Spahn-Nachfolge: Merz und Söder beanspruchen Vorschlagsrecht

22. Juli 2026

Politik - aktuelle Fakten und Einordnung

Politik in : CDU/CSU-Fraktion vor Neuwahl

Berlin () – Das politische Berlin erwartet mit Spannung einen offiziellen Kandidaten-Vorschlag für den Chefposten der CDU/CSU-Bundestagsfraktion – intern geht es unterdessen offensichtlich weiterhin heiß her.

Bundeskanzler und Parteichef Friedrich Merz (CDU) soll bei der Präsidiumssitzung am Montag unmissverständlich klar gemacht haben, dass er gemeinsam mit CSU-Chef Markus Söder alleine die Person vorschlagen werde, die dem zurückgetretenen Jens Spahn (CDU) nachfolgen soll, hieß es am Dienstag in informierten Kreisen. Ein solches Vorschlagsrecht steht in der Geschäftsordnung der Unionsfraktion, trotzdem könnten problemlos auch andere Kandidaten antreten.

Dass es dazu kommt, gilt aber derzeit wohl als eher unwahrscheinlich. „Im Grunde ist allen bewusst, dass bei der Wahl alles glattlaufen sollte“, heißt es von einem Insider. Merz werde aber versuchen, weiter Personen zu fördern, die ihm nicht gefährlich werden. Ob die Fraktion das mitmacht, ist aber unsicher.

Ansprechpartner für Merz und Söder sind in dieser Sache derzeit neben Alexander Hoffmann (CSU), der die Fraktion als erster Stellvertreter kommissarisch führt, der Erste Parlamentarische Geschäftsführer Steffen Bilger (CDU). „Dort laufen alle Drähte zusammen, für die CDU vor allem weiterhin bei Bilger“, heißt es. Offensichtlich gibt es zwischen Merz, Söder, Hoffmann, Bilger und den Chefs der Landesgruppen, mit denen ebenfalls bereits Schaltkonferenzen liefen, weiter erheblichen Verhandlungsbedarf, sonst läge ein Kandidaten-Vorschlag wohl schon auf dem Tisch.

Für alternative Bewerber wäre es angesichts der bereits begonnenen Sommerpause aber auch extrem schwierig, sich an den Parteispitzen vorbei warm zu laufen. „Und die Frage lautet auch, wer will sich diesen Knochenjob aktuell überhaupt antun?“, hört man aus informierten Kreisen.

Öffentlich äußern will sich jedenfalls kaum jemand, selbst die stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden – in der Theorie eigentlich die natürlichen Kandidaten – bleiben extrem schmallippig: Die Büros von Mathias Middelberg und Sepp Müller teilten der auf Anfrage immerhin noch freundlich mit, kein Statement abgeben zu wollen, die anderen neun einfachen Stellvertreter (Günter Krings, Anja Weisgerber, Carsten Linnemann, Norbert Röttgen, Klaus Mack, Inge Gräßle, Stephan Stracke, Patricia Lips und Albert Stegemann) sagten gar nichts.

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Klar ist dafür, dass viele der 208 CDU/CSU-Bundestagsabgeordneten nicht glücklich über die für kommenden Mittwoch (29. Juli) um 14 Uhr angesetzte Sondersitzung der Fraktion sind, in der ein Nachfolger für Spahn gewählt werden soll. Einige seien regelrecht sauer, weil sie die Reisekosten für die Anreise selber tragen und ihren wohlverdienten Urlaub unterbrechen müssen, heißt es aus den informierten Kreisen. Das Thema „Digitalisierung“ könnte daher auch fraktionsintern in naher Zukunft auf die Tagesordnung kommen.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Friedrich Merz und Markus Söder (Archiv)

Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.

Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Merz und Söder sollen bei der Präsidiumssitzung am Montag intern klar gemacht haben, dass sie gemeinsam alleine die Person als Nachfolger für Jens Spahn vorschlagen wollen
  • Trotz grundsätzlich möglicher weiterer Kandidaturen gilt ein alternativer Vorschlagsweg derzeit als unwahrscheinlich, da erwartet wird, dass die Wahl „glattlaufen“ soll
  • Mehrere Abgeordnete zeigen sich unzufrieden mit der für Mittwoch (29. Juli) um 14 Uhr anberaumten Sondersitzung, unter anderem wegen der selbst zu tragenden Reisekosten, und „Digitalisierung“ könnte fraktionsintern kurzfristig auf die Tagesordnung kommen

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • Friedrich Merz (CDU) und Markus Söder (CSU) sollen bei der Präsidiumssitzung am Montag gemeinsam allein einen Kandidaten für den Chefposten der CDU/CSU-Bundestagsfraktion nach dem zurückgetretenen Jens Spahn (CDU) vorschlagen; daneben sind Steffen Bilger (CDU), Alexander Hoffmann (CSU) sowie Verhandler mit Landesgruppen beteiligt; Zielgruppe ist das politische Berlin bzw. die Unionsfraktion und deren Abgeordneten und Führungsebene; die konkrete Frist ist die am kommenden Mittwoch (29. Juli) um 14 Uhr angesetzte Sondersitzung zur Wahl eines Nachfolgers
  • 208 CDU/CSU-Bundestagsabgeordnete sind betroffen, weil viele nicht glücklich sind über die Sondersitzung am 29. Juli 14 Uhr und teils ihren Urlaub unterbrechen müssen sowie Reisekosten für die Anreise selbst tragen; Konflikt-/Druckniveau wird als „sauer“ bzw. frustrierend beschrieben und könnte das Thema „Digitalisierung“ künftig fraktionsintern auf die Tagesordnung bringen

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Geschäftsordnung der Unionsfraktion sieht ein Vorschlagsrecht vor, weshalb Merz und Söder als maßgebliche Ansprechpersonen den Kandidaten für den Posten des nach dem Rücktritt von Jens Spahn vakanten Fraktionsvorsitz-Nachfolge vorschlagen wollen, während andere Kandidaturen zwar möglich wären, derzeit aber als unwahrscheinlich gelten
  • Hintergrund sind laufende interne Verhandlungen und Abstimmungen zwischen Merz, Söder, CSU-Chef Markus Söder, CSU-interim führendem Alexander Hoffmann sowie CDU-Vertretern wie Steffen Bilger und Chefs der Landesgruppen, was auf noch fehlende Einigkeit hindeutet
  • Auslöser und Kontext sind die für Mittwoch (29. Juli) um 14 Uhr angesetzte Sondersitzung zur Wahl eines Nachfolgers, wobei viele Abgeordnete verärgert sind, weil sie Reisekosten für die Anreise selbst tragen und den Urlaub unterbrechen müssen, wodurch zusätzlich Themen wie „Digitalisierung“ fraktionsintern wahrscheinlicher werden

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Merz und Söder sollen bei der Präsidiumssitzung am Montag festlegen, dass sie gemeinsam allein die Person vorschlagen, die Jens Spahn als Chef der CDU/CSU-Bundestagsfraktion nachfolgen soll
  • Die Fraktion soll am 29. Juli um 14 Uhr in einer Sondersitzung einen Nachfolger für Spahn wählen
  • Parallel laufen Schaltkonferenzen und Abstimmungen zwischen Merz, Söder, Hoffmann, Bilger sowie den Chefs der Landesgruppen, während alternative Kandidaturen derzeit als unwahrscheinlich gelten
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