Erdüberlastungstag: Ressourcen für 2026 bereits aufgebraucht

30. Juli 2026

Vermischtes - aktuelle Fakten und Einordnung

Gesellschaft: unter Druck durch Ressourcen

Genf () – Die Menschheit hat die natürlichen Ressourcen für dieses Jahr bereits aufgebraucht. Das teilte die Nichtregierungsorganisation Global Footprint Network am Donnerstag mit.

Der sogenannte „Earth Overshoot Day“ fällt in diesem Jahr auf den 30. Juli – das Datum, an dem der Verbrauch der Menschheit an natürlichen Ressourcen das übersteigt, was die Ökosysteme der Erde in diesem Jahr regenerieren können. Derzeit beansprucht die Menschheit die Natur um 73 Prozent schneller, als sich die Ökosysteme regenerieren können, was einem Verbrauch von 1,73 Erden entspricht.

Für Deutschland fiel der „Overshoot Day“ bereits auf den 10. Mai. Rechnerisch bräuchte die Menschheit 2,8 Erden, wenn alle Menschen so leben würden wie die deutsche Bevölkerung.

Eine Vielzahl von Faktoren trägt zu dieser Überschreitung bei, beispielsweise Autos, Kraftwerke und Fabriken, die mehr CO2 ausstoßen, als die Biosphäre aufnehmen kann, ein Süßwasserverbrauch, der das Nachwachsen übersteigt, eine Abholzung, die das Nachwachsen der Bäume übersteigt, sowie Fischfang, der das Nachwachsen der Bestände übersteigt.

Diese Übernutzung zehrt das Naturkapital auf und gefährdet weltweit die langfristige wirtschaftliche Sicherheit. Obwohl die Übernutzung zu Stagflation, Nahrungsmittel- und Energieunsicherheit, Gesundheitskrisen und Konflikten führen kann, wird die Ressourcensicherheit laut einer Analyse der Umweltschutzorganisation von kaum einer nationalen Regierung als zentraler Bestandteil ihrer Wirtschaftsplanung betrachtet.

Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) warnte vor dem fahrlässigen Umgang mit natürlichen Ressourcen. „Der jährliche globale Erdüberlastungstag ist dafür deutliche Mahnung: ab heute leben wir auf Pump“, sagte Schneider der „Rheinischen Post“ (Donnerstagausgabe). „Wir haben nur diese eine Erde, die uns Menschen versorgt, mit lebensnotwendigen Grundlagen: mit frischem Wasser, erholsamer Natur, mit Ackerland und auch mit kostbaren Rohstoffen, die wir für unsere Wirtschaft brauchen. Nur, wir gehen mit all dem viel zu fahrlässig um.“

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Deshalb sei Engagement für Klimaschutz wichtig. „Deshalb werden wir weiterhin die erneuerbaren Energien ausbauen. Und deshalb wollen wir zerstörte Natur, wo immer möglich, auch wiederherstellen“, sagte der Umweltminister.

Die Bundesregierung hatte zuletzt für Infrastrukturprojekte die Pflicht zum Naturschutzausgleich vor Ort abgeschafft. Das im Gegenzug geplante „Natürliche-Infrastruktur-Gesetz“ wird aktuell allerdings von der Union blockiert. Auch die Förderung für Erneuerbare Energien soll nach den Plänen der Bundesregierung gekürzt werden, obwohl die gesetzlichen Ausbauziele derzeit nicht erreicht werden.

Schneider erklärte, auch die Kreislaufwirtschaft spiele eine entscheidende Rolle, um Ressourcen langfristig zu schonen. „Viele Unternehmen in Deutschland zeigen bereits, wie aus wiedergewonnenen Rohstoffen neue Produkte werden und wie Materialien mehrfach genutzt werden können“, so der SPD-Politiker. „Genau darin liegt die Zukunft unserer Wirtschaft: weniger Verschwendung, mehr Innovation und mehr Unabhängigkeit. Wer Rohstoffe im Kreislauf hält, schützt Klima und Natur und stärkt zugleich den Wirtschaftsstandort Deutschland.“

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Trockenes Feld (Archiv)

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Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Der Earth Overshoot Day 2026 fällt auf den 30. Juli; die Menschheit beansprucht die Natur damit 73 Prozent schneller als die Ökosysteme regenerieren können (entspricht 1,73 Erden)
  • Deutschland hatte den Overshoot Day bereits am 10. Mai; rechnerisch wären dafür 2,8 Erden nötig bei Lebensweise wie in Deutschland
  • Bundesumweltminister Carsten Schneider will trotz Blockaden und Kürzungsplänen erneuerbare Energien weiter ausbauen und zerstörte Natur wiederherstellen; zudem soll die Kreislaufwirtschaft stärker zur Ressourcenschonung beitragen

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • Weltweit: Earth Overshoot Day am 30. Juli (Verbrauch übersteigt Regenerationsfähigkeit), aktuell Naturbeanspruchung 73 Prozent schneller als Regeneration entsprechend 1,73 Erden
  • Deutschland: Overshoot Day bereits am 10. Mai, rechnerisch Bedarf von 2,8 Erden bei Lebensweise wie die deutsche Bevölkerung
  • Keine Angabe

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Übernutzung natürlicher Ressourcen über Regenerationsfähigkeit; Menschheit beansprucht Natur um 73 Prozent schneller, 1,73 Erden entsprechen rechnerischem Verbrauch, Earth Overshoot Day am 30. Juli global und in Deutschland am 10. Mai
  • Ursachenfaktoren der Überschreitung: hoher CO2-Ausstoß durch Autos, Kraftwerke und Fabriken, Süßwasserverbrauch über Nachwachsen, Abholzung über Nachwachsen der Bäume, Fischfang über Nachwachsen der Bestände
  • Hintergrund/Auslöser im politischen Kontext: trotz Risiken für Wirtschaftssicherheit werden Ressourcensicherheit und Naturschutzausgleich laut Analyse kaum als zentral in der Wirtschaftsplanung nationaler Regierungen berücksichtigt; Abschaffung der Pflicht zum Naturschutzausgleich, Blockade des Natürliche-Infrastruktur-Gesetzes, geplante Kürzungen bei Förderung Erneuerbarer Energien, politischer Appell von Bundesumweltminister Schneider zu Klimaschutz, Wiederherstellung von Natur und Kreislaufwirtschaft

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Bundesumweltminister Carsten Schneider kündigt an, die erneuerbaren Energien weiterhin auszubauen sowie zerstörte Natur dort wiederherzustellen, wo möglich
  • Die Bundesregierung setzt auf Klimaschutz und Kreislaufwirtschaft, um Ressourcen langfristig zu schonen und mehr Unabhängigkeit zu schaffen
  • Für Infrastrukturprojekte wurde die Pflicht zum Naturschutzausgleich vor Ort abgeschafft, während das geplante „Natürliche-Infrastruktur-Gesetz“ aktuell von der Union blockiert wird
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