NRW verzeichnet höchsten Anstieg kommunaler Verschuldung seit 2017

6. Juli 2026

Nordrhein-Westfalen - Regional - aktuelle Fakten und Einordnung

Wirtschaftliche Entwicklung in Nordrhein-Westfalen

() – Die Schulden der Gemeinden und Gemeindeverbände in den Kernhaushalten Nordrhein-Westfalens beliefen sich Ende 2025 auf rund 64,1 Milliarden Euro. Wie das Statistische Landesamt mitteilte, waren das 15,7 % mehr als im Jahr zuvor; gleichzeitig war es der höchste Anstieg seit 2017. Ende 2024 hatte der Schuldenstand bei 55,4 Milliarden Euro gelegen.

Zuwächse gab es sowohl bei Liquiditäts- als auch bei Investitionskrediten.

Liquiditätskredite sollen kurzfristige Engpässe im Haushalt überbrücken, etwa bei Mindereinnahmen. Im Jahr 2025 hatten die Kommunen Liquiditätskredite in Höhe von 27,6 Milliarden Euro, das waren 17,6 % mehr als 2024. Damit setzt sich die Trendumkehr seit dem Jahr 2024 fort.

In den Jahren 2017 bis 2023 waren die Liquiditätskredite kontinuierlich gesunken.

Bei den Investitionskrediten hatte es seit 2018 dagegen kontinuierliche Zuwächse gegeben, so auch zuletzt: 2025 lagen sie bei 36,6 Milliarden Euro, das waren 14,3 % mehr als im Vorjahr. Investitionskredite dienen in der Regel der Finanzierung kommunaler Infrastruktur.

Betrachtet werden ausschließlich die Schulden der Kernhaushalte.

Einfluss auf die Höhe können u. a. der Ausgliederungsgrad von Aufgaben und unterschiedliche Finanzierungsstrategien der Kommunen haben. Zum Beispiel nehmen einige Kommunen Kredite im eigenen Haushalt auf und leiten das Geld an ihre ausgegliederten Unternehmen weiter.

Andere Kommunen lassen ihre Tochtergesellschaften direkt am Kreditmarkt agieren, sodass diese Schulden im Kernhaushalt gar nicht auftauchen.
Mülheim an der Ruhr mit höchster Pro-Kopf-Verschuldung der kreisfreien Städte

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Rein rechnerisch ergab sich NRW-weit 2025 eine Verschuldung von 3.561 Euro pro Kopf. Von den kreisfreien Städten in NRW hatten Mülheim an der Ruhr mit rund 10.700 Euro je Einwohner/-in und mit rund 10.320 Euro die höchste Pro-Kopf-Verschuldung.

Die Mehrheit der Schulden stammte bei beiden Städten aus Liquiditätskrediten. Es folgten mit rund 8.024 Euro, Remscheid mit rund 7.857 Euro und mit rund 6.938 Euro pro Kopf.

In Bonn war die Mehrheit der Schulden auf Investitionskredite zurückzuführen, in Remscheid und Leverkusen auf Liquiditätskredite.
Höchste Verschuldung auf Kreisebene je Einwohner im Kreis Mettmann

Auf Ebene der Kreise hatten 2025 der Kreis Mettmann, der Ennepe-Ruhr-Kreis, der Rhein-Sieg-Kreis, der Kreis und der Oberbergische Kreis die höchste Pro-Kopf-Verschuldung. Mit Werten zwischen rund 3.756 und 4.478 Euro je Einwohner waren die Schulden aber niedriger als bei den Top 5 der kreisfreien Städte.

Im Rhein-Sieg-Kreis, im Kreis Mettmann und im Oberbergischen Kreis überwogen die Schulden aus Investitionskrediten. Im Kreis Recklinghausen und im Ennepe-Ruhr-Kreis bestand die Mehrheit der Schulden dagegen aus Liquiditätskrediten.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Euroscheine (Archiv)

Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.

Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Schulden der Gemeinden in NRW Ende 2025: 64,1 Milliarden Euro, +15,7 % im Vergleich zum Vorjahr, höchster Anstieg seit 2017.
  • Liquiditätskredite 2025: 27,6 Milliarden Euro, +17,6 % gegenüber 2024; Investitionskredite 2025: 36,6 Milliarden Euro, +14,3 %.
  • Höchste Pro-Kopf-Verschuldung in NRW: Mülheim an der Ruhr mit ca. 10.700 Euro, gefolgt von Oberhausen mit ca. 10.320 Euro.

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • Gemeinden und Gemeindeverbände in Nordrhein-Westfalen
  • Schuldenhöhe Ende 2025: 64,1 Milliarden Euro (15,7 % mehr als 2024)
  • Mülheim an der Ruhr: höchste Pro-Kopf-Verschuldung mit rund 10.700 Euro

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Anstieg der Gemeindeschulden um 15,7 % im Jahr 2025.
  • Zunahme von Liquiditätskrediten zur Überbrückung kurzfristiger Haushaltsengpässe.
  • Unterschiede in der Finanzierungsstrategie der Kommunen, z.B. durch Übertragung von Krediten an ausgegliederte Unternehmen.

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Erhöhung der Liquiditätskredite auf 27,6 Milliarden Euro zur Überbrückung kurzfristiger Haushaltsengpässe.
  • Steigerung der Investitionskredite auf 36,6 Milliarden Euro für kommunale Infrastrukturfinanzierung.
  • Analyse der Schuldenstrukturen und Finanzierungsstrategien der Kommunen zur Verbesserung der Haushaltslage.
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