Rheinmetall offen für Kooperation mit Ukrainern

22. Juni 2026

Wirtschaft - aktuelle Fakten und Einordnung

Rüstungskooperation zwischen Deutschland und Ukraine

() – Rund drei Monate nach den stark kritisierten Aussagen von Rheinmetall-Chef Armin Papperger zur ukrainischen Drohnenindustrie sucht Deutschlands größter Rüstungskonzern die Nähe zu ukrainischen Herstellern von weitreichenden Waffensystemen.

Papperger sagte dem „Handelsblatt“, die ukrainische Rüstungsindustrie sei sehr dynamisch. Die Unternehmen hätten innerhalb kürzester Zeit starke Fähigkeiten im Raketenbereich aufgebaut. Man sei seit Längerem in Gesprächen mit unterschiedlichen ukrainischen Rüstungsunternehmen. Unter den richtigen Voraussetzungen sei man offen für Kooperationen. Ende März hatte Papperger gegenüber dem US-Magazin „The Atlantic“ noch gesagt, dass ukrainische Drohnen nicht innovativ seien. Er bezeichnete die unbemannten Fluggeräte als „Lego-Drohnen“. Damit zog er auch die Kritik des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj auf sich.

Seit die US-Regierung die Stationierung von Tomahawk-Marschflugkörpern in abgesagt hat, sucht die Regierung nach Alternativen im Bereich weitreichender Waffensysteme. Auf der Pariser Rüstungsmesse Eurosatory hatte unter anderem der ukrainische Rüstungshersteller Fire Point mit dem Marschflugkörper „Flamingo“ eine Alternative vorgestellt. Immer mehr europäische Rüstungsunternehmen suchen nun nach Kooperationsmöglichkeiten.

Serhiy Pashinskyi, Chef des ukrainischen Rüstungsverbands Naudi, sagte, dass beide Länder von einer vertieften Kooperation profitierten. Es liefen mehrere „Deep Strike“-Projekte parallel. Vladyslav Belbas, Chef des größten privaten ukrainischen Rüstungskonzerns Ukrainian Armor, geht davon aus, dass die ukrainisch-europäische Alternative zum Tomahawk im kommenden Jahr einsatzbereit sein werde. „Es ist eine Frage des Geldes und des politischen Willens“, sagte er dem „Handelsblatt“. Beides sei nun vorhanden.

Siehe auch:  US-Börsen legen zu - Ölpreis sinkt deutlich
Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Rheinmetall (Archiv)

Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.

Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Rheinmetall-Chef Armin Papperger betont die dynamische Entwicklung der ukrainischen Rüstungsindustrie im Raketenbereich.
  • Ukrainische Rüstungsunternehmen und Rheinmetall sind an Kooperationen interessiert.
  • Ukrainische Rüstungsprojekte wie der Marschflugkörper "Flamingo" sollen als Alternativen zu Tomahawk entwickelt werden.

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • Zielgruppe: ukrainische Rüstungsunternehmen und europäische Rüstungsfirmen
  • Region: Ukraine und Deutschland
  • Fristen: ukrainisch-europäische Waffensysteme sollen im kommenden Jahr einsatzbereit sein

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Kritik an vorherigen Aussagen von Rheinmetall-Chef über ukrainische Drohnenindustrie
  • Suche nach alternatives Waffensystemen nach Absage der US-Stationierung von Tomahawk-Marschflugkörpern
  • Potenzial für Kooperation zwischen ukrainischen und europäischen Rüstungsunternehmen

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Rheinmetall sucht Kooperationen mit ukrainischen Rüstungsunternehmen im Bereich weitreichender Waffensysteme.
  • Die deutsche Regierung prüft Alternativen zu den nicht gelieferten Tomahawk-Marschflugkörpern.
  • Mehrere "Deep Strike"-Projekte laufen parallel zwischen Deutschland und der Ukraine.
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH