CSU-Bundestagsfraktion und ihre Frauen-Gruppe mit mehr als 40 Abgeordneten; keine konkreten Zahlen/Fristen zu Maßnahmen genannt
- Rheinland-pfälzische CDU-Politikerin kritisiert Leihmutterschaft als Ausbeutung von Frauen und verweist auf mögliche Hintergründe bei betroffenen Frauen wie finanzielle Not sowie physische oder psychische Abhängigkeit; keine konkreten Zeiträume/Regionen über USA/Deutschland hinaus genannt
- Regierungsseite (auf Anfrage) sagt, Bundeskanzler Friedrich Merz werde sich zu gegebener Zeit äußern; Spahn hatte zuvor gegen eine Legalisierung von Leihmutterschaft in Deutschland ausgesprochen; keine konkrete Frist genannt
Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?
- Kritik von Mechthild Heil an Jens Spahn wegen Kindererfüllung durch Leihmutterschaft in den USA; Hintergrund sind Bedenken, dass Frauen dadurch wie Ware behandelt und ausgebeutet werden können
- Ursachen/Hintergründe laut Heil sind finanzielle Not, physische oder psychische Abhängigkeit sowie fehlende Alternativen, wodurch die allermeisten Leihmütter nicht gleichgestellt und nicht wirklich selbstbestimmt handelten
- Auslöser/kontext: öffentliche Debatte über Spahns Geburt per Leihmutter; Spahn selbst hatte sich zuvor gegen eine Legalisierung in Deutschland ausgesprochen, Verteidigung durch Preisendanz und Reaktion aus Regierungskreisen (Merz kündigt eine spätere Äußerung an)
Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?
- Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) will sich zu gegebener Zeit zu dem Thema äußern
- Die Positionen aus Regierungskreisen wurden auf Anfrage der Zeitung mit Hinweis auf eine spätere Äußerung von Merz beantwortet
- Eine konkrete politische Maßnahme oder behördliche Handlung im Text wird nicht genannt
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