DFB fordert "grundsätzlich andere Kultur" bei der Fifa

1. August 2026

Sport - aktuelle Fakten und Einordnung

Politik im Fußball: DFB fordert Konsequenzen in Frankfurt

Frankfurt/Main () – Im Streit um die mittlerweile gestoppten Investorenpläne von Fifa-Präsident Gianni Infantino drängt auch der DFB auf Konsequenzen.

„Die Vorgänge rund um dieses von Gianni Infantino initiierte Projekt müssen jetzt lückenlos aufgeklärt werden“, sagte DFB-Präsident Bernd Neuendorf am Samstag. Der Fifa-Präsident habe „eigenmächtig, intransparent und letztlich auch unverantwortlich im Sinne des Fußballs gehandelt“. Man müsse gemeinsam mit der Uefa und anderen Konföderationen dafür sorgen, dass bei der Fifa eine „grundsätzlich andere Kultur“ einziehe. „Eine Kultur, in der vor allem Entscheidungen wieder von den Mitgliedern in den Gremien diskutiert und getroffen werden“, so Neuendorf.

Zuvor hatte bereits die Uefa mitgeteilt, in den kommenden Tagen und Wochen gemeinsam mit anderen Konföderationen einen Plan ausarbeiten zu wollen. Dabei dürfe „keine Option“ ausgeschlossen werden. „Die derzeitige Fifa-Führung hat nicht nur das Vertrauen der Uefa, sondern auch das vieler anderer Mitglieder der Fußballfamilie verloren“, so die Uefa.

Der Verband kritisierte Infantino auch persönlich. Dieser habe bei seiner Kandidatur für das Amt des Fifa-Präsidenten im Jahr 2016 Transparenz versprochen und den Mitgliedsverbänden versichert, dass das Geld der Fifa das Geld der Verbände sei. „Beide Versprechen hat er nicht eingehalten“, so die Uefa. „Der schäbige, hinter verschlossenen Türen ausgehandelte und undurchsichtige Deal, den er ausgeheckt und durchzusetzen versucht hat, war alles andere als transparent.“ Und angesichts von Rücklagen in Höhe von über 5 Milliarden Dollar habe er es zudem versäumt, die Gelder der Verbände zum „Wohle des Sports“ einzusetzen.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: DFB-Zentrale (Archiv)

Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.

Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • DFB-Präsident Bernd Neuendorf fordert eine lückenlose Aufklärung der von Gianni Infantino initiierten, gestoppten Investorenpläne
  • Neuendorf kritisiert Infantino wegen eigenmächtigen, intransparenten und unverantwortlichen Handelns und verlangt eine grundlegende Änderung der FIFA-Kultur hin zu Entscheidungen durch Mitglieder in Gremien
  • Uefa kündigt an, gemeinsam mit anderen Konföderationen einen Plan auszuarbeiten, bei dem keine Option ausgeschlossen wird, und kritisiert das Vertrauen der aktuellen FIFA-Führung als verloren

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • DFB und damit der deutsche Fußballverband sowie die Mitgliedsverbände der FIFA/Fußballfamilie; betroffen ist das von Gianni Infantino initiierte und mittlerweile gestoppte Investorenprojekt, zudem fordert der DFB Konsequenzen und eine grundlegende Änderung der FIFA-Kultur (Entscheidungen wieder in den Gremien der Mitglieder) ohne konkrete Fristen/Zahlen zu Zeiträumen
  • FIFA-Führung bzw. Gianni Infantino persönlich; Kritik wegen eigenmächtigem, intransparentem Vorgehen, nicht eingehaltenen Transparenz-/Zusagen aus der Kandidatur 2016 und eines „Deals“ hinter verschlossenen Türen; es werden Rücklagen der FIFA von über 5 Milliarden Dollar genannt (Zahl zur finanziellen Größenordnung)
  • UEFA und andere Konföderationen; die UEFA kündigt an, in den kommenden Tagen und Wochen gemeinsam mit anderen Konföderationen einen Plan auszuarbeiten, bei dem keine Option ausgeschlossen werden darf (Zeitraum: „in den kommenden Tagen und Wochen“)

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Streit um gestoppte Investorenpläne von Fifa-Präsident Gianni Infantino; DFB fordert lückenlose Aufklärung der von ihm initiierten Vorgänge und Konsequenzen
  • Hintergründe/Anwürfe: Infantino habe eigenmächtig, intransparent und unverantwortlich gehandelt; außerdem habe er bei der Kandidatur 2016 Transparenz und Zusicherung gemacht, dass das Fifa-Geld das der Verbände sei, diese Versprechen aber nicht eingehalten
  • Kontext/Auslöser: Vertrauensverlust der Uefa und vieler Mitglieder der Fußballfamilie; Uefa kündigt an, gemeinsam mit anderen Konföderationen einen Plan zu erarbeiten, bei dem keine Option ausgeschlossen wird, im Zusammenhang mit Rücklagen von über 5 Milliarden Dollar ohne zweckmäßige Mittelverwendung „zum Wohle des Sports“

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Der DFB fordert, dass die Vorgänge um das von Gianni Infantino initiierte Projekt lückenlos aufgeklärt werden und dass bei der FIFA eine grundsätzlich andere Kultur einzieht, in der Entscheidungen wieder in den Gremien diskutiert und von den Mitgliedern getroffen werden
  • Die UEFA will gemeinsam mit anderen Konföderationen in den kommenden Tagen und Wochen einen Plan ausarbeiten, wobei keine Option ausgeschlossen werden soll, um Konsequenzen aus dem Vertrauensverlust gegenüber der aktuellen FIFA-Führung zu ziehen
  • Der DFB drängt auf Konsequenzen aus Infantinos eigenmächtigem und intransparentem Vorgehen und kritisiert insbesondere die nicht eingehaltenen Transparenzversprechen sowie das Versäumnis, die Verbandsgelder angesichts großer Rücklagen zum Wohle des Sports einzusetzen
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH
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