Privathaushalte finanzieren über die Hälfte der Gesundheitsausgaben
Vermischtes - aktuelle Fakten und Einordnung
Wirtschaftliche Trends im Gesundheitswesen Deutschland
Wiesbaden () – Im Jahr 2024 haben die Privathaushalte rund 286,8 Milliarden Euro oder 54,3 Prozent der laufenden Gesundheitsausgaben in Deutschland in Höhe von 528,5 Milliarden Euro finanziert.
Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Donnerstag mitteilte, trugen die privaten Haushalte damit 23,1 Milliarden Euro oder 8,7 Prozent mehr zur Finanzierung der laufenden Gesundheitsausgaben bei als im Vorjahr. Der Finanzierungsanteil der privaten Haushalte, zu dem Sozialversicherungsbeiträge der Arbeitnehmer zählen, lag 2024 wieder auf einem ähnlichen Niveau wie vor der Corona-Pandemie (2019: 54,7 Prozent), nachdem der Anteil bis 2022 auf 49,5 Prozent gesunken war.
Die laufenden Gesundheitsausgaben werden in Deutschland durch verschiedene Akteure finanziert. Neben den Privathaushalten zählen dazu Unternehmen, der Staat und private Organisationen ohne Erwerbszweck.
Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Finanzierungsbeiträge der laufenden Gesundheitsausgaben bei den Unternehmen prozentual am stärksten. Sie wuchsen um 14,3 Milliarden Euro oder 9,5 Prozent auf 164,5 Milliarden Euro.
Demgegenüber blieb der staatliche Finanzierungsbeitrag an den laufenden Gesundheitsausgaben nahezu unverändert. Mit +54 Millionen Euro oder +0,1 Prozent stieg er nur leicht auf 73,9 Milliarden Euro.
Die privaten Organisationen ohne Erwerbszweck haben 109 Millionen Euro oder 3,4 Prozent mehr für gesundheitsbezogene Leistungen aus Eigenmitteln finanziert. Ihr Finanzierungsbeitrag erhöhte sich auf 3,3 Milliarden Euro.
Der Finanzierungsanteil der privaten Haushalte stieg 2024 im Vergleich zum Vorjahr von 53,7 Prozent auf 54,3 Prozent, der Finanzierungsanteil der Unternehmen von 30,6 Prozent auf 31,1 Prozent. Der Staat finanzierte 14,0 Prozent aller laufenden Gesundheitsausgaben im Jahr 2024, nachdem der Anteil 2023 noch bei 15,0 Prozent gelegen hatte. Der Finanzierungsanteil der privaten Organisationen ohne Erwerbszweck sank von 0,7 Prozent auf 0,6 Prozent.
Von den durch die privaten Haushalte finanzierten 286,8 Milliarden Euro entfiel knapp die Hälfte (136,5 Milliarden Euro) auf Sozialversicherungsbeiträge der Arbeitnehmer. Gut ein Fünftel (59,5 Milliarden Euro) waren sonstige inländische Einnahmen. Dazu zählen beispielsweise Ausgaben, die von den privaten Haushalten für die ambulante und stationäre Pflege oder den Kauf von rezeptfreien Produkten in Apotheken finanziert wurden. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies einen Anstieg von 11,5 Milliarden Euro (+9,2 Prozent) bei den Sozialversicherungsbeiträgen der Arbeitnehmer und 3,1 Milliarden Euro (+5,6 Prozent) bei den sonstigen inländischen Einnahmen.
Bei den Unternehmen waren 85,0 Prozent des Finanzierungsbeitrages von insgesamt 164,5 Milliarden Euro an den laufenden Gesundheitsausgaben auf die Sozialversicherungsbeiträge der Arbeitgeber zurückzuführen. Im Vorjahresvergleich wuchs diese Finanzierungsart um 12,1 Milliarden Euro (+9,5 Prozent) auf 139,9 Milliarden Euro.
Der Staat brachte 90,1 Prozent seines Finanzierungsbeitrages von 73,9 Milliarden Euro für Transfers und Zuschüsse auf, zu denen neben dem jährlichen Bundeszuschuss zum Gesundheitsfonds etwa die Beihilfen der öffentlichen Arbeitgeber zählen. Gegenüber dem Vorjahr sanken die Transfers und Zuschüsse um 579 Millionen Euro (-0,9 Prozent) auf 66,6 Milliarden Euro, so Destatis.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Krankenhaus (Archiv) |
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