Bericht: Schufa speichert Daten länger als bekannt

15. Juli 2026

Wirtschaft - aktuelle Fakten und Einordnung

Panorama: Schufa in

Wiesbaden () – Die Schufa speichert laut NDR und „Süddeutscher Zeitung“ unbemerkt von der Öffentlichkeit veraltete Daten von Millionen Verbrauchern deutlich länger als bisher angenommen. Diese sensiblen Daten nutze das Unternehmen für Tests, deren Ergebnisse es an Firmen weitergebe, heißt es weiter. Die Betroffenen erführen davon nichts, und auch in der Fachwelt sei die Schattendatenbank bisher quasi unbekannt gewesen.

Gespeichert würden in der Datenbank vor allem Informationen, von denen Verbraucher bisher annehmen konnten, dass sie längst gelöscht wurden. Dazu zählten mutmaßlich alte Kredite und Kreditkarten, Pfändungen und Privatinsolvenzen sowie Schulden, die die Betroffenen oft schon vor Jahren beglichen hätten. Deutschlands größte Wirtschaftsauskunftei berechnet dem Bericht zufolge aus diesen Daten unter anderem, wie gut neu entwickelte Scores funktionieren.

Die Schufa ist Deutschlands größte Wirtschaftsauskunftei. Sie hat schon jetzt Daten von mehr als 68 Millionen Deutschen. Weil der sogenannte Schufa-Score unter anderem darüber entscheidet, ob jemand einen Handyvertrag oder einen Kredit erhält, sind das Unternehmen und die von ihm verwendeten Daten für den Alltag vieler Menschen entscheidend. Die zusätzliche Speicherung historischer Daten hält man bei dem Unternehmen für rechtens und beruft sich auf gesetzliche Vorschriften.

Verbraucherschützer und Juristen sehen das anders. Mehrere Experten, mit denen NDR und SZ gesprochen haben, erinnern an gesetzliche Löschfristen, den in der DSGVO verankerten Grundsatz der Datensparsamkeit und kritisieren insbesondere die Weitergabe alter Scores an Firmenkunden – vor allem an Nicht-Banken wie Energieversorger oder Telekommunikationsanbieter. Auch, dass die Kunden bisher gar nicht wissen, dass diese älteren Daten über sie gespeichert werden, kritisieren die Experten. Mittlerweile befasst sich auch der Hessische Landesdatenschutzbeauftragte mit der Sache. Er klärt gerade in einem Hinweisverfahren, ob die Schufa Verbraucher über die Speicherung informieren muss.

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Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.

Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Schufa speichert nach NDR und Süddeutscher Zeitung unbemerkt von der Öffentlichkeit veraltete Daten von Millionen Verbrauchern deutlich länger als bisher angenommen
  • Schufa nutzt die gespeicherten Alt-Daten eigenen Angaben zufolge für Tests und gibt die Ergebnisse an Firmen weiter, wobei Betroffene nichts erfahren und die Datenbank in der Fachwelt bislang quasi unbekannt gewesen sein soll
  • Hessischer Landesdatenschutzbeauftragter prüft im Hinweisverfahren, ob die Schufa Verbraucher über die Speicherung dieser älteren Daten informieren muss

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • Millionen Verbraucher betroffen in Deutschland; Schufa speichert laut NDR und Süddeutscher Zeitung unbemerkt veraltete Daten deutlich länger als bisher angenommen, insgesamt Daten von mehr als 68 Millionen Deutschen, relevante Informationen umfassen alte Kredite/Kreditkarten, Pfändungen, Privatinsolvenzen und schon beglichene Schulden
  • Weitergabe an Firmen für Tests und Bewertung der Funktion neuer Scores; betroffen sind Unternehmen als Empfänger vor allem Nicht-Banken wie Energieversorger und Telekommunikationsanbieter, Betroffene erfahren davon nichts und die Fachwelt habe die Schattendatenbank zuvor kaum gekannt
  • Juristen/Verbraucherschützer berufen sich auf gesetzliche Löschfristen und DSGVO-Grundsätze sowie auf fehlende Transparenz; Hessischer Landesdatenschutzbeauftragter prüft im Hinweisverfahren, ob Schufa Verbraucher informieren muss, konkreter Zeitraum/Frist im Text nicht genannt

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Schufa speichert laut NDR und Süddeutscher Zeitung veraltete, eigentlich als gelöscht angenommene Daten von Millionen Verbrauchern deutlich länger als bisher angenommen und nutzt sie für Tests, deren Ergebnisse an Unternehmen weitergegeben werden
  • Betroffene erfahren davon nichts; in der Fachwelt sei die „Schattendatenbank“ quasi unbekannt, die Daten betreffen u. a. alte Kredite und Kreditkarten, Pfändungen, Privatinsolvenzen sowie längst bezahlte Schulden
  • Hintergrund/Hintergrundkontext sind mögliche Konflikte mit gesetzlichen Löschfristen, DSGVO-Grundsatz der Datensparsamkeit und kritisierte Weitergabe alter Scores an Firmenkunden wie Energieversorger oder Telekommunikationsanbieter, zudem prüft der Hessische Landesdatenschutzbeauftragte eine mögliche Informationspflicht der Schufa

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Der Hessische Landesdatenschutzbeauftragte klärt im Hinweisverfahren, ob die Schufa Verbraucher über die Speicherung veralteter Daten informieren muss
  • Die Fachwelt und Juristen verweisen auf Löschfristen sowie den Grundsatz der Datensparsamkeit aus der DSGVO und beanstanden insbesondere die Weitergabe alter Scores an Firmenkunden
  • Verbraucherschützer drängen darauf, dass die Datenverarbeitung rechtmäßig ist und kritisieren, dass Betroffene bisher nicht über die Speicherung informiert würden
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH