Studie: Ohne technischen Fortschritt schrumpft deutsche Wirtschaft

23. Juli 2026

Bayern - Regional - aktuelle Fakten und Einordnung

Wirtschaft in : Prognos-Daten

() – Laut einer Studie des Forschungsinstituts Prognos für die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (VBW) wird die deutsche Wirtschaft aller Voraussicht nach bis zur Mitte des Jahrhunderts nur sehr verhalten wachsen – und selbst das nur, wenn die Unternehmen sehr viel stärker als bisher digitale Lösungen, Künstliche Intelligenz (KI) und weitere technologische Innovationen in ihre Produktion einbauen. Das berichtet die „Süddeutsche Zeitung“ (Donnerstagausgabe).

Da wegen zu geringer Geburtenraten immer weniger Menschen für den hiesigen Arbeitsmarkt zur Verfügung stünden und zugleich die Fertigung schon heute stark maschinell geprägt sei, werde der technische Fortschritt zunehmend zur einzigen Wachstumsquelle, heißt es in der Untersuchung.

Ohne technischen Fortschritt würde die deutsche Volkswirtschaft in den kommenden Dekaden also schrumpfen.

Konkret gehen die Prognos-Ökonomen davon aus, dass die gesamtwirtschaftliche Leistung bis 2045 im Schnitt um lediglich 0,9 Prozent pro Jahr zulegen wird. Dabei erklären die Forscher, dass diese Schätzung nicht einfach eine automatische Fortschreibung vergangener Wachstumsmuster sei.

Vielmehr habe man bereits eingerechnet, dass nicht nur besagter Technologiesprung gelingen, sondern auch die Politik die zentralen strukturellen Herausforderungen zumindest teilweise bewältigen werde. Dazu zählt die Annahme, dass vermehrt Arbeitsanreize etwa für Frauen und Rentner gesetzt werden, um den Rückgang der Beschäftigtenzahl zumindest zu verlangsamen.

Die Prognos-Forscher machen in ihrer Studie zudem deutlich, dass sich die gesamte Wirtschaftsstruktur des Landes erheblich verändern wird.

In Deutschland würden künftig andere Waren und Dienstleistungen erstellt als heute, und die Menschen würden in anderen Bereichen arbeiten, heißt es in der Untersuchung. Zentrale Treiber dieses Strukturwandels seien die Digitalisierung, die notwendige Dekarbonisierung der Wirtschaft, der demografische und der geopolitische Wandel sowie eine veränderte internationale Arbeitsteilung.

Global betrachtet werden sich die Gewichte der Prognos-Studie zufolge weiter zugunsten der Schwellenländer verschieben.

Bereits 2045 werde etwa die Hälfte des globalen Bruttoinlandsprodukts auf diese Volkswirtschaften entfallen. Dabei profitierten asiatische Staaten wie und , aber auch manche Länder Afrikas von einer jüngeren Bevölkerung, der zunehmenden Erschließung ländlicher Regionen sowie wachsenden Investitionen in die Infrastruktur.

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Ein bedeutender Wachstumsmotor werde auch bleiben.

Zwar lasse die Dynamik infolge der Alterung und struktureller Anpassungen auch hier nach, dennoch werde die Volksrepublik bei Betrachtung des realen Bruttoinlandsprodukts noch in diesem Jahrzehnt an der Europäischen Union vorbeiziehen. Die USA hingegen könnten ihre wirtschaftliche Vormachtstellung gegenüber dem fernöstlichen Rivalen knapp behaupten.

Damit zeichne sich langfristig ein Zeitalter wirtschaftlicher Bipolarität zwischen den USA und China ab, so die Forscher. Die EU bilde einen dritten Pol, mit der Dominanz der beiden Großmächte könne diese aber nicht mithalten.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Roboteranlage in der Industrieproduktion (Archiv)

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Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Studie des Forschungsinstituts Prognos für die VBW: Deutsches Wirtschaftswachstum bis Mitte des Jahrhunderts voraussichtlich nur sehr verhalten, abhängig davon, dass Unternehmen deutlich stärker digitale Lösungen, KI und technologische Innovationen in die Produktion einbauen
  • Ohne technischen Fortschritt erwartet die Studie in den kommenden Dekaden Schrumpfung der deutschen Volkswirtschaft
  • Prognose: Gesamte Wirtschaftsleistung legt bis 2045 im Schnitt nur um 0,9 Prozent pro Jahr zu; Politik wird laut Annahme teils strukturelle Herausforderungen bewältigen, darunter mehr Arbeitsanreize für Frauen und Rentner zur Verlangsamung des Beschäftigungsrückgangs

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • Deutsche Wirtschaft insgesamt; Zielgruppen: Unternehmen in Deutschland (Produktion), Politik, Arbeitsmarkt; Prognose bis Mitte des Jahrhunderts nur sehr verhaltenes Wachstum, ohne technischen Fortschritt Schrumpfung; Wachstum bis 2045 im Schnitt nur 0,9 Prozent pro Jahr; zentrale Hebel: deutlich mehr digitale Lösungen, KI und technologische Innovationen sowie teils mehr Arbeitsanreize (z. B. für Frauen und Rentner) um Rückgang der Beschäftigtenzahl zu verlangsamen
  • Regionale Wirtschaftsverschiebung global; Zielgruppen: Schwellenländer insgesamt, besonders Asien (Indien, Indonesien) und Teile Afrikas; Frist/Zeitraum: bereits 2045 entfällt etwa die Hälfte des globalen Bruttoinlandsprodukts auf Schwellenländer; Wachstumstreiber: jüngere Bevölkerung, Erschließung ländlicher Regionen, steigende Infrastrukturinvestitionen
  • Globale Machtkonstellation; Regionen: USA, China, EU; Zeitraum: langfristig mit Zeitalter wirtschaftlicher Bipolarität zwischen USA und China, EU als dritter Pol; konkrete Einordnung: China kann noch in diesem Jahrzehnt beim realen BIP an der EU vorbeiziehen, USA können die Vormachtstellung gegenüber China knapp behaupten

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Zu geringe Geburtenraten führen zu weniger Menschen für den Arbeitsmarkt, während die Fertigung bereits stark maschinell geprägt ist und deshalb ohne technischen Fortschritt schrumpfende Wirtschaftsleistung droht
  • Auslöser/Erfordernis sind ein stärkerer Ausbau digitaler Lösungen, KI und technologischer Innovationen in der Produktion sowie politisches Gegensteuern durch mehr Arbeitsanreize für Frauen und Rentner zur Verlangsamung des Beschäftigtenrückgangs
  • Kontext ist ein Strukturwandel der deutschen Wirtschaft durch Digitalisierung, Dekarbonisierung, demografischen und geopolitischen Wandel sowie veränderte internationale Arbeitsteilung; global verschieben sich die Gewichte zugunsten von Schwellenländern, u.a. Indien, Indonesien und Teile Afrikas, während China als Wachstumsmotor bleibt und langfristig eine Bipolarität USA–China mit der EU als drittem Pol entsteht

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Politik soll zentrale strukturelle Herausforderungen zumindest teilweise bewältigen und dabei vermehrt Arbeitsanreize setzen, etwa für Frauen und Rentner, um den Rückgang der Beschäftigtenzahl zu verlangsamen
  • Politik soll einen Technologiesprung ermöglichen, damit Unternehmen deutlich stärker digitale Lösungen und KI in ihre Produktion einbauen können
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH