Wahlforscher verteidigt Fünf-Prozent-Hürde

30. Juli 2026

Politik - aktuelle Fakten und Einordnung

Politik: Senkung der Fünf-Prozent-Hürde in

Düsseldorf () – Der Parteien- und Wahlforscher Constantin Wurthmann hat die Forderung nach einer Senkung der Fünf-Prozent-Hürde bei Wahlen kritisiert. „Ich sehe eine Absenkung ausgesprochen kritisch“, sagte Wurthmann der „Rheinischen Post“ (Freitagausgabe). „Unser Wahlsystem hat ja gerade den Sinn, eine Zersplitterung des Parteiensystems verhindern zu wollen.“

Dass eine Reihe von Parteien zusehends unter der Hürde von fünf Prozent bleibe, sei „kein Grund für Nachsicht, sondern eben ein Grund für das Fortbestehen“ des Systems, so Wurthmann. Wenn Wähler kritisierten, sie seien dann aber nicht im Parlament vertreten, sollten diese womöglich auch ihre Wahlentscheidungen noch einmal überdenken, sagte der Politikwissenschaftler.

Angestoßen hatte die Debatte der frühere Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Hans-Jürgen Papier. Anfang der Woche sagte er dem „Tagesspiegel“, die Fünf-Prozent-Hürde sei „nicht mehr zeitgemäß“. Der Jurist plädierte dafür, die Sperrklausel bei Bundestagswahlen von fünf auf drei Prozent abzusenken.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Wahllokal (Archiv)

Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.

Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Constantin Wurthmann kritisiert die Forderung nach einer Senkung der Fünf-Prozent-Hürde als „ausgesprochen kritisch“, da das Wahlsystem eine Zersplitterung des Parteiensystems verhindern solle
  • Wurthmann sagt, dass das Verbleiben mehrerer Parteien unter der Fünf-Prozent-Hürde kein Grund für Nachsicht sei, sondern ein Grund für das Fortbestehen des Systems
  • Er rät Wählern, die sich dadurch nicht im Parlament vertreten sehen, ihre Wahlentscheidungen gegebenenfalls zu überdenken

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • Betroffen sind Wähler und Parteien bei Wahlen in Deutschland; konkrete Zeiträume/Regionen werden nicht genannt, jedoch betrifft es insbesondere Bundestagswahlen durch die 5-Prozent-Hürde; Stärke: Forderung nach Absenkung von 5 auf 3 Prozent wird als kritisch bewertet
  • Betroffen ist das deutsche Parteien- und Wahlsystem allgemein mit dem Ziel, Zersplitterung zu verhindern; Stärke: Kritik richtet sich gegen die Senkung der Sperrklausel wegen möglicher Zersplitterung des Parteiensystems und fehlender Vertretung der Parteien im Parlament
  • Debatte wird ausgelöst durch Aussagen von Hans-Jürgen Papier (Bundesverfassungsgerichts-Präsident, früher) und Constantin Wurthmann (Parteien- und Wahlforscher); Stärke: inhaltlich konkrete Änderung (5 auf 3 Prozent) und Gegenargumentation ohne weitere Zahlen/Fristen

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Kritik an der Absenkung der Fünf-Prozent-Hürde, weil das Wahlsystem den Zweck habe, eine Zersplitterung des Parteiensystems zu verhindern
  • Parteien bleiben zunehmend unter der Fünf-Prozent-Hürde, was laut Wurthmann kein Anlass für Nachsicht sei, sondern ein Hinweis auf das Fortbestehen des Systems
  • Auslöser der Debatte: Hans-Jürgen Papier fordert die Sperrklausel bei Bundestagswahlen von fünf auf drei Prozent abzusenken, weil sie „nicht mehr zeitgemäß“ sei

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Die Forderung nach Absenkung der Fünf-Prozent-Hürde wird öffentlich kritisiert, konkrete Behörden- oder Politikmaßnahmen werden im Text jedoch nicht beschrieben
  • Es wird dazu geraten, dass Wähler ihre Wahlentscheidungen überdenken sollten, wenn sie wegen der Sperrklausel nicht im Parlament vertreten sind
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH