Lang und Lauterbach fordern Widerspruchslösung bei Organspende

16. Juni 2026

Politik - aktuelle Fakten und Einordnung

Organspende-Debatte in Deutschland: Widerspruchslösung gefordert

() – Die Grünen-Abgeordnete Ricarda Lang fordert eine Widerspruchslösung bei der Organspende. Es freue sie, wie viele Menschen in die Organspende unterstützten, sagte sie der „Rheinischen Post“ (Mittwochsausgabe). Allerdings sei die Zahl der tatsächlichen Eintragungen ins Spenderegister weiterhin sehr gering.

Das sei nachvollziehbar: „Wer will sich schon mit dem eigenen Tod befassen?“ Hier setze die Widerspruchslösung an, bei der alle Erwachsenen im Register eingetragen sind, bis sie der Organspende widersprechen. „Niemand darf gezwungen werden, gegen seinen Willen zum Organspender zu werden“, so Lang. Aber man könne von erwachsenen Menschen erwarten, dass sie zumindest einmal im Leben eine informierte und bewusste Entscheidung treffen. „Denn am Ende hängen andere Leben davon ab.“

Der ehemalige Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) drängt ebenfalls auf eine Widerspruchslösung bei der Organspende. „Die Zustimmung von fast 90 Prozent der Registrierten zeigt, dass es eine hohe Spendebereitschaft in Deutschland gibt“, sagte Lauterbach der „Rheinischen Post“. Die werde aber nicht realisiert, die Organe gingen verloren.

Statt der aktuellen Zustimmungslösung, bei der sich Spender aktiv registrieren müssen, schlägt der SPD-Politiker eine Widerspruchslösung vor. „Wer nicht spenden möchte, kann sich sicher und eindeutig ins Register eintragen lassen und wird so nicht versehentlich zum Spender“, so Lauterbach. „Das Argument der Gegner, dass eine Widerspruchslösung abschreckend wirkt, haben wir auch in keinem anderen Land gesehen.“ Schlimmer als jetzt könne es nicht werden.

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Der aktuelle Jahresbericht des Organspenderegisters zeigt, dass bis Februar 2026 rund 570.000 Erklärungen eingetragen wurden. Rund 90 Prozent stimmen zumindest einer teilweisen Organ- oder Gewebespende zu.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Organspendeausweis (Archiv)

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Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Ricarda Lang fordert eine Widerspruchslösung bei der Organspende.
  • Karl Lauterbach unterstützt ebenfalls eine Widerspruchslösung und weist auf hohe Spendebereitschaft hin.
  • Bis Februar 2026 sind rund 570.000 Erklärungen im Organspenderegister eingetragen.

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • betrifft: Erwachsene in Deutschland
  • Stärke: Widerspruchslösung bei Organspende, bis Februar 2026 rund 570.000 Eintragungen
  • Zahl: 90 Prozent der Registrierten stimmen teilweise zu

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Geringe Zahl der tatsächlichen Eintragungen ins Spenderegister
  • Menschen scheuen sich, sich mit dem eigenen Tod zu befassen
  • Hohe Zustimmung zur Organspende bei Registrierten, aber mangelnde Realisierung der Spenden

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Einführung einer Widerspruchslösung bei der Organspende
  • Alle Erwachsenen sollen standardmäßig im Register eingetragen werden, bis sie widersprechen
  • Aktive Registrierung von Spendern wird durch die Widerspruchslösung ersetzt
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH
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