Krankenhausgesellschaft: Jede dritte Klinik droht zu verschwinden

14. Juli 2026

Politik - aktuelle Fakten und Einordnung

Gesundheitspolitik in Berlin und Deutschland

() – Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) fürchtet, dass ein Drittel der Kliniken das am Freitag vom Bundesrat durchgewunkene Krankenkassen-Sparpaket nicht überleben wird.

„Wir müssen damit rechnen, dass noch mehr Kliniken in die Schieflage geraten. Seit 2022 haben bundesweit schon 85 Krankenhäuser mit 102 Standorten Insolvenz angemeldet. Einige davon sogar schon zum zweiten Mal. Die Reform senkt die Kreditwürdigkeit der Häuser, schon jetzt haben viele nur liquide Mittel für vier Wochen. Es droht eine Insolvenzwelle über drei Jahre, in der Zeit droht ein Drittel der Kliniken zu verschwinden“, sagte DKG-Vorstandschef Gerald Gaß der „Rheinischen Post“. Besonders bedroht seien Grund- und Regelversorger in ländlichen Regionen.

Als Erstes würden Kliniken Notaufnahmen, Geburtshilfen und Kinderstationen schließen, die die größten Verlustbringer in den Häusern seien. „Schon in den vergangenen zehn Jahren haben viele Geburtshilfen geschlossen. Bundesweit haben wir nur noch rund 570 Geburtshilfen, früher waren es mal fast 1.200. Es ist der Bereich, der am meisten quer subventioniert wird. Das wird nicht mehr möglich sein. Hier drohen nach einer aktuellen Umfrage unter den Klinikträgern 61 Prozent der Geburtshilfen wegzufallen oder die Versorgung einzuschränken“, sagte Gaß weiter. Zahlreiche Kliniken würden ihre Notaufnahme schließen und nicht mehr für 24 Stunden erreichbar sein.

Der DKG-Chef rief nun die Länder auf, den Kliniken zu helfen: „Wir setzen auf die Länder. Die Länder müssen die Hälfte des Sparvolumens von acht Milliarden Euro ausgleichen, also vier Milliarden zahlen. Sonst gibt es ein kaltes Kliniksterben zulasten der Patienten und Regionen.“

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Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Krankenhaus (Archiv)

Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.

Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Die DKG warnt, dass ein Drittel der Kliniken das vom Bundesrat durchgewunkene Krankenkassen-Sparpaket nicht überleben wird und erwartet eine Insolvenzwelle über drei Jahre
  • Seit 2022 wurden bundesweit 85 Krankenhäuser mit 102 Standorten insolvent; besonders bedroht seien Grund- und Regelversorger in ländlichen Regionen
  • DKG fordert von den Ländern einen Ausgleich von 4 Milliarden Euro (Hälfte des Sparvolumens von 8 Milliarden); sonst drohten Schließungen von Notaufnahmen, Geburtshilfen und Kinderstationen sowie Einschränkungen bei Geburtshilfen (61 Prozent betroffen laut Umfrage)

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • Betroffen: ein Drittel der Kliniken insgesamt; Region: besonders Grund- und Regelversorger in ländlichen Regionen; Zeitraum: bis zu einer Insolvenzwelle über drei Jahre; seit 2022 meldeten bundesweit 85 Krankenhäuser mit 102 Standorten Insolvenz an, teils zum zweiten Mal
  • Betroffen: Notaufnahmen, Geburtshilfen und Kinderstationen; genaue Zahlen: Geburtshilfen nur noch rund 570 statt zuvor fast 1.200; nach Umfrage der Klinikträger drohen 61 Prozent der Geburtshilfen wegzufallen oder Versorgung einzuschränken
  • Betroffen durch Politik/Fristen: Bundesrat durchgewinkeltes Krankenkassen-Sparpaket; Ziel/Finanzierung: Kliniken haben oft nur liquide Mittel für vier Wochen; Länder sollen die Hälfte des Sparvolumens von 8 Milliarden Euro ausgleichen (4 Milliarden Euro), sonst droht ein „kaltes Kliniksterben“ mit Auswirkungen auf Patienten und Regionen

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Drittel der Kliniken könnte das vom Bundesrat durchgewunkene Krankenkassen-Sparpaket nicht überleben, es droht eine Insolvenzwelle über drei Jahre
  • Seit 2022 schon 85 Krankenhäuser mit 102 Standorten insolvent; durch die Reform sinkt die Kreditwürdigkeit, viele Häuser haben nur liquide Mittel für etwa vier Wochen
  • Besonders betroffen sind Grund- und Regelversorger in ländlichen Regionen; als Folge drohen Schließungen bzw. Einschränkungen von Notaufnahmen, Geburtshilfen und Kinderstationen sowie bei Geburtshilfen ein hoher Wegfallanteil (61 Prozent) und das teilweise Wegbrechen der 24-Stunden-Erreichbarkeit

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Die Länder sollen die Hälfte des Sparvolumens von 8 Milliarden Euro ausgleichen, also 4 Milliarden Euro zahlen, damit Krankenhäuser nicht durch das Krankenkassen-Sparpaket in Schieflage geraten
  • Kliniken würden als Folge der Sparmaßnahmen voraussichtlich Notaufnahmen, Geburtshilfen und Kinderstationen schließen bzw. ihre Erreichbarkeit (z. B. nicht mehr 24 Stunden) einschränken
  • Die Deutsche Krankenhausgesellschaft fordert Unterstützung der Länder, um ein „kaltes Kliniksterben“ sowie eine Insolvenzwelle über mehrere Jahre zu verhindern
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH
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