Studie: Gesündere Ernährung ist Schlüssel zu weltweiter Agrarwende
Vermischtes - aktuelle Fakten und Einordnung
Potsdam: Ernährungspolitik für Klimaschutz
Potsdam () – Eine gesündere und nachhaltigere Ernährung weltweit könnte die Landwirtschaft grundlegend verändern. Das geht aus einer Studie hervor, die in der Fachzeitschrift „Nature“ veröffentlicht wurde. Die Untersuchung, die von der Cornell University geleitet und unter anderem vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) unterstützt wurde, zeigt, dass eine Ernährungswende bis 2050 den Viehbestand verringern und den Flächenverbrauch senken könnte.
Der letzte Bericht der EAT-Lancet-Kommission aus dem Jahr 2025 stellte fest, dass eine globale Einführung der „Planetary Health Diet“ jährlich rund 15 Millionen vorzeitige Todesfälle bei Erwachsenen verhindern könnte. Zudem verursacht das aktuelle Ernährungssystem den Forschern zufolge derzeit etwa ein Drittel der menschengemachten Treibhausgasemissionen. Ein internationales Forschungsteam verglich zwei Szenarien bis 2050: ein „Business-as-usual“-Szenario und ein Transformationsszenario mit gesunden Ernährungsweisen und reduzierter Lebensmittelverschwendung.
Hermann Lotze-Campen, Leiter der Forschungsabteilung Klimaresilienz am PIK und Co-Autor der Studie, sagte, dass die Fortsetzung des derzeitigen Kurses die teurere Option sei. „Eine wachsende Weltbevölkerung bis 2050 mit gesunder Ernährung zu versorgen, würde den Gesamtwert der landwirtschaftlichen Produktion in etwa auf dem Niveau von 2020 halten und gleichzeitig die Umwelt- und Gesundheitskosten im Vergleich zu einem Business-as-usual-Szenario senken.“
Eine Transformation könnte den Studienautoren zufolge die landwirtschaftliche Flächennutzung um neun Prozent und den Produktionswert der Tierhaltung um 60 Prozent verringern. „Die gesamte landwirtschaftliche Produktion läge um 17 Prozent unter dem Business-as-usual-Szenario, was vor allem auf Veränderungen in der Viehwirtschaft zurückzuführen ist“, sagte Hauptautor Matt Gibson.
Die Netto-CO2-Emissionen aus landwirtschaftlich bedingten Landnutzungsänderungen könnten laut Studie um 76 Prozent sinken. Zugleich würden die direkten Methan- und Lachgas-Emissionen aus der landwirtschaftlichen Produktion um ein Drittel zurückgehen.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Mähdrescher (Archiv) |
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Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?
- Ernährungswende bis 2050 könnte Viehbestand verringern und Flächenverbrauch senken; dabei würde sich die Netto-CO2-Emission aus landwirtschaftlich bedingten Landnutzungsänderungen um 76 Prozent reduzieren und Methan- sowie Lachgasemissionen um ein Drittel senken
- Transformation bis 2050 könnte die landwirtschaftliche Flächennutzung um 9 Prozent und den Produktionswert der Tierhaltung um 60 Prozent verringern; die gesamte landwirtschaftliche Produktion läge dann 17 Prozent unter dem Business-as-usual-Szenario
- Fortsetzung des bisherigen Kurses wurde als teurere Option bewertet; zusätzlich wird für die „Planetary Health Diet“ (EAT-Lancet-Kommission 2025) angegeben, dass eine globale Einführung jährlich rund 15 Millionen vorzeitige Todesfälle bei Erwachsenen verhindern könnte
Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?
- Betroffen sind global Landwirtschaft, Viehbestand und das weltweite Ernährungssystem; Zeitraum bis 2050; Verringerung Flächennutzung um 9 Prozent und Produktionswert Tierhaltung um 60 Prozent, Gesamtproduktion 17 Prozent unter Business-as-usual, Netto-CO2 aus Landnutzungsänderungen minus 76 Prozent sowie Methan und Lachgas aus Landwirtschaft jeweils um etwa ein Drittel
- Betroffen sind Erwachsene weltweit; bei globaler Einführung der Planetary Health Diet könnten jährlich rund 15 Millionen vorzeitige Todesfälle verhindert werden; aktuelle Ernährungssysteme verursachen etwa ein Drittel der menschengemachten Treibhausgasemissionen
- Betroffen sind indirekt Regionen/Institute: globale Szenarien zur Landwirtschaft mit Beteiligung von Cornell University und dem Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) mit Referenz auf die EAT-Lancet-Kommission (Bericht 2025)
Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?
- Ernährungswende bis 2050 könnte Viehbestand reduzieren und Flächenverbrauch senken; sie würde zugleich die landwirtschaftlichen Umwelt- und Gesundheitskosten gegenüber einem Business-as-usual-Szenario verringern
- Kontext ist das bestehende globale Ernährungssystem, das etwa ein Drittel menschengemachter Treibhausgasemissionen verursacht und nach EAT-Lancet-Kontext jährlich viele vorzeitige Todesfälle verhindern könnte; Ziel ist ein Transformationsszenario mit gesunden Ernährungsweisen und reduzierter Lebensmittelverschwendung
- Auslöser/Hintergrund der Ergebnisse sind Szenarienvergleiche bis 2050 und die Annahme steigender Weltbevölkerung; dabei würden Netto-CO2 aus Landnutzungsänderungen deutlich sinken und Methan sowie Lachgas in der Landwirtschaft um ein Drittel zurückgehen
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