Thüringer Verfassungsschutz warnt vor hybrider Bedrohung
Regional - Thüringen - aktuelle Fakten und Einordnung
Politik: Sicherheitslage in Deutschland
Düsseldorf () – Der Präsident des Thüringer Verfassungsschutzes, Stephan Kramer, warnt vor einer erheblich verschärften Sicherheitslage in Deutschland.
„Die hybride Bedrohungslage in Deutschland ist derzeit so angespannt wie seit dem Ende des Kalten Krieges nicht mehr“, sagte er dem „Handelsblatt“. Gemeint ist das Zusammenspiel von Cyberangriffen, Sabotage, Spionage und Desinformation, mit denen Staaten oder ihre Stellvertreter politischen und gesellschaftlichen Druck ausüben.
Deutschland stehe im Fokus staatlicher und staatsnaher Akteure, insbesondere aus Russland, aber auch aus China.
Ziel sei es, die staatliche Handlungsfähigkeit schrittweise zu schwächen und letztlich „die Demokratie an sich“ anzugreifen, sagte Kramer weiter.
Besonders sensibel seien Attacken auf Krankenhäuser. Er sagte, man gehe davon aus, dass medizinische Einrichtungen und insbesondere Krankenhäuser sowohl von kriminellen Gruppen als auch von staatlich unterstützten Akteuren, sogenannten Proxys, ausgespäht oder angegriffen werden könnten.
Auch der frühere Vizepräsident des Bundesnachrichtendienstes (BND), Arndt Freytag von Loringhoven, warnt vor einer weiteren Eskalation.
„Besonders seit 2022 haben Intensität, Aggressivität und Breite von Cyberangriffen aus Russland auf Deutschland zugenommen“, sagte er der Zeitung.
Russland sei im Ukrainekrieg „erstaunlich in die Defensive geraten“. Zugleich werde wegen der Zwischenwahlen in den USA das Zeitfenster kleiner, in dem Moskau noch auf Unterstützung von Präsident Donald Trump zählen könne.
„Beides führt dazu, dass wir gerade mit einer weiteren Verschärfung rechnen müssen.“
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Computer-Nutzer (Archiv) |
Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.
Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?
- Thüringer Verfassungsschutzpräsident Stephan Kramer warnt vor einer erheblich verschärften hybriden Bedrohungslage in Deutschland seit dem Ende des Kalten Krieges
- Deutschland stehe laut Kramer besonders im Fokus staatlicher bzw. staatsnaher Akteure vor allem aus Russland und auch aus China; Ziel sei schrittweise Schwächung der staatlichen Handlungsfähigkeit bis hin zum Angriff auf „die Demokratie an sich“
- Kramer und Arndt Freytag von Loringhoven warnen besonders vor Attacken auf Krankenhäuser; seit 2022 hätten Intensität, Aggressivität und Breite russischer Cyberangriffe zugenommen und es müsse mit weiterer Verschärfung gerechnet werden
Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?
- Betroffen sind Deutschland insgesamt sowie staatliche und gesellschaftliche Handlungsfähigkeit; Sicherheitslage durch hybride Bedrohungen aus Cyberangriffen, Sabotage, Spionage und Desinformation, insbesondere durch Russland und auch China; keine konkreten Zahlen oder festen Fristen genannt
- Besonders sensibel sind Angriffe auf Krankenhäuser und medizinische Einrichtungen; es wird davon ausgegangen, dass diese von kriminellen Gruppen und von staatlich unterstützten Akteuren (Proxys) ausgespäht oder angegriffen werden könnten; keine konkreten Zeiträume/Quoten genannt
- Seit 2022 nehmen Intensität, Aggressivität und Breite von Cyberangriffen aus Russland auf Deutschland zu; eine weitere Eskalation wird für die nahe Zukunft erwartet, zusätzlich verknüpft mit einem kleiner werdenden Zeitfenster wegen der Zwischenwahlen in den USA (keine exakten Daten genannt)
Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?
- Zusammenspiel von Cyberangriffen, Sabotage, Spionage und Desinformation als hybride Bedrohung zur Schwächung der staatlichen Handlungsfähigkeit und zum Angriff auf die Demokratie
- Fokus staatlicher und staatsnaher Akteure, besonders aus Russland und auch China; Zielgruppen laut Hinweis besonders Krankenhäuser, die ausspioniert oder angegriffen werden können
- Seit 2022 zunehmende Intensität, Aggressivität und Breite von Cyberangriffen aus Russland; mögliche weitere Eskalation wegen kleiner werdendem Zeitfenster durch Zwischenwahlen in den USA
Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?
- Es wird vor einer erheblich verschärften Sicherheitslage durch hybride Angriffe gewarnt, insbesondere durch Cyberangriffe, Sabotage, Spionage und Desinformation staatlicher/staatlich nahestehender Akteure
- Es wird betont, dass Krankenhäuser und medizinische Einrichtungen besonders sensibel sind und sowohl von kriminellen Gruppen als auch von staatlich unterstützten Akteuren (Proxys) ausgespäht oder angegriffen werden könnten
- Es wird damit gerechnet, dass die Cyberangriffe durch Russland weiter eskalieren und intensiv zunehmen könnten
- Trump fordert Wahlrechtsreformen – Kritik aus Deutschland - 17. Juli 2026
- Linke schlägt Bodenpreisdeckel gegen hohe Baukosten vor - 17. Juli 2026
- Senior in Hammelburg von Randalierer ins Gesicht geschlagen - 17. Juli 2026
