Bildungsminister wollen mehr Wettkampf bei Bundesjugendspielen
Politik - aktuelle Fakten und Einordnung
Bildungspolitik: Rückkehr zum Wettbewerb in Bayern
München () – Die Bildungsminister der Länder wollen an Grundschulen wieder stärker leistungsorientierte Wettkämpfe bei den Bundesjugendspielen ermöglichen. Für Schüler der dritten und vierten Klassen soll der klassische Wettkampfmodus in den Disziplinen Leichtathletik und Schwimmen künftig wieder als Option zugelassen werden. Das berichtet die „Bild“. Die Bildungsministerkonferenz (BMK) will dazu am heutigen Donnerstag in München einen Beschluss fassen.
Demnach könnten Leistungen etwa beim Sprint oder Weitsprung wieder auf die Sekunde beziehungsweise den Zentimeter genau gemessen werden. Mit einer Reform der Bundesjugendspiele im Jahr 2023 waren an vielen Grundschulen stärker spielerische Wettbewerbsformen eingeführt worden. Statt exakter Messungen kamen teils alternative Formate wie Zonenweitwurf oder Zeit-Schätzläufe zum Einsatz. Die Änderungen hatten bundesweit Kritik von Eltern, Lehrkräften und Sportverbänden ausgelöst. Nun soll der Wettkampfcharakter der Bundesjugendspiele wieder stärker betont werden.
Auch Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) sprach sich für eine stärkere Orientierung am Leistungsprinzip aus. Schule könne anleiten, mit Misserfolgen umzugehen und Frust zu tolerieren, damit Kinder resiliente Erwachsene würden, sagte sie der „Bild“. Dazu gehöre auch, überdurchschnittliche Leistungen sichtbar zu machen. Sie habe sich dafür eingesetzt, dass die Bundesjugendspiele wieder als echter Wettkampf ausgetragen werden. Ab kommendem Schuljahr werde dieser wieder zulässig sein, sagte Prien. Besondere Leistung dürfe und müsse anerkannt werden.
Hessens Kultusminister Armin Schwarz (CDU) begrüßte die geplante Änderung. Es sei richtig, das Rad wieder zurückzudrehen, sagte er. Für das Funktionieren der Gesellschaft habe das Leistungsprinzip eine grundlegende Bedeutung. Kinder wollten sich messen. Sachsens Kultusminister Conrad Clemens (CDU) sagte der „Bild“: „Wer deutsche Olympia-Sieger haben möchte, sollte auch keine Angst vor Wettkämpfen in der Schule haben.“
Eine bundesweit verpflichtende Rückkehr zum klassischen Wettkampf ist allerdings nicht vorgesehen. Die konkrete Ausgestaltung der Bundesjugendspiele bleibt weiterhin den Ländern, Schulen und Lehrkräften überlassen. Die Bundesjugendspiele wurden 1951 eingeführt. Baden-Württembergs Kultusminister Andreas Jung will deshalb schon einmal vorangehen: In seinem Bundesland sollen für die kommenden Bundesjugendspiele für alle Schulen verbindliche Regeln gelten. In Grundschulen soll ab der 3. und 4. Klasse wieder in Leichtathletik und Schwimmen präzise gemessen werden. Die traditionellen Urkunden werden durch „Goldurkunde“, „Silberurkunde“ und „Bronzeurkunde“ mit genauer Punktezahl ersetzt. „Es gehen nur Gewinner vom Platz“, sagte Jung der „Bild“. „Aber es ist auch ein Wettkampf.“ Jung ist überzeugt: Kinder wollten sich messen und könnten damit umgehen.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Tartanbahn (Archiv) |
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Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?
- Bildungsminister der Länder wollen leistungsorientierte Wettkämpfe bei Bundesjugendspielen an Grundschulen wieder ermöglichen.
- Ab dem kommenden Schuljahr ist wieder exakte Messung in Leichtathletik und Schwimmen für Dritt- und Viertklässler zulässig.
- Baden-Württemberg plant verbindliche Regeln für die Bundesjugendspiele, einschließlich neuer Urkunden mit Punktezahl.
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- Betroffene: Schüler der 3. und 4. Klassen
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Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?
- Bildungsminister der Länder wollen wieder leistungsorientierte Wettkämpfe bei Bundesjugendspielen an Grundschulen ermöglichen
- Klassischer Wettkampfmodus in Leichtathletik und Schwimmen soll ab dem kommenden Schuljahr zugelassen werden
- Bundesländer haben die Möglichkeit, eigene verbindliche Regeln für die Bundesjugendspiele einzuführen
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