Amadeu-Antonio-Stiftung kritisiert "Demokratie leben"-Reform

1. Juli 2026

Vermischtes - aktuelle Fakten und Einordnung

Gesellschaftliche Kritik an Fördervorgaben in Berlin

() – Die Amadeu-Antonio-Stiftung hat deutliche Kritik an den vom Bundesfamilienministerium verkündeten neuen Fördervorgaben für das Bundesprogramm „Demokratie leben“ geübt. Das Haber-Verfahren, nachdem sich zivilgesellschaftliche Organisationen künftig vom Verfassungsschutz vorab überprüfen lassen müssen, sei „intransparent“, sagte Timo Reinfrank, Geschäftsführer der Stiftung, der „Frankfurter Rundschau“ (Donnerstagausgabe). „Betroffene erfahren häufig nicht, welche Erkenntnisse zugrunde liegen oder wie sie sich dagegen wehren können.“

Gerade für zivilgesellschaftliche Organisationen, die sich für Demokratie einsetzen, sei, wie der Geschäftsführer sagte, ein solches Verfahren „nur dann akzeptabel, wenn es nachvollziehbar, überprüfbar und rechtsstaatlich ausgestaltet ist“. Geheimdienstliche Prüfungen ohne ausreichende Transparenz würden die Gefahr bergen, „Vertrauen zu beschädigen und zivilgesellschaftliches Engagement unnötig unter Generalverdacht zu stellen“, fuhr er fort.

Die Amadeu-Antonio-Stiftung hält ihrem Geschäftsführer zufolge auch an ihrer Kritik fest, „dass sich der Schwerpunkt des Programms zu stark in Richtung staatlicher Regelstrukturen verschiebt und diese strukturell überfordert“. Angesichts der aktuellen Entwicklung rechtsextremer Jugendkulturen und digitaler Radikalisierung brauche es „vielmehr starke, unabhängige Fachorganisationen.“ Man gehe im Kern davon aus, „dass das zivilgesellschaftliche Engagement insbesondere in Ostdeutschland geschwächt wird und durch den Umbruch der Förderstruktur Fachlichkeit verloren geht“.

Siehe auch:  Dax startet im Plus - Annäherung im US-Haushaltsstreit

Die Stiftung begrüße zugleich „ausdrücklich, dass das Bundesfamilienministerium nach intensiven Gesprächen und deutlicher Kritik zentrale Hinweise der Zivilgesellschaft aufgegriffen hat“, so Reinfrank. Besonders wichtig sei, „dass der digitale Raum erstmals als eigenes Handlungsfeld verankert wird“.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Messestand von Demokratie leben (Archiv)

Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.

Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Kritik an neuen Fördervorgaben für "Demokratie leben"
  • Zivilgesellschaftliche Organisationen müssen sich vom Verfassungsschutz vorab überprüfen lassen
  • Digitaler Raum wird erstmals als eigenes Handlungsfeld verankert

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • Betroffene: zivilgesellschaftliche Organisationen, insbesondere in Ostdeutschland
  • Stärke: Kritik an Intransparenz und gefühlter Gefährdung des Vertrauens; Thema der digitalen Radikalisierung
  • Zahlen/Fristen/Zeiträume: Keine Angabe

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Intransparente Überprüfung durch den Verfassungsschutz
  • Gefahr von Vertrauensverlust und Unterstellung zivilgesellschaftlichen Engagements
  • Verschiebung des Programms hin zu staatlichen Strukturen, die überfordert sind

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Überprüfung von zivilgesellschaftlichen Organisationen durch den Verfassungsschutz vorab
  • Einführung eines neuen Handlungsfeldes für den digitalen Raum im Bundesprogramm "Demokratie leben"
  • Anpassung der Förderstruktur in Reaktion auf Kritik der Zivilgesellschaft
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH
Letzte Artikel von Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH (Alle anzeigen)