Waldbrand-Experte kritisiert Löschstrategie im Müritz-Nationalpark
Vermischtes - aktuelle Fakten und Einordnung
Panorama: Kritik am Waldbrand in Müritz
Schwerin () – Ein internationaler Experte für Waldbrandmanagement kritisiert die Löschstrategie beim Brand im Müritz-Nationalpark scharf. Lindon Pronto, Mitgründer der Initiative Waldbrand-Klima-Resilienz, bezeichnete den Einsatz im „Spiegel“ als „fachlich schwer nachvollziehbar“ und warf den Behörden in Mecklenburg-Vorpommern vor, bewährte Alternativen ignoriert zu haben.
Der als freier Berater tätige Deutsch-Amerikaner erklärte, der Einsatz von Kreisregnern sei im Kampf gegen das Feuer untauglich. Es sei unsinnig, pauschal solche riesigen Forstflächen zu bewässern, vor allem im Sommer bei Hitze, Wind und Wasserknappheit. Wenn er sich im Ausland umsehe, dann mache das niemand so. Auch Wasserabwürfe aus Hubschraubern seien wenig sinnvoll, so Pronto: Aus der vorgeschriebenen Sicherheitshöhe von 1.000 Metern verdunste das Wasser, bevor es den Boden erreiche.
Rein wasserbasierte Taktiken könnten Feuer zwar verlangsamen, aber nicht zuverlässig stoppen oder löschen, sagte Pronto. Dem Experten zufolge hat Brandenburg angeboten, einen ferngesteuerten Minenräumer des Typs MV-4 einzusetzen, der für Brände auf munitionsbelastetem Gelände geeignet sei. Mecklenburg-Vorpommern habe aber abgelehnt. „Der MV-4 war die Geheimwaffe, die den Unterschied hätte ausmachen können. Stattdessen steht er nach wie vor ungenutzt in einer Garage in Brandenburg.“
Angesichts von mehr als 150 Millionen Euro, die Mecklenburg-Vorpommern nach Angaben der Landesregierung in Waldbrandvorsorge investiert hat, zeige das Feuer im Nationalpark, dass erhebliche fachliche und operative Lücken bestünden, so der Experte. Pronto, der zwischen 2007 und 2014 selbst als Feuerwehrmann in Kalifornien gegen Großbrände gekämpft hat, forderte ein unabhängiges nationales Kompetenzzentrum für Vegetationsbrandmanagement. Sein Fazit: Einfach nur auf einen Wetterumschwung zu hoffen, sei keine Strategie.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Nationalpark (Archiv) |
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Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?
- Lindon Pronto kritisiert die Löschstrategie im Müritz-Nationalpark als fachlich schwer nachvollziehbar und wirft Mecklenburg-Vorpommern vor, bewährte Alternativen ignoriert zu haben
- Pronto hält Kreisregner und Hubschrauberwasserabwürfe aus großer Höhe für untauglich; außerdem behauptet er, Brandenburg habe den ferngesteuerten Minenräumer MV-4 angeboten, Mecklenburg-Vorpommern habe jedoch abgelehnt
- Pronto fordert ein unabhängiges nationales Kompetenzzentrum für Vegetationsbrandmanagement, da Wetterumschwung allein keine Strategie sei
Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?
- Betroffen: Behörden/Brandbekämpfung in Mecklenburg-Vorpommern beim Brand im Müritz-Nationalpark; Zielgruppe: zuständige Einsatzkräfte/Löschstrategie im Vegetationsbrandmanagement
- Betroffen: Brandenburg als anbietender Partner; vorgeschlagener Einsatz eines ferngesteuerten Minenräumers MV-4 wurde abgelehnt; Zahl: MV-4 als „Geheimwaffe“ bleibt ungenutzt in einer Garage in Brandenburg
- Betroffen: Mecklenburg-Vorpommern insgesamt durch Investitionen in Waldbrandvorsorge; Umfang: mehr als 150 Millionen Euro; Zeitraum/Zeithorizont: keine konkreten Fristen/Zeiträume genannt außer Vergleich/Erfahrung des Experten (2007 bis 2014 in Kalifornien)
Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?
- Fachliche Kritik an der Löschstrategie im Müritz-Nationalpark; Kreisregner als untauglich bezeichnet wegen Sommerbedingungen wie Hitze, Wind und Wasserknappheit sowie wegen Verdunstung/geringer Wirksamkeit bei Wasserabwürfen aus großer Sicherheitshöhe
- Kontext: Feuer in einem Nationalpark mit großen, schwer zugänglichen Forstflächen; nach Angaben der Landesregierung wurden mehr als 150 Millionen Euro in Waldbrandvorsorge investiert, dennoch würden erhebliche fachliche und operative Lücken sichtbar
- Auslöser/Hintergrund der Kontroverse: Brandenburg bot laut dem Experten den ferngesteuerten Minenräumer MV-4 für Brände auf munitionsbelastetem Gelände an, Mecklenburg-Vorpommern habe abgelehnt; gefordert wird zudem ein unabhängiges nationales Kompetenzzentrum und die Kritik richtet sich gegen die Hoffnung auf einen Wetterumschwung statt einer Strategie
Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?
- Mecklenburg-Vorpommern hat den Einsatz eines ferngesteuerten Minenräumers (MV-4) für Brände auf munitionsbelastetem Gelände abgelehnt, obwohl Brandenburg ihn angeboten hat
- Mecklenburg-Vorpommern setzt bei dem Brand im Müritz-Nationalpark Kreisregner sowie Wasserabwürfe aus Hubschraubern ein
- Das Land verweist auf bereits erfolgte Investitionen in Waldbrandvorsorge (laut Landesregierung mehr als 150 Millionen Euro)
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