Somuncu: Habe mich über WM-Aus von Deutschland und Türkei gefreut
Kultur - aktuelle Fakten und Einordnung
Sportliche Debatte um WM und Nationalität
Neuss () – Der Kabarettist und Fußball-Fan Serdar Somuncu kann der Fußball-WM in Kanada, Mexiko und den USA nichts abgewinnen. Er habe sich über das frühe Ausscheiden Deutschlands und der Türkei gefreut, sagte er der „Neuß-Grevensbroicher Zeitung“ (Mittwoch).
„Ich bin totaler Antinationalist und halte auch gar nichts von diesen Fahnen und den Nationalhymnen“, sagte Somuncu. Auch, weil es so verlogen sei: Wenn es um Fußball gehe, sei den Franzosen plötzlich recht, dass da die „senegalesische B-Mannschaft“ auftrete. Aber jenseits vom Fußballplatz, in den Banlieues, wo viele Menschen aus den Maghreb-Staaten und anderen ehemaligen Kolonien lebten, da seien sie „Menschen zweiter Klasse“. Im Sport werde das plötzlich weggewischt, und dann sei jeder gut genug.
Dass die Debatte um das Mitsingen der Nationalhymne sowie um Nationalspieler mit Migrationshintergrund in Deutschland zuletzt an Fahrt verloren habe, bezeichnete Somuncu als Pragmatismus. An den zum Teil rassistischen Reaktionen auf den verschossenen Elfmeter von Jonathan Tah habe man gesehen, wie schnell das wieder umschlagen könne. Er könne jedenfalls bei einer Fußball-WM weder Freude noch Trauer teilen.
Somuncu kam als Kleinkind aus der Türkei nach Deutschland. Er gilt als glühender Anhänger des Fußball-Bundesligisten Borussia Mönchengladbach.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Serdar Somuncu (Archiv) |
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Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?
- Serdar Somuncu äußerte, dass er der Fußball-WM in Kanada, Mexiko und den USA nichts abgewinnen könne und sich über das frühe Ausscheiden Deutschlands und der Türkei gefreut habe
- Somuncu erklärte, er sei Antinationalist und halte nichts von Fahnen sowie Nationalhymnen und kritisierte dabei den Umgang mit „anderen“ bzw. Menschen aus Banlieues nach dem Fußballkontext
- Somuncu begründete seine Haltung mit der schnellen Umkehr in Debatten, u. a. an rassistischen Reaktionen auf den verschossenen Elfmeter von Jonathan Tah, und sagte, er könne bei einer Fußball-WM weder Freude noch Trauer teilen
Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?
- Serdar Somuncu (Kabarettist, Fußball-Fan; in Deutschland lebend; aus der Türkei zugezogen) äußert sich zur Fußball-WM in Kanada, Mexiko und den USA und zeigt Abneigung gegen Nationalismus/Fahnen/Nationalhymnen; keine konkreten Zahlen oder Fristen genannt
- Er bezieht sich auf die frühe EM/WM-Enttäuschung bzw. das Ausscheiden Deutschlands und der Türkei aus dem Turnierkontext und kritisiert Debatten in Deutschland zu Mitsingen der Nationalhymne sowie zu Nationalspielern mit Migrationshintergrund; keine quantifizierten Zeiträume genannt
- Er beschreibt gesellschaftliche Spannungen in deutschen Banlieues/Quartieren mit vielen Menschen aus Maghreb-Staaten und ehemaligen Kolonien; keine konkreten Regionen oder messbaren Zahlen genannt
Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?
- frühes Ausscheiden Deutschlands und der Türkei als Auslöser und Anlass für seine Freude
- Antinationalismus, Ablehnung von Fahnen und Nationalhymnen sowie Kritik an scheinbarer Verlogenheit im Umgang mit Spielern aus ehemaligen Kolonien
- Hintergrund sind Debatten um Nationalhymne und Nationalspieler mit Migrationshintergrund sowie Beispiele für rasch umschlagende teils rassistische Reaktionen (zB auf den verschossenen Elfmeter von Jonathan Tah)
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