Lauterbach sieht Chance auf Widerspruchslösung bei Organspende

20. Juni 2026

Politik - aktuelle Fakten und Einordnung

Gesundheitspolitik in Deutschland: Organspende-Reform diskutiert

() – Der ehemalige Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) erwartet eine Neuregelung der Organspende noch in diesem Jahr. Die Chance auf eine Einführung der Widerspruchslösung in sei gestiegen, sagte er der Funke-Mediengruppe (Samstagausgaben). „Der Fall Mette-Marit kann uns dabei helfen“, sagte der SPD-Politiker. „Ideal wäre es, wenn der Bundestag im Herbst endgültig die Widerspruchslösung beschließen würde.“

Die norwegische Kronprinzessin Mette-Marit hatte vergleichsweise kurz auf eine lebensrettende Lungentransplantation warten müssen. Fälle wie der von Mette-Marit könnten bei uns die Regel sein, so Lauterbach. Gerade bei Lungentransplantationen könnte es schneller gehen – aber auch bei Herztransplantationen oder Nierentransplantationen. In Deutschland sterben immer noch viel zu viele Patienten auf der Warteliste. Hätte man eine Widerspruchslösung bei der Organspende wie in , wäre das Problem gelöst.

Es sei nicht einzusehen, dass Patienten in Deutschland einen Nachteil hätten, den andere Länder längst überwunden hätten. „Es ist doch nicht zu vermitteln, weshalb wir mit unserem teuren Gesundheitswesen es nicht schaffen, Menschen, die Organe benötigen, das Leben zu retten“, sagte Lauterbach.

Der ehemalige Minister beklagte, dass das Thema Organspende oft ideologisch überhöht werde. Es kämen religiöse Argumente ins Spiel oder es werde mit irrationalen Ängsten argumentiert. „Wenn es diesmal vernünftiger abläuft, dann glaube ich, könnte die Zeit für die Widerspruchslösung jetzt gekommen sein“, so Lauterbach.

Siehe auch:  Rekordwahlbeteiligung in Ungarn bis zum Mittag

Lauterbach wies zudem darauf hin, dass es in der vergangenen Legislaturperiode gelungen sei, ein Organspende-Register digital einzuführen, das sehr zuverlässig funktioniere. Wer nicht spenden möchte, könne sich dort eintragen lassen. „Es ist dann ausgeschlossen, dass jemand versehentlich zum Spender wird“, sagte er.

Am kommenden Mittwoch debattiert der Bundestag über die Einführung einer Widerspruchslösung. Lauterbach ist heute Vorsitzender des Forschungsausschusses im Bundestag.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Karl Lauterbach (Archiv)

Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.

Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Neuregelung der Organspende und Widerspruchslösung in Deutschland wird für dieses Jahr erwartet.
  • Der Bundestag soll im Herbst über die Widerspruchslösung entscheiden.
  • Digitales Organspende-Register wurde erfolgreich eingeführt.

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • Zielgruppe: Patienten auf Wartelisten für Organspenden in Deutschland
  • Region: Deutschland
  • Frist: Entscheidung im Bundestag im Herbst 2023 über die Widerspruchslösung

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Erwartung einer Neuregelung der Organspende in Deutschland und steigende Chance auf Einführung der Widerspruchslösung
  • Hinweis auf positive Erfahrungen in Norwegen bei Lungentransplantationen und die Möglichkeit, Wartezeiten zu verkürzen
  • Kritik an ideologischen und irrationalen Argumenten, die das Thema Organspende überlagern

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Bundestag debattiert über die Einführung einer Widerspruchslösung.
  • Ziel: Neuregelung der Organspende noch in diesem Jahr.
  • Einführung eines digitalen Organspende-Registers zur Vermeidung von Missverständnissen.
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH