Regierung legt neue Start-up-Strategie vor – Schwerpunkt Rüstung

21. Juli 2026

Wirtschaft - aktuelle Fakten und Einordnung

Wirtschaftspolitik: Start-up-Finanzierung in

Berlin () – Die Bundesregierung will mit ihrer Start-up-Strategie den Zugang junger Unternehmen zu Kapital verbessern. „ mangelt es aber nicht an Kapital – es mangelt an seiner wirksamen Allokation“, sagte Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) der „Welt“ (Mittwochausgabe) und dem Onlinemagazin „Gründerszene“.

Nur rund 0,15 Prozent des Bruttoinlandsprodukts würden hierzulande in Wagniskapital fließen, „verglichen mit rund 0,8 Prozent in den USA“, so Reiche. „Deshalb müssen wir mehr privates Kapital mobilisieren.“

Über das Altersvorsorge-Reformgesetz sei Wagniskapital erstmals als mögliche Anlageform in der privaten Altersvorsorge verankert worden. In der Strategie, die am Mittwoch vom Kabinett verabschiedet werden soll, wird unter der Überschrift „Venture Capital in der Altersvorsorge“ auch der geplante kapitalgedeckte Anteil der gesetzlichen Rente genannt.

Ein Schwerpunkt der Strategie sind Investitionen in Rüstungs-Start-ups. In diesem Bereich plant die Bundesregierung direkte Staatsbeteiligungen etwa an Drohnenherstellern über die KfW. „Start-ups müssen deutlich stärker an den Investitionen in Sicherheit und Verteidigung beteiligt werden. Deutschland spielt hier in der globalen Liga ganz oben mit“, sagte die Ministerin. Unternehmen wie Quantum Systems, Tytan oder Stark zeigten, wie schnell Start-ups neue Fähigkeiten entwickeln und in die Anwendung bringen könnten.

Deshalb werde ein neues Instrument geschaffen, mit dem sich der Bund direkt an Start-ups und Scale-ups mit militärisch nutzbaren Produkten und Dienstleistungen beteiligen könne. Zur Stärkung des Kapitalmarkts sollen außerdem die Zusagen der „WIN-Initiative“ für Wagniskapital auf mehr als 25 Milliarden Euro verdoppelt werden.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Quantum Systems (Archiv)

Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.

Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Bundesregierung verabschiedet am Mittwoch eine Start-up-Strategie mit dem Ziel, den Zugang junger Unternehmen zu Kapital zu verbessern, da in Deutschland Wagniskapital (0,15% des BIP) deutlich geringer fließt als in den USA (0,8%)
  • Wagniskapital wurde erstmals als mögliche Anlageform in der privaten Altersvorsorge über das Altersvorsorge-Reformgesetz verankert; in der Strategie wird zudem der geplante kapitalgedeckte Anteil der gesetzlichen Rente genannt
  • Bundesregierung plant Investitionen in Rüstungs-Start-ups über direkte Staatsbeteiligungen etwa mittels KfW sowie ein neues Instrument für direkte Bundsbeteiligungen an militärisch nutzbaren Start-ups/Scale-ups; Zusagen der WIN-Initiative für Wagniskapital sollen von 25 Milliarden Euro verdoppelt werden

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • Junge Unternehmen/Start-ups und Scale-ups in Deutschland sollen durch die Start-up-Strategie besseren Zugang zu Wagniskapital erhalten; Zielgröße: Wagniskapital künftig stärker mobilisieren, aktuell nur ca 0,15 Prozent des Bruttoinlandsprodukts in DE vs ca 0,8 Prozent in den USA, außerdem Verdopplung der WIN-Initiative-Zusagen auf mehr als 25 Milliarden Euro
  • Bereich Verteidigung/Rüstungs-Start-ups in Deutschland: stärkere Beteiligung an Investitionen in Sicherheit und Verteidigung, direkte Staatsbeteiligungen über die KfW etwa an Drohnenherstellern; neues Instrument für direkte Bundesbeteiligung an Start-ups und Scale-ups mit militärisch nutzbaren Produkten und Dienstleistungen
  • Zeitrahmen: Strategie soll am Mittwoch vom Kabinett verabschiedet werden, Wagniskapital wurde bereits über das Altersvorsorge-Reformgesetz erstmals als mögliche Anlageform in der privaten Altersvorsorge verankert

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Bundesregierung will Start-up-Strategie verbessern, um Zugang junger Unternehmen zu Kapital zu erleichtern; Begründung: zu geringer Anteil von Wagniskapital am Bruttoinlandsprodukt (0,15 Prozent) gegenüber USA (0,8 Prozent) und fehlende wirksame Allokation trotz vorhandenen Kapitals
  • Wagniskapital wird über Altersvorsorge-Reformgesetz erstmals als mögliche Anlageform in der privaten Altersvorsorge verankert; Strategie umfasst zudem kapitalgedeckten Anteil der gesetzlichen Rente und nennt damit altersvorsorgebezogenen Kontext/Anlass
  • Auslöser und Kontext für Schwerpunkt: Investitionen in Rüstungs-Start-ups; geplanter Ausbau über direkte Staatsbeteiligungen (u.a. über KfW), neues Instrument für direkte Beteiligungen an Start-ups/Scale-ups mit militärisch nutzbaren Produkten, sowie Verdopplung der WIN-Initiative-Zusagen auf über 25 Milliarden Euro

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Start-up-Strategie soll den Zugang junger Unternehmen zu Kapital verbessern, vor allem durch eine stärkere Mobilisierung privaten Kapitals
  • Über das Altersvorsorge-Reformgesetz soll Wagniskapital als mögliche Anlageform in der privaten Altersvorsorge verankert werden
  • Bundesregierung plant direkte Staatsbeteiligungen an Rüstungs-Start-ups über die KfW sowie die Schaffung eines neuen Instruments für direkte Beteiligungen des Bundes und die Verdopplung der WIN-Zusagen für Wagniskapital auf über 25 Milliarden Euro
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