UNHCR sieht Asylsystem weltweit unter wachsendem Druck

24. Juli 2026

Politik - aktuelle Fakten und Einordnung

Genf: UNHCR fordert Asylschutz

Genf () – Zum 75. Jubiläum der Genfer Flüchtlingskonvention am kommenden Dienstag sieht das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR das Asylsystem weltweit unter wachsendem Druck. Anlässlich des Jahrestags ruft das UNHCR zu einem erneuten Bekenntnis zum Asylrecht, zu einer stärkeren internationalen Zusammenarbeit sowie zu mehr Unterstützung für Flüchtlinge und die sie aufnehmenden Gemeinden auf.

75 Jahre nach der Unterzeichnung der Flüchtlingskonvention am 28. Juli 1951 sei diese eines der bedeutendsten völkerrechtlichen Instrumente, die jemals verabschiedet wurden, erklärte Elizabeth Tan, Direktorin für internationalen Schutz und Lösungen beim UNHCR, am Freitag. Die Konvention habe in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg einen einfachen, aber wirkungsvollen Grundsatz verankert: Menschen, die vor Verfolgung, Konflikten oder Gewalt fliehen müssen, müssen Sicherheit und Schutz finden können.

Das weltweite Asylsystem stehe jedoch unter Druck, so Tan. Fast 70 Prozent der Flüchtlinge würden von Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen aufgenommen, von denen viele mit eigenen wirtschaftlichen und entwicklungspolitischen Herausforderungen zu kämpfen hätten. Sieben von zehn Flüchtlingen lebten fünf Jahre oder länger im Exil.

Tan ging auf Argumente ein, wonach die Konvention nicht mehr für die heutige globalisierte Welt geeignet sei. Sie entgegente, faire und effiziente Verfahren zur Feststellung des Flüchtlingsstatus würden Flüchtlinge schützen, den Aufnahmegemeinschaften Sicherheit geben und das Vertrauen in das Asylsystem bewahren. Denjenigen, die keinen Flüchtlingsschutz benötigen, solle kein Asyl gewährt werden; sie können sicher und in Würde zurückgeführt werden. Auch das sei Teil eines glaubwürdigen Asylsystems, erklärte die UNHCR-Direktorin.

Gleichzeitig müsse die Grenzverwaltung weiterhin auf dem Schutzprinzip beruhen. Das UN-Flüchtlingshilfswerk zeigte sich besorgt über Praktiken, die den Zugang zu Asyl einschränken, darunter Zurückweisungen, die Verweigerung des Zugangs zum Hoheitsgebiet und Zwangsrückführungen.

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Tan beklagte, dass das UNHCR Ende Juni nur zu 31 Prozent finanziert war. Wesentliche Hilfsleistungen für Menschen, die zur Flucht gezwungen sind, seien deshalb derzeit eingeschränkt.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: UNHCR (Archiv)

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Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • UNHCR sieht das weltweite Asylsystem unter wachsendem Druck und ruft zum erneuten Bekenntnis zum Asylrecht, zu stärkerer internationaler Zusammenarbeit sowie zu mehr Unterstützung für Flüchtlinge und Aufnahmegemeinden auf
  • UNHCR widerspricht der Kritik, die Flüchtlingskonvention sei für die heutige Welt nicht mehr geeignet, und betont faire und effiziente Verfahren sowie keine Asylgewährung für Personen ohne Flüchtlingsschutz mit zugleich sicherer und würdevoller Rückführung
  • UNHCR war Ende Juni nur zu 31 Prozent finanziert, wodurch wesentliche Hilfsleistungen derzeit eingeschränkt sind

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • Weltweite Zielgruppen: Flüchtlinge und aufnehmende Gemeinden; Asylsystem steht unter wachsendem Druck durch Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen; fast 70 Prozent der Flüchtlinge werden dort aufgenommen; sieben von zehn Flüchtlingen leben fünf Jahre oder länger im Exil; Grenzverwaltung soll weiterhin auf Schutzprinzip beruhen (betroffen sind Praktiken wie Zurückweisungen und Zwangsrückführungen)
  • Zeitraum/Zahlen/Fristen: 75. Jubiläum der Genfer Flüchtlingskonvention am 28. Juli 1951; Jahrestag am kommenden Dienstag; UNHCR war Ende Juni nur zu 31 Prozent finanziert, wodurch wesentliche Hilfsleistungen derzeit eingeschränkt sind

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Wachsender weltweiter Druck auf das Asylsystem durch ungleiche Aufnahme: Fast 70 Prozent der Flüchtlinge werden von Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen aufgenommen, die eigene wirtschaftliche und entwicklungspolitische Herausforderungen haben
  • Lange Exilzeiten: Sieben von zehn Flüchtlingen leben fünf Jahre oder länger im Exil, was zusätzlichen Unterstützungsbedarf und Belastungen für Aufnahmegemeinden erhöht
  • Gründe/auslösende Entwicklungen im Asylvollzug und Finanzierung: Zurückweisungen, Verweigerung des Zugangs zum Hoheitsgebiet und Zwangsrückführungen schränken den Zugang zu Asyl ein; Ende Juni nur 31 Prozent Finanzierung, dadurch eingeschränkte Hilfsleistungen

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • UNHCR ruft zu einem erneuten Bekenntnis zum Asylrecht sowie zu stärkerer internationaler Zusammenarbeit auf
  • UNHCR verlangt faire und effiziente Verfahren zur Feststellung des Flüchtlingsstatus und betont, dass ohne Schutzbedürfnis keine Asylgewährung erfolgen soll
  • UNHCR fordert, dass Grenzverwaltung weiter auf dem Schutzprinzip basiert und kritisiert Praktiken wie Zurückweisungen, Verweigerung des Zugangs zum Hoheitsgebiet und Zwangsrückführungen
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