Türkische Gemeinde kritisiert monatelange Wartezeiten für Visa

19. Juni 2026
Türkische Gemeinde kritisiert monatelange Wartezeiten für Visa

Politik - aktuelle Fakten und Einordnung

Gesellschaft: Visa-Wartezeiten in Deutschland und Türkei

() – Die Türkische Gemeinde in (TGD) kritisiert die monatelangen Wartezeiten für Visa bei den deutschen Vertretungen in der und fordert schnelle Abhilfe. Die aktuelle Visapraxis sei auf keinen Fall akzeptabel, denn sie sei direkt mit persönlichen Schicksalen verbunden, sagte der TGD-Bundesvorsitzende Gökay Sofuoglu dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. Nach Angaben der deutschen Auslandsvertretungen in der Türkei kann die Wartezeit für Schengen-Visa inzwischen bis zu elf Monate betragen.

Manche Menschen könnten nicht einmal an der Trauerfeier ihrer eigenen Angehörigen teilnehmen, sagte Sofuoglu. Andere verpassten Hochzeiten oder wichtige familiäre Ereignisse. Lange Wartezeiten und hohe bürokratische Hürden erschwerten Besuche von Eltern, Großeltern oder Kindern aus der Türkei. Viele Familien erlebten Trennungen über Monate oder Jahre.

Kulturelle Veranstaltungen seien betroffen, weil Künstler keine Visa erhielten und Konzerte abgesagt werden müssten. Auch Wissenschaftler und Unternehmer mit türkischem Hintergrund könnten Projekte mit Partnern in der Türkei häufig nur eingeschränkt umsetzen. Langfristig fordert die TGD die Aufhebung der Visumpflicht für türkische Staatsbürger. Bis dahin brauche es eine faire, transparente und schnelle Visapraxis, sagte Sofuoglu.

Die Parlamentarische Geschäftsführerin und Migrationsexpertin der Grünen-Bundestagsfraktion, Filiz Polat, übte ebenfalls Kritik. Familien erlebten, dass selbst Besuche zu Hochzeiten, Beerdigungen oder bei Krankheitsfällen an monatelangen Wartezeiten scheiterten, sagte Polat dem RND. Sie selbst habe entsprechende Erfahrungen in der eigenen Familie gemacht. Für sie sei nachvollziehbar, dass inzwischen viele Antragsteller diesen Zustand nicht mehr nur als Bürokratie, sondern als Demütigung empfänden.

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Polat sagte weiter: „Das Problem ist nicht mehr nur bürokratisch – es ist politisch.“ Beim Thema Visa gebe es einen grundlegenden Widerspruch. Deutschland werbe weltweit um Fachkräfte, Studierende und Investoren – behandle aber gleichzeitig viele Antragsteller und vor allem ihre Familien weiterhin so, als seien sie in erster Linie ein Sicherheits- oder Migrationsrisiko. Hinzu kämen Personalmangel sowie überlastete Botschaften und Konsulate.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Deutsche Botschaft im Ausland (Archiv)

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Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • TGD kritisiert monatelange Wartezeiten für Visa bei deutschen Vertretungen in der Türkei, aktuell bis zu elf Monate.
  • Lange Wartezeiten beeinträchtigen familiäre Anlässe wie Hochzeiten und Trauerfeiern, führen zu Trennungen.
  • TGD fordert langfristig die Aufhebung der Visumpflicht für türkische Staatsbürger und sofortige Verbesserung der Visapraxis.

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • Betroffene: Türkische Staatsbürger, insbesondere Familienangehörige
  • Region: Deutschland und Türkei
  • Wartezeiten: Bis zu 11 Monate für Schengen-Visa; langfristig gefordert: Aufhebung der Visumpflicht

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Kritik an langen Wartezeiten für Visa in der Türkei
  • Forderung nach schnellerer, fairer und transparenter Visapraxis
  • Aufhebung der Visumpflicht für türkische Staatsbürger langfristig gefordert
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