Umweltminister fürchtet Wasserkonflikte in Deutschland

17. Juli 2026

Vermischtes - aktuelle Fakten und Einordnung

Politik warnt vor Wasserknappheit in

() – Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) hat vor Wasserknappheit in Deutschland gewarnt. Das Thema Wasser werde unterschätzt, sagte Schneider dem „Spiegel“. Deutschland sei bisher ein wasserreiches Land gewesen, aber das ändere sich gerade.

Es gehe jetzt darum, die Voraussetzungen zu schaffen, dass Orte auch in zehn oder 20 Jahren noch lebenswert seien und Unternehmen weiter produzieren könnten. „Künftig werden wir ernsthafte Konflikte um Wasser haben – auch in Deutschland“, sagte Schneider.

Vor allem in Ballungsräumen werde es Probleme geben, sagte der Minister. „Nehmen wir Berlin: Die Wasserversorgung dort hängt maßgeblich von der Spree ab. Die fließt jetzt schon an manchen Tagen rückwärts.“ Man wisse, dass da in Zukunft nicht mehr genug Wasser ankomme, weil das abgepumpte Wasser aus den Braunkohletagebauen in der Lausitz wegfalle.

Es gebe daher etwa die Idee, einen Teil des Elbwassers über eine gewaltige Leitung in die Spree zu pumpen. „Der eine oder andere in der Hauptstadt wäre sicher dafür, aber fragen Sie mal in , oder Tschechien nach. Wenn sich die Trockenheit verschärft, droht da ein Großkonflikt“, so Schneider.

Aufgrund der menschengemachten Erderhitzung werden in bestimmten Gebieten Dürren häufiger und heftiger, beispielsweise in Europa, im Mittelmeerraum, im südlichen Afrika, in Zentral- und Ostasien, in Südaustralien und im Westen Nordamerikas. Die Situation wird verschärft, solange durch das Verbrennen fossiler Energieträger wie Kohle, Öl und Gas zusätzliche Treibhausgase in die Atmosphäre gebracht werden.

An Land verdunstet mehr Wasser und Böden werden trockener, wenn die Atmosphäre wärmer ist. Außerdem ändert sich durch den Klimawandel die Niederschlagsverteilung, sodass in kürzerer Zeit mehr Niederschlag fällt. Weil Starkregen die Landoberfläche schneller sättigt, sickert weniger Wasser tiefer in die Böden, sondern läuft direkt in die Flüsse ab. Fällt dieselbe Niederschlagsmenge als milder Regen über einen längeren Zeitraum, dann ist es wahrscheinlicher, dass Bodenfeuchte und Grundwasserreserven erhalten bleiben.

Siehe auch:  FCAS: Luftfahrtindustrie will zwei Eurofighter-Nachfolger
Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Wasserflaschen (Archiv)

Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.

Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Bundesumweltminister Carsten Schneider warnt vor Wasserknappheit in Deutschland und erwartet künftig „ernsthafte Konflikte um Wasser“ auch innerhalb des Landes
  • Als Beispiel nennt Schneider Berlin, dessen Wasserversorgung maßgeblich von der Spree abhängt; die Spree fließe dort teils bereits rückwärts, weil künftig weniger Wasser durch den Wegfall des aus Braunkohletagebauen abgepumpten Wassers ankomme
  • Schneider nennt als mögliche Maßnahme die Idee, einen Teil des Elbwassers über eine große Leitung in die Spree zu pumpen, warnt aber vor möglichen Konflikten mit Regionen außerhalb Berlins bei Verschärfung der Trockenheit

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • Betroffen ist Deutschland, insbesondere Ballungsräume wie Berlin, wegen der Wasserversorgung, die maßgeblich von der Spree abhängt; Schneider warnt vor künftig ernsthaften Konflikten um Wasser auch innerhalb Deutschlands (ohne konkrete Zahlen, mit Zeithorizont „in zehn oder 20 Jahren“ sowie bereits jetzt rückwärts fließender Spree an manchen Tagen)
  • Regionale Verschärfung durch menschengemachte Erderhitzung und häufigere/ heftigere Dürren in Europa, im Mittelmeerraum, im südlichen Afrika, in Zentral- und Ostasien, in Südaustralien sowie im Westen Nordamerikas
  • Potenzielles Konfliktrisiko bei zunehmender Trockenheit über mögliche Wassertransfers wie Elbwassers in die Spree, wobei Gegner/Betroffene laut Aussage in Sachsen, Hamburg oder auch Tschechien liegen könnten (ohne konkrete Fristen oder Mengen)

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • menschengemachte Erderhitzung erhöht die Häufigkeit und Intensität von Dürren; mehr Verdunstung und trocknere Böden sowie veränderte Niederschlagsverteilung führen zu weniger verfügbarer Wassermenge
  • Ballungsräume geraten besonders unter Druck, etwa Berlin: Wasserversorgung hängt stark von der Spree ab; die Spree fließt teils rückwärts, künftig kommt weniger Wasser an
  • wegfallende Zufuhr aus Braunkohletagebauen in der Lausitz als Folge- bzw. Treiber der künftig zu knappen Wassermengen; bei Verschärfung der Trockenheit drohen Großkonflikte, z.B. durch geplante Umleitungen von Elbwasser zur Spree

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Bundesumweltminister Carsten Schneider will die Voraussetzungen schaffen, damit Orte auch in zehn oder 20 Jahren noch lebenswert sind und Unternehmen weiter produzieren können
  • In Ballungsräumen wie Berlin soll die Wasserversorgung künftig besser abgesichert werden, etwa indem perspektivisch Wasser aus der Elbe über eine Leitung in die Spree gepumpt wird
  • Behörden sollen sich darauf einstellen, dass bei zunehmender Trockenheit ernsthafte Konflikte um Wasser auch innerhalb Deutschlands drohen
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH