Zahl der Straftaten gegen Obdachlose 2025 um 17 Prozent gestiegen

13. Juni 2026

Vermischtes - aktuelle Fakten und Einordnung

Gesellschaftliche Herausforderungen in Berlin 2025

() – Die Zahl der Straftaten gegen obdachlose Menschen ist 2025 um knapp 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Das geht aus Antworten des Bundesinnenministeriums auf eine Kleine Anfrage der Linken hervor, über die die „Rheinische Post“ (Samstagausgabe) berichtet.

Demnach kam es 2025 zu insgesamt 2.563 Straftaten gegen Obdachlose. In den Jahren 2023 und 2024 wurden jeweils knapp 2.200 Straftaten verzeichnet. Mehr als 2.000 Fälle richteten sich im vergangenen Jahr gegen obdachlose Männer, in gut 500 Fällen waren Frauen betroffen. Am häufigsten wurden Obdachlose in Berlin (592 Fälle) zu Opfern, gefolgt von (492 Fälle) und (310 Fälle).

Die Antworten zeigen zudem, dass die Aufklärungsquote bei Straftaten gegen obdachlose Menschen im Schnitt niedriger ausfällt als insgesamt. Bei Fällen von Gewaltkriminalität gegen Obdachlose lag sie im vergangenen Jahr bei 66,5 Prozent. Zum Vergleich: Insgesamt betrug der Anteil aufgeklärter Fälle 77,5 Prozent.

„Wir erleben auf unseren Straßen derzeit eine beispiellose Gewalteskalation gegen wohnungslose Menschen“, sagte die Bundestagsabgeordnete Sahra Mirow, Sprecherin der Linkenfraktion für soziales Wohnen, der Zeitung. Die mehr als 2.500 polizeilich erfassten Straftaten bildeten dabei nur die Spitze des Eisbergs. Aufgrund einer geringen Anzeigebereitschaft der Betroffenen sowie ungenauer Erfassungskriterien und Definitionen aufseiten der Behörden sei von einer erheblichen Dunkelziffer und weitaus höheren Fallzahlen auszugehen.

Siehe auch:  Italo fordert Mindestanteil an Bahnstrecken

„Ein Leben ohne privaten Schutzraum bedeutet permanente Angreifbarkeit im öffentlichen Raum – körperlich, sozial und rechtlich“, sagte Mirow. Wirkungsvoller Schutz beginne daher mit einer eigenen Wohnung.

Bauministerin Verena Hubertz (SPD) hatte sich zuletzt zu dem Ziel bekannt, Obdachlosigkeit bis 2030 zu überwinden. „Das ist eine Mammutaufgabe und eine Kraftanstrengung, an der wir festhalten wollen“, sagte sie Anfang Juni der „Rheinischen Post“.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Gedenken für verstorbene Obdachlose (Archiv)

Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.

Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Zahl der Straftaten gegen obdachlose Menschen stieg 2025 um knapp 17 Prozent auf 2.563.
  • 2023 und 2024 wurden jeweils etwa 2.200 Straftaten gegen Obdachlose registriert.
  • Oberste Häufigkeit der Straftaten gegen Obdachlose in Berlin (592 Fälle).

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • Betroffene: obdachlose Menschen
  • Anstieg der Straftaten 2025 um 17% auf 2.563 Fälle
  • Regionen: Berlin (592 Fälle), Bayern (492 Fälle), Nordrhein-Westfalen (310 Fälle), Ziel: Obdachlosigkeit bis 2030 überwinden

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Anstieg der Straftaten gegen Obdachlose um fast 17 Prozent im Jahr 2025
  • Geringe Anzeigebereitschaft der Betroffenen und ungenaue Erfassung erhöhen Dunkelziffer
  • Hohe Opferzahlen in städtischen Gebieten wie Berlin, Bayern und Nordrhein-Westfalen

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Ankündigung, Obdachlosigkeit bis 2030 zu überwinden
  • Verbesserung der Schutzmaßnahmen für obdachlose Menschen
  • Erhöhung der Erfassungsgenauigkeit von Straftaten gegen Obdachlose
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH
Letzte Artikel von Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH (Alle anzeigen)