Amnesty beklagt "ethnische Säuberung" des Westjordanlandes

10. Juni 2026

Politik - aktuelle Fakten und Einordnung

Menschenrechtspolitik im Westjordanland

() – Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International wirft vor, im Westjordanland eine „ethnische Säuberung“ voranzutreiben. Die israelische Regierung setze eine religiös-nationalistische Agenda um, die den Ausbau von Siedlungen und Landnahmen vorantreibe, heißt es in einem neuen Bericht von Amnesty, der am Mittwoch veröffentlicht wurde. Die Unterstützung für Siedlungen sei finanziell und logistisch erhöht worden, während Siedler bewaffnet würden.

Die Gewalt von Siedlern sei ein zentraler Bestandteil der „staatlich gebilligten Kampagne ethnischer Säuberung“, so Amnesty. Diese Maßnahmen zielten darauf ab, Palästinenser aus dem C-Gebiet zu vertreiben, welches mehr als 60 Prozent des besetzten Westjordanlands umfasst. Amnesty International untersuchte für den Bericht 27 Gemeinschaften, die von Vertreibung bedroht sind, und führte Interviews mit Betroffenen und Experten.

„Erst im März erklärte Bundeskanzler Merz, es dürfe keine weiteren Annexionsschritte im Westjordanland geben“, sagte Julia Duchrow, Generalsekretärin von Amnesty International in . Doch diese Schritte gebe es längst. „Es gibt sie seit Jahrzehnten. Und seit Amtsantritt der aktuellen israelischen Regierung sind aus Schritten Sprünge geworden.“

„Die Bundesregierung muss zeigen, dass Völkerrecht und Menschenrechte für sie mehr sind als reine Lippenbekenntnisse“, so Duchrow. Es mangele nicht an konkreten politischen Maßnahmen, die es zu ergreifen gelte. Was fehle, sei der politische Wille, sie umzusetzen. “Vor allem muss die Bundesregierung ihre Blockade gegen die Aussetzung des EU-Assoziierungsabkommens mit Israel aufgeben. Am 15. Juni tagen die EU-Außenminister dazu. Ob es zur Aussetzung kommt, hängt wesentlich an zwei Ländern: und Deutschland.“

Siehe auch:  Schwarz-Rot fordert gemeinsamen "Pakt für den Rechtsstaat"
Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Jorch, Callamard, Hassan, Duchrow am 10.06.2026

Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.

Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Amnesty International wirft Israel ethnische Säuberung im Westjordanland vor.
  • Israels Regierung verstärkt Unterstützung für Siedlungen und bewaffnet Siedler.
  • Bundesregierung soll Blockade gegen Aussetzung des EU-Assoziierungsabkommens mit Israel aufgeben.

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • Betroffene: Palästinenser im Westjordanland
  • Region: Westjordanland, insbesondere C-Gebiet
  • Zeitrahmen: Bericht veröffentlicht am Mittwoch; EU-Außenminister tagen am 15. Juni

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Vorwurf der ethnischen Säuberung durch Israel im Westjordanland
  • Umsetzung einer religiös-nationalistischen Agenda mit Fokus auf Siedlungsbau und Landnahmen
  • Erhöhte Unterstützung und Bewaffnung von Siedlern zur Vertreibung von Palästinensern aus dem C-Gebiet

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Bundesregierung muss Blockade gegen Aussetzung des EU-Assoziierungsabkommens mit Israel aufgeben
  • Politischer Wille zur Umsetzung konkreter Maßnahmen erforderlich
  • EU-Außenminister tagen am 15. Juni, Entscheidung hängt von Italien und Deutschland ab
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