Grünen verlangen von Spahn Erklärung in Leihmutter-Debatte
Berlin - Regional - aktuelle Fakten und Einordnung
Politik: Debatte um Leihmutterschaft in Berlin
Berlin () – Grünen-Chef Felix Banaszak hat Unions-Fraktionschef Jens Spahn in der Leihmutter-Diskussion zu einer persönlichen Erklärung aufgefordert. Das private Handeln Spahns stehe im Widerspruch zu seiner politischen Positionierung in der Frage, sagte Spahn dem Talk-Format „Stimme am Morgen“ des TV-Senders der „Welt“.
Die ethische Frage, die dahinterstehe, sei tatsächlich nicht trivial.
Es habe vermutlich Gründe, warum sich Jens Spahn in der Vergangenheit so positioniert habe, wie er das getan habe. Und deswegen stehe es erst mal in einem Widerspruch zu seinem eigenen Agieren an dieser Stelle, so Banaszak.
Spahn habe gesagt, er stehe dafür für Fragen zur Verfügung und wolle die auch gerne beantworten. Das müsse er jetzt auch tun.
Er sei selbst glücklicher und dankbarer Vater und wünsche Jens Spahn und seinem Ehemann alles Gute, erklärte Banaszak.
Er wolle die persönliche Ebene von einer politischen Bewertung trennen. Der politische Widerspruch aber bleibe bestehen: Es sei immer besser, wenn man im Einklang mit dem lebe, was man in sein eigenes Programm schreibe und auch politisch von anderen erwarte.
Und deswegen sei nachvollziehbar, dass das auch insbesondere in der Union für Irritationen sorge – und auch über die Union hinaus. Aber er möchte die persönliche Entscheidung von Jens Spahn an dieser Stelle nicht bewerten.
Berlins CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers hat sich beim Thema Leihmutterschaft distanzierend zum CDU-Fraktionsvorsitzenden Jens Spahn geäußert.
„Für mich persönlich wäre es nicht der richtige Weg“, sagte Evers dem „Tagesspiegel“ (Samstagausgabe). Evers ist wie Spahn mit einem Mann verheiratet.
Er sehe das ethische Spannungsfeld, in dem sich dieses Thema und die Frage nach der Legalisierung der Leihmutterschaft bewegten, sagte Evers.
„Es gibt jetzt eine schwierige politische Debatte.“
Das Thema Leihmutterschaft sei eines, „bei dem es echt schwer ist, Position zu beziehen“, sagte der CDU-Spitzenkandidat. „Ich sage ganz ehrlich: Ich glaube, wir Männer sind die Falschen, um diese Frage zu beantworten.“
Scharfe Kritik kam von Bettina Jarasch, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus.
Sie bezeichnete Spahns Verhalten gegenüber dem „Tagesspiegel“ als „bigott und heuchlerisch“. Es passe nicht zusammen, eine Leihmutter aus dem Ausland zu bezahlen „und gleichzeitig hier polemisch gegen Leihmutterschaft Politik zu machen“.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Jens Spahn (Archiv) |
Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.
Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?
- Grünen-Chef Felix Banaszak hat Jens Spahn in der Leihmutter-Diskussion zu einer persönlichen Erklärung aufgefordert und den persönlichen Widerspruch zu Spahns politischer Position betont
- Berlin CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers distanzierte sich vom Vorgehen Spahns und sagte, es wäre für ihn persönlich nicht der richtige Weg
- Bettina Jarasch kritisierte Spahns Verhalten gegenüber dem Tagesspiegel als „bigott und heuchlerisch“ und bezog sich auf die Kritik an Leihmutterschaft bei gleichzeitiger Bezahlung einer Leihmutter im Ausland
Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?
- Felix Banaszak (Grünen-Chef) fordert Jens Spahn (CDU/Unions-Fraktionschef) zu einer persönlichen Erklärung in der Leihmutter-Diskussion auf; Zeitraum ohne konkrete Frist/Zahl, Bezug auf Spahns vorheriges politisches Positionieren und sein privates Handeln
- Stefan Evers (Berliner CDU-Spitzenkandidat) distanziert sich vom Weg der Leihmutterschaft; keine konkreten Zahlen/Zeiträume, Aussage für „persönlich“ und thematisiert ein ethisches Spannungsfeld sowie eine „schwierige politische Debatte“
- Bettina Jarasch (Grünen-Fraktionsvorsitzende im Berliner Abgeordnetenhaus) kritisiert Spahns Verhalten gegenüber dem „Tagesspiegel“ als „bigott und heuchlerisch“ und nennt das gleichzeitige Bezahlen einer Leihmutter aus dem Ausland und polemische Kritik in der Politik; keine Zahlen/Fristen, Region: Berlin
Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?
- Banaszak fordert Spahn zu einer persönlichen Erklärung auf, weil privates Handeln und politische Position zur Leihmutterschaft widersprüchlich seien und vermutlich im bisherigen Agieren von Spahn ethische/inhaltliche Gründe mitgedacht wurden
- Kontext ist eine öffentliche Debatte zur möglichen Legalisierung der Leihmutterschaft mit hohem ethischem Spannungsfeld; Evers kritisiert zudem grundsätzlich, dass Männer die Frage seiner Ansicht nach nicht angemessen beantworten könnten und distanziert sich von Spahns Vorgehen
- Auslöser sind Spahns Aussagen gegenüber „Welt“-Talkformat sowie seine Kontakt-/Antwortbereitschaft, die Jarasch als „bigott und heuchlerisch“ bewertet und mit dem Vorwurf verknüpft, gleichzeitig Auslandskosten für eine Leihmutter zu tragen und politisch dagegen zu polemisieren
Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?
- Felix Banaszak fordert Jens Spahn zu einer persönlichen Erklärung auf und verlangt, dass Spahn die angesprochenen Fragen dazu auch beantwortet
- Stefan Evers äußert sich distanzierend zur Leihmutterschaft und kündigt damit eine schwierige politische Debatte an
- Bettina Jarasch übt scharfe Kritik an Spahns Verhalten und bezeichnet es als bigott und heuchlerisch
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