Fast jede zweite "Rente mit 63" geht an Frauen
Politik - aktuelle Fakten und Einordnung
Politik: Rente mit 63 in Berlin
Berlin () – Fast jede zweite abschlagsfreie „Rente mit 63“ ist in den vergangenen Jahren an eine Frau gegangen. Das geht aus der Antwort des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales auf eine schriftliche Frage der Linken-Abgeordneten Sarah Vollath hervor, über welche die „Rheinische Post“ berichtet.
Demnach entfielen laut Deutscher Rentenversicherung zwischen 2015 und 2025 im Schnitt rund 44,4 Prozent der Rentenzugänge für besonders langjährig Versicherte auf Frauen. Im vergangenen Jahr gab es insgesamt rund 262.000 neue Rentner, die nach 45 Versicherungsjahren vorzeitig in Rente gingen. Dabei profitierten etwa 145.000 Männer (55,3 Prozent) und rund 117.000 Frauen (44,7 Prozent) von der Regelung für besonders langjährig Versicherte. 2019 lag der Frauenanteil bei der sogenannten Rente mit 63 sogar bei 45,8 Prozent – der Höchstwert in der Auswertung.
Dass Schwarz-Rot die Abschaffung des früheren Renteneintritts nach 45 Beitragsjahren anstrebt, kritisierte Vollath vor diesem Hintergrund scharf. Man spreche hier über Beschäftigte, die häufig sogar mehr als 45 Jahre lang hart gearbeitet und in die Rentenkasse eingezahlt hätten. „Es kann doch nicht sein, dass die Regierung ausgerechnet bei diesen Menschen im Rentenalter kürzen und ihnen durch Abschläge noch niedrigere Renten zumuten will“, sagte sie. Schon jetzt lägen die Renten vieler Frauen nach 45 Versicherungsjahren „nur knapp oberhalb der Armutsgrenze“.
Auch der Sozialverband Deutschland (SoVD) warnte angesichts der Zahlen vor einer Abschaffung der abschlagsfreien Rente für besonders langjährig Versicherte. Dieser Schritt würde das Risiko von Altersarmut deutlich erhöhen – insbesondere für Frauen, sagte die SoVD-Vorstandsvorsitzende Michaela Engelmeier. „Wer bereits nach einem mittleren Schulabschluss ins Berufsleben eingestiegen ist und mehr als 45 Jahre gearbeitet hat, darf im Ruhestand nicht mit Abschlägen bestraft werden“, so Engelmeier.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
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Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.
Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?
- Zwischen 2015 und 2025 entfielen im Schnitt rund 44,4 Prozent der Rentenzugänge für besonders langjährig Versicherte auf Frauen
- 2019 lag der Frauenanteil bei der „Rente mit 63“ bei 45,8 Prozent als Höchstwert
- Sozialverband Deutschland und Linke kritisierten die von der Bundesregierung angestrebte Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren wegen erhöhtem Risiko von Altersarmut insbesondere für Frauen
Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?
- Betroffene Frauen in Deutschland bei der abschlagsfreien Rente mit 63 bzw besonders langjährig Versicherte mit mindestens 45 Versicherungsjahren, Frauenanteil an Rentenzugängen zwischen 2015 und 2025 im Schnitt rund 44,4 Prozent; 2019 Höchstwert 45,8 Prozent
- Betroffene nach Geschlecht in der Regelung im vergangenen Jahr: insgesamt rund 262.000 neue Rentner, davon ca 145.000 Männer (55,3 Prozent) und ca 117.000 Frauen (44,7 Prozent)
- Zeitraum und politisches Vorhaben: Abschaffung der abschlagsfreien Rente für besonders langjährig Versicherte nach 45 Beitragsjahren wird von Schwarz-Rot angestrebt, Kritik bezieht sich auf die Folgen insbesondere für Frauen mit Renten nur knapp oberhalb der Armutsgrenze
Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?
- Zwischen 2015 und 2025 entfielen laut Deutscher Rentenversicherung im Schnitt rund 44,4 Prozent der Rentenzugänge für besonders langjährig Versicherte auf Frauen; 2019 lag der Frauenanteil bei der „Rente mit 63“ bei 45,8 Prozent als Höchstwert
- Schwarz-Rot strebt laut Kritik die Abschaffung des früheren rentenfreien Eintritts nach 45 Beitragsjahren an; befürchtet werden Kürzungen durch Abschläge und dadurch niedrigere Renten, obwohl Betroffene häufig viele Jahre „hart gearbeitet“ und eingezahlt hätten
- Renten vieler Frauen lägen nach 45 Versicherungsjahren bereits nur knapp oberhalb der Armutsgrenze; der SoVD warnt vor deutlich höherem Risiko von Altersarmut, insbesondere für Frauen
Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?
- Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat auf eine schriftliche Frage der Linken-Abgeordneten Sarah Vollath eine Antwort veröffentlicht, die den Frauenanteil bei der abschlagsfreien „Rente mit 63“ für besonders langjährig Versicherte ausweist
- Die Deutsche Rentenversicherung erfasst und nennt für 2015 bis 2025 sowie für das vergangene Jahr die Verteilung der Rentenzugänge nach Geschlecht bei vorzeitigem Rentenbeginn nach 45 Versicherungsjahren
- Sozialverband Deutschland und die Linken-Abgeordnete Vollath warnen öffentlich vor der geplanten Abschaffung der abschlagsfreien Regelung und warnen vor höherem Risiko von Altersarmut, insbesondere für Frauen
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