Zahl der Grauen Wölfe in Deutschland erreicht Höchststand

14. Juli 2026

Politik - aktuelle Fakten und Einordnung

Politik: Innenpolitik in

() – Die Zahl der Anhänger der türkisch-rechtsextremen Bewegung der Grauen Wölfe in Deutschland hat einen neuen Höchststand erreicht. Das geht aus einer bislang unveröffentlichten Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion hervor, über die die „Welt“ berichtet.

Für das Beobachtungsjahr 2025 rechnet die Bundesregierung demnach 13.500 Personen der organisierten Bewegung zu. Das sind 600 mehr als im Vorjahr. 10.500 davon sind in drei großen Dachverbänden organisiert, 3.000 gehören der „freien Szene“ an. Im Internet stellte die Regierung demnach „Selbstinszenierungen mit Waffen oder anderen Drohgebärden“ fest. „Anhänger des türkischen Rechtsextremismus sind grundsätzlich waffenaffin, da Wehrhaftigkeit als Tugend verstanden wird“, heißt es zudem. Entsprechende Inszenierungen seien „häufig anzutreffen“. Zudem gebe es „Einzelhinweise, dass sich die Anhänger des türkischen Rechtsextremismus in Deutschland zu paramilitärisch anmutenden Aktivitäten auf Paint-Ball-Anlagen auch im angrenzenden Ausland getroffen haben“.

Irene Mihalic, parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen im Bundestag, forderte das Bundesinnenministerium auf, ein Vereinsverbot der Grauen Wölfe ernsthaft zu prüfen. Es dürfe nicht hingenommen werden, dass diese Gruppierung in Deutschland weiter agitiere, neue Anhänger gewinne und insbesondere für kurdische, jüdische und alevitische Menschen eine Bedrohung darstellen könne. In der Antwort der Bundesregierung heißt es, diese äußere sich „generell nicht zu Verbotsüberlegungen, unabhängig davon, ob zu solchen Überlegungen im Einzelfall Anlass besteht“.

Die Grünen-Bundestagsabgeordnete Marlene Schönberger, innerhalb ihrer Fraktion für die Bekämpfung des Rechtsextremismus zuständig, kritisierte das Handeln der Bundesregierung als unverantwortlich. Diese betone zwar die Bedeutung von Prävention und Deradikalisierung, löse aber im Zuge der Umstrukturierung des Bundes-Förderprogramms „Demokratie leben“ den Kooperationsverbund Rechtsextremismusprävention auf. „Das betrifft auch die Fachstelle Türkischer Rechtsextremismus. Wer die Gefahren durch die Grauen Wölfe für unsere Demokratie anerkennt, muss auch die bestehenden Präventions- und Deradikalisierungsangebote langfristig absichern.“

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Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Bundesinnenministerium (Archiv)

Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.

Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Bundesregierung rechnet für das Beobachtungsjahr 2025 mit 13.500 Anhängern der organisierten Grauen Wölfe in Deutschland; 10.500 davon in drei Dachverbänden und 3.000 in der freien Szene; das sind 600 mehr als im Vorjahr
  • Bundesregierung stellt im Internet Selbstinszenierungen mit Waffen oder Drohgebärden fest und nennt Hinweise, dass Anhänger in paramilitärisch anmutenden Aktivitäten auch im angrenzenden Ausland auf Paint-Ball-Anlagen zusammentreffen
  • Bundesregierung äußert sich generell nicht zu Verbotsüberlegungen; Grüne kritisieren zudem die Auflösung des Kooperationsverbunds Rechtsextremismusprävention im Zuge der Umstrukturierung des Bundes-Förderprogramms „Demokratie leben“, was auch die Fachstelle Türkischer Rechtsextremismus betrifft

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • Deutschland, Beobachtungsjahr 2025: 13.500 Anhänger der organisierten Bewegung der türkisch-rechtsextremen „Grauen Wölfe“ (600 mehr als Vorjahr); davon 10.500 in drei Dachverbänden und 3.000 in der „freien Szene“
  • Deutschland: Regierung stellt im Internet „Selbstinszenierungen mit Waffen oder anderen Drohgebärden“ fest; zudem Einzelhinweise zu Treffen zu paramilitärisch anmutenden Aktivitäten auf Paintball-Anlagen auch im angrenzenden Ausland
  • Politische Zielgruppen: für kurdische, jüdische und alevitische Menschen wird eine Bedrohung beschrieben; Bundesregierung äußert sich „generell nicht zu Verbotsüberlegungen“, parallele Kritik an fehlender langfristiger Absicherung von Präventions- und Deradikalisierungsangeboten im Zuge der Umstrukturierung von „Demokratie leben“

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Anhängerzahl der türkisch-rechtsextremen Bewegung der Grauen Wölfe in Deutschland steigt im Beobachtungsjahr 2025 auf 13.500; davon 10.500 in drei Dachverbänden und 3.000 in der „freien Szene“
  • Hintergrund/Umstände laut Bundesregierung: im Internet „Selbstinszenierungen mit Waffen oder anderen Drohgebärden“; Hinweis auf waffenaffines Verständnis von „Wehrhaftigkeit“ sowie Einzelhinweise auf paramilitärisch anmutende Treffen auf Paint-Ball-Anlagen auch im angrenzenden Ausland
  • Auslöser/Kontext der Debatte: Grüne fordern Prüfung eines Vereinsverbots; Bundesregierung äußert sich generell nicht zu Verbotsüberlegungen; parallel wird kritisiert, dass wegen der Umstrukturierung des Förderprogramms „Demokratie leben“ der Kooperationsverbund Rechtsextremismusprävention und damit auch die Fachstelle Türkischer Rechtsextremismus aufgelöst werden

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Bundesregierung rechnet für das Beobachtungsjahr 2025 mit 13.500 Anhängern der Grauen Wölfe in Deutschland und macht dabei auch Feststellungen zu waffenaffinen Selbstinszenierungen im Internet
  • Bundesregierung äußert sich grundsätzlich nicht zu Verbotsüberlegungen der Bewegung, „unabhängig davon, ob“ im Einzelfall Anlass besteht
  • Es bleibt bei bestehenden Hinweisen, während durch die Umstrukturierung des Bundes-Förderprogramms „Demokratie leben“ der Kooperationsverbund Rechtsextremismusprävention aufgelöst wird und damit auch Präventionsangebote langfristig nicht abgesichert werden
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