SoVD: Heimkosten in der Pflege sind "absolutes Alarmzeichen"
Politik - aktuelle Fakten und Einordnung
Politik: Pflegeheimkosten in Deutschland
Berlin () – Die Vorstandsvorsitzende des Sozialverbands Deutschland (SoVD), Michaela Engelmeier, hat die gestiegenen Heimkosten in der Pflege als „absolutes Alarmzeichen“ bezeichnet. Die dramatische Entwicklung setze sich unaufhaltsam fort, sagte Engelmeier den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Wer ein Leben lang gearbeitet und sich versichert habe, dürfe am Ende seines Lebens nicht auf Sozialhilfe angewiesen sein. Das sei unwürdig und ein Skandal.
Engelmeier reagierte damit auf neue Zahlen des Verbands der Ersatzkassen (VDEK). Demnach sind die Kosten für einen Aufenthalt im Pflegeheim binnen eines Jahres erneut deutlich gestiegen. Dem VDEK zufolge liegt die monatliche Eigenbeteiligung seit dem 1. Juli bei durchschnittlich 2.891 Euro. Das seien 296 Euro oder rund elf Prozent mehr als vor einem Jahr. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) arbeitet derzeit an einer großen Pflegereform. Das Gesetz soll noch vor der Kabinettspause im August beschlossen werden. Die Reformpläne sehen unter anderem Einsparungen bei Entlastungszuschlägen vor, die es von der Pflegekasse gibt – und zwar steigend mit der Aufenthaltsdauer. Auch bei Pflegenden und Angehörigen sind Einsparungen geplant, unter anderem bei den Rentenansprüchen.
Die SoVD-Chefin forderte grundsätzlich, auch die hohen Belastungen in der häuslichen Pflege in den Blick zu nehmen. Denn 85 Prozent aller Pflegebedürftigen würden von An- und Zugehörigen versorgt. Bei der häuslichen Pflege zu kürzen und zu streichen wäre fatal. Es müsse jetzt in die Pflege investiert werden. Pflege sei ein allgemeines Lebensrisiko, das kein privates Armutsrisiko sein dürfe, sagte sie. Engelmeier plädiert deshalb für eine „zukunftsfähige Pflegereform, die das gesamte Pflegerisiko solidarisch absichert: Eine Pflege-Bürger-Vollversicherung, die alle Erwerbsformen gleichermaßen einbezieht – auch Beamte und Selbstständige.“
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Sozialverband Deutschland (SoVD) (Archiv) |
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Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?
- Michaela Engelmeier bezeichnet die gestiegenen Heimkosten in der Pflege als „absolutes Alarmzeichen“ und kritisiert, dass Versicherte im Alter nicht auf Sozialhilfe angewiesen sein dürften
- Die monatliche Eigenbeteiligung im Pflegeheim liegt seit 1. Juli durchschnittlich bei 2.891 Euro, das entspricht 296 Euro bzw. rund elf Prozent mehr als vor einem Jahr
- Engelmeier fordert eine „zukunftsfähige Pflegereform“ mit einer solidarischen Pflege-Bürger-Vollversicherung für alle Erwerbsformen einschließlich Beamter und Selbstständiger
Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?
- Betroffen Heimkosten/Pflegebedürftige in Deutschland; monatliche Eigenbeteiligung seit dem 1. Juli im Durchschnitt 2.891 Euro, +296 Euro bzw. rund elf Prozent binnen eines Jahres (VDEK-Zahlen)
- Betroffen Pflegekasse/Entlastungszuschläge sowie Pflegende und Angehörige; Pflegereform soll noch vor Kabinettspause im August beschlossen werden, mit Einsparungen u. a. bei Entlastungszuschlägen (steigend mit Aufenthaltsdauer) sowie bei Rentenansprüchen
- Betroffen häusliche Pflege in Deutschland; 85 Prozent der Pflegebedürftigen werden von An- und Zugehörigen versorgt, Kürzungen/Streichungen bei häuslicher Pflege wären nach SoVD-Angaben fatal
Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?
- Gestiegene Kosten für Pflegeheim-Aufenthalte als Folge erneuter deutlicher Anstiege der monatlichen Eigenbeteiligung seit dem 1. Juli; laut VDEK durchschnittlich 2.891 Euro, damit plus 296 Euro bzw. rund elf Prozent binnen eines Jahres
- Politischer Hintergrund einer geplanten großen Pflegereform durch Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) mit Einsparungen unter anderem bei Entlastungszuschlägen (steigend mit Aufenthaltsdauer) sowie bei Leistungen an Pflegende und Angehörige einschließlich Kürzungen bei Rentenansprüchen
- Kontext und Auslöser: Kritik des SoVD an der Belastung im Alter; Forderung, auch die hohe häusliche Pflege zu berücksichtigen (85 Prozent der Pflegebedürftigen werden durch An- und Zugehörige versorgt) und stattdessen in Pflege zu investieren, weil Pflege als allgemeines Lebensrisiko solidarisch abgesichert werden müsse
Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?
- Bundesgesundheitsministerin Nina Warken arbeitet an einer großen Pflegereform, die noch vor der Kabinettspause im August beschlossen werden soll
- Die Reformpläne sehen Einsparungen bei Entlastungszuschlägen vor, die von der Pflegekasse abhängig von der Aufenthaltsdauer steigend ausfallen
- Außerdem sollen bei Pflegenden und Angehörigen Einsparungen geplant werden, unter anderem bei den Rentenansprüchen
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