Grünen-Politiker Dahmen will Deutschland notfalls mit der Waffe verteidigen

11. Juli 2026

Politik - aktuelle Fakten und Einordnung

Gesellschaft & Bundeswehr in

Berlin () – Der gesundheitspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Janosch Dahmen, will notfalls mit der Waffe verteidigen. Dahmen hat seine frühere Wehrdienstverweigerung zurückgezogen und ist seit Kurzem Reservist der Bundeswehr, berichtet der „Spiegel“.

„Meine Überzeugung war und ist: Ich will keinen Menschen töten. Doch ich muss anerkennen, die Zeiten und Rahmenbedingungen, vor denen ich diese Gewissensentscheidung verantworten muss, haben sich geändert“, erklärte Dahmen. Der Unfall- und Notmediziner absolvierte im Juni nach eigenen Angaben eine mehrtägige Übung im Sanitätslehrregiment im bayerischen Feldkirchen und legte in Straubing öffentlich das Gelöbnis ab.

Spätestens durch den Angriffskrieg Russlands unter Präsident Wladimir Putin im Februar 2022 auf die sei ihm klar geworden: „Es kann nicht nur die Aufgabe der anderen sein, unser schützenswertes Land und unsere freie, liberale Gesellschaft zu verteidigen, wenn sie von ihren Feinden angegriffen wird“, begründete der 44-Jährige seinen Entschluss.

Der Grünen-Bundestagsabgeordnete wirbt auch in seiner Partei und Fraktion für einen neuen Umgang mit der Bundeswehr. Derzeit wird in einer Projektgruppe der Bundestagsfraktion über das Für und Wider von Freiwilligen- und Pflichtdiensten beraten. „Ich bin für einen allgemeinen Gesellschaftsdienst. Alle Menschen, Männer und Frauen, sollten diesen nach der Schule für sechs bis zwölf Monate leisten. Entweder bei der Bundeswehr oder bei einer Hilfsorganisation, dem Bevölkerungsschutz oder einer sozialen Einrichtung“, schlug Dahmen vor.

Diese gleichwertigen Gesellschaftsdienste sollten laut Dahmen keine einmalige Sache am Ende der Schulzeit bleiben. „Jeder sollte beispielsweise alle sechs Jahre für sechs Wochen zurück in den jeweiligen Bereich gehen. Wir können es nicht nur der jungen Generation zur Aufgabe machen, für Wehrhaftigkeit und Resilienz zu sorgen“, so Dahmen weiter.

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Auf dem Bundesparteitag in im Herbst vergangenen Jahres hatten sich die Grünen mit knapper Mehrheit für die verpflichtende Musterung von jungen Männern ausgesprochen, wie sie jetzt auch das neue Wehrgesetz für die Jahrgänge ab 2008 vorsieht. Weitere Dienstmodelle, wie sie innerhalb der Grünen kursieren, wurden damals nicht beraten.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Janosch Dahmen (Archiv)

Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.

Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Janosch Dahmen (Grünen-Bundestagsfraktion) hat seine frühere Wehrdienstverweigerung zurückgezogen und ist seit Kurzem Reservist der Bundeswehr
  • Er absolvierte im Juni eine mehrtägige Übung im Sanitätslehrregiment in Feldkirchen und legte in Straubing öffentlich das Gelöbnis ab
  • Dahmen fordert einen allgemeinen Gesellschaftsdienst für alle Menschen nach der Schule (6 bis 12 Monate) sowie regelmäßige Rückkehr in den Bereich alle sechs Jahre (für 6 Wochen)

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • Janosch Dahmen (Grünen-Bundestagsfraktion) betrifft Deutschland bundesweit durch den Vorschlag für allgemeine Gesellschaftsdienste als Alternative/Ergänzung zu Wehrpflicht; Zeitraum nach der Schule für 6 bis 12 Monate; danach alle 6 Jahre jeweils 6 Wochen
  • Junge Männer/Jahrgänge ab 2008 in Deutschland betreffen Diskussionen zur verpflichtenden Musterung gemäß neuem Wehrgesetz; Musterung als Frist/Regelung ab den genannten Jahrgängen
  • Potenziell alle Menschen Männer und Frauen in Deutschland betroffen durch geforderte Ausgestaltung des Dienstes nach der Schule bei Bundeswehr oder Hilfsorganisation, Bevölkerungsschutz oder sozialen Einrichtungen sowie Zurückgehen in den Bereich alle 6 Jahre für 6 Wochen

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Zeiten und Rahmenbedingungen für seine frühere Gewissensentscheidung hätten sich geändert; er will keinen Menschen töten, akzeptiert aber jetzt die Notwendigkeit der Verteidigung Deutschlands
  • Hintergrund ist der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine seit Februar 2022, wodurch ihm klar geworden sei, dass Verteidigung nicht allein Aufgabe anderer sein kann
  • Auslöser für seine Neuausrichtung war eine mehrtägige Übung im Sanitätslehrregiment im Juni sowie das öffentliche Ablegen des Gelöbnisses; zudem setzt er sich für einen allgemeinen Gesellschaftsdienst mit wiederkehrenden Einsätzen ein

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Janosch Dahmen (Grünen-Bundestagsfraktion) wirbt für einen allgemeinen Gesellschaftsdienst nach der Schule von sechs bis zwölf Monaten als gleichwertige Alternative zu Wehrpflicht/Freiwilligendienst
  • Dahmen fordert, dass dieser Dienst nicht einmalig bleibt, sondern etwa alle sechs Jahre für sechs Wochen in den jeweiligen Bereich zurückkehrt
  • Die Projektgruppe der Grünen-Bundestagsfraktion berät über das Für und Wider von Freiwilligen- und Pflichtdiensten im Zusammenhang mit dem neuen Wehrgesetz und der verpflichtenden Musterung
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