Hitzetote: Grüne pochen auf Investitionen in Klimaanpassung

30. Juli 2026

Politik - aktuelle Fakten und Einordnung

Politik: Hitzeschutz in

() – Die Grünenvorsitzende Franziska Brantner fordert angesichts der vielen Hitzetoten in Deutschland einen besseren Schutz für Kinder, Senioren und Pflegebedürftige.

„Fast 10.000 Hitzetote seit Jahresbeginn und die Bundesregierung sieht tatenlos zu“, sagte Brantner der „Rheinischen Post“ (Freitagsausgabe). „Ältere Menschen sterben in Pflegeeinrichtungen ohne Klimaanlage, Kinder schwitzen in überhitzten Kitas. Das ist kein Randthema mehr, sondern eine akute Gefahr für Menschenleben.“

Deswegen müsse jetzt in Klimaanpassungen investiert werden. „Der Klima- und Transformationsfonds muss endlich konsequent dafür genutzt werden, für Hitzeschutzpläne in Pflegeeinrichtungen und Kitas, für Verschattung und Trinkwasserbrunnen in Städten, für mehr Grün- und Wasserflächen, die Städte im Sommer kühl halten“, forderte Brantner.

„Gleichzeitig bremst Wirtschaftsministerin Reiche beim Klimaschutz die Erneuerbaren aus, statt sie entschlossen auszubauen“, sagte sie mit Blick auf das EEG- und Netzanschlusspaket, das am Mittwoch im Kabinett beschlossen wurde. Mit ihrer EEG-Novelle und dem Netzpaket schwäche sie ausgerechnet die Energieträger, die Deutschland unabhängig und klimasicher machen könnten. „Statt der Erneuerbaren gehört Ministerin Reiche ausgebremst“, so Brantner.

Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Donnerstag mitteilte, sind bis zur Kalenderwoche 29 in diesem Jahr deutschlandweit rund 9.800 Menschen an den hohen Temperaturen gestorben. Damit sind 2026 bereits jetzt mehr Menschen an der Hitze gestorben als in jedem Jahr seit 2016, als das RKI begonnen hat, die Zahl der Hitzetoten systematisch methodisch auszuwerten.

Hitzewellen werden durch die menschengemachte Erderwärmung stärker und wahrscheinlicher. Der Effekt wird weiter verstärkt, solange zusätzliche Treibhausgase etwa durch das Verbrennen von Kohle, Öl und Gas in die Atmosphäre gebracht werden. Laut einer Analyse der wissenschaftlichen Initiative World Weather Attribution (WWA) wären die Temperaturen der Hitzewelle Ende Juni 2026 noch im Jahr 1976 im Juni „praktisch unmöglich“ und auch zu jeder anderen Jahreszeit höchst unwahrscheinlich gewesen.

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Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Franziska Brantner (Archiv)

Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.

Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Franziska Brantner fordert einen besseren Schutz von Kindern, Senioren und Pflegebedürftigen wegen der vielen Hitzetoten in Deutschland
  • Forderung nach konkreten Klimaanpassungsmaßnahmen wie Hitzeschutzpläne in Pflegeeinrichtungen und Kitas sowie Verschattung und Trinkwasserbrunnen in Städten; dafür solle der Klima- und Transformationsfonds konsequent genutzt werden
  • Brantner kritisiert Wirtschaftsministerin Reiche und bezeichnet das am Mittwoch beschlossene EEG- und Netzanschlusspaket als bremsend für den Ausbau der Erneuerbaren

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • Zielgruppen: Kinder in überhitzten Kitas sowie ältere Menschen/Senioren und Pflegebedürftige in Pflegeeinrichtungen ohne Klimaanlage; Regionen: Deutschland; Zahlen/Zeiträume: fast 10.000 Hitzetote seit Jahresbeginn sowie bis zur Kalenderwoche 29 rund 9.800 deutschlandweit in 2026
  • Maßnahmen/Forderungen: Investitionen in Klimaanpassungen für Hitzeschutzpläne in Pflegeeinrichtungen und Kitas, Verschattung und Trinkwasserbrunnen sowie mehr Grün- und Wasserflächen zur Kühlung der Städte im Sommer; Regionen: Städte in Deutschland; Zeitraum: jetzt bzw. ab 2026
  • Politikbezug: kritisiert EEG-Novelle und Netzanschlusspaket (am Mittwoch im Kabinett beschlossen) als bremsend für Erneuerbare; Regionen: Deutschland; Zeitraum: am Mittwoch im Kabinett beschlossen (Bezug auf 2026)

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Fast 10.000 Hitzetote seit Jahresbeginn; akute Gefahr besonders für Kinder, Senioren und Pflegebedürftige, weil Pflegeeinrichtungen teils keine Klimaanlagen haben und Kitas überhitzen
  • Hintergrund menschengemachte Erderwärmung: Hitzewellen werden stärker und wahrscheinlicher durch zusätzliche Treibhausgase aus Verbrennen von Kohle, Öl und Gas
  • Auslöser/zusätzlicher Kontext politischer Rahmen: Forderung nach konsequenter Nutzung des Klima- und Transformationsfonds für Hitzeschutzpläne, Verschattung, Trinkwasserbrunnen sowie Kritik an ausgebremsten Erneuerbaren durch die EEG-Novelle und das Netzanschlusspaket

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Investitionen über den Klima- und Transformationsfonds für Hitzeschutzpläne in Pflegeeinrichtungen und Kitas sowie für Verschattung und Trinkwasserbrunnen in Städten anstoßen
  • Mehr Grün- und Wasserflächen in Städten schaffen, um diese im Sommer kühl zu halten
  • EEG- und Netzanschlusspaket so ausrichten, dass Erneuerbare Energien entschlossen ausgebaut werden, statt durch das Vorgehen von Wirtschaftsministerin Reiche ausgebremst zu werden
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH