Verfassungsgericht bestätigt Arztvorbehalt für Eigenbluttherapie

28. Juli 2026

Vermischtes - aktuelle Fakten und Einordnung

Rechtsprechung in : Blutentnahme für Eigenblut

Karlsruhe () – Das Bundesverfassungsgericht hat die Verfassungsbeschwerde einer Heilpraktikerin gegen das Verbot der Blutentnahme zur Herstellung nichthomöopathischer Eigenblutprodukte abgewiesen. Eine Verletzung ihrer Rechte konnte nicht festgestellt werden, teilten die Karlsruher Richter am Dienstag mit. Die Beschwerdeführerin hatte sich gegen behördliche und gerichtliche Entscheidungen gewandt, die ihr diese Praxis untersagten.

Im Mittelpunkt des Verfahrens stand die Blutentnahme für sogenannte native Eigenblutbehandlungen, bei denen Vollblut aus der Vene entnommen und unverändert in die Muskulatur injiziert wurde. Auch erweiterte native Eigenblutbehandlungen, bei denen das Blut vor der Reinjektion geschüttelt oder mit Arzneimitteln vermischt wurde, sowie die Eigenserumtherapie, bei der das Blut zentrifugiert und das Serum entnommen wurde, waren Gegenstand der Beschwerde.

Die angegriffenen Entscheidungen stützten sich auf das Arzneimittelgesetz und das Transfusionsgesetz, die solche Blutentnahmen dem Arztvorbehalt unterstellen. Der Gesetzgeber habe ein „schlüssiges Regelungskonzept“ verfolgt, welches die Integrität und Sicherheit von Blutprodukten gewährleisten soll, so das Gericht. Die Differenzierung zwischen homöopathischen und nichthomöopathischen Eigenblutprodukten sei sachlich gerechtfertigt, da für letztere verbindliche Herstellungsrichtlinien fehlen (Beschluss vom 20. Mai 2026 – 1 BvR 2324/24).

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Bundesverfassungsgericht (Archiv)

Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.

Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Das Bundesverfassungsgericht wies die Verfassungsbeschwerde einer Heilpraktikerin gegen das Verbot der Blutentnahme zur Herstellung nichthomöopathischer Eigenblutprodukte ab
  • Die angegriffenen Regelungen wurden auf Arzneimittelgesetz und Transfusionsgesetz gestützt, die solche Blutentnahmen dem Arztvorbehalt unterstellen; das Gericht sah darin ein schlüssiges Regelungskonzept zur Gewährleistung von Integrität und Sicherheit
  • Die Differenzierung zwischen homöopathischen und nichthomöopathischen Eigenblutprodukten wurde als sachlich gerechtfertigt bewertet, weil für nichthomöopathische Produkte verbindliche Herstellungsrichtlinien fehlen; Beschluss vom 20. Mai 2026 - 1 BvR 2324/24

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • Heilpraktikerin in einem Verfassungsbeschwerdeverfahren gegen das Verbot der Blutentnahme zur Herstellung nichthomöopathischer Eigenblutprodukte; abgewiesen durch das Bundesverfassungsgericht, Verletzung ihrer Rechte nicht festgestellt
  • Region/Institution: Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe; Bezug auf Beschluss vom 20. Mai 2026 (1 BvR 2324/24)
  • Betroffen waren Verfahren zur nativen Eigenblutbehandlung (Vollblut aus der Vene entnommen und injiziert), erweiterte native Eigenblutbehandlungen (Schütteln oder Vermischen) sowie Eigenserumtherapie (Zentrifugation und Serumentnahme), jeweils im Rahmen des Arztvorbehalts nach Arzneimittelgesetz und Transfusionsgesetz

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Verfassungsbeschwerde der Heilpraktikerin gegen das Verbot der Blutentnahme zur Herstellung nichthomöopathischer Eigenblutprodukte ohne feststellbare Verletzung ihrer Rechte abgewiesen
  • Gesetzliche Grundlage Arzneimittelgesetz und Transfusionsgesetz; solche Blutentnahmen dem Arztvorbehalt unterstellt, um Integrität und Sicherheit von Blutprodukten zu gewährleisten
  • Hintergrund/Anlass Verfahren zur Zulässigkeit verschiedener Eigenblutbehandlungen (native, erweiterte native, Eigenserumtherapie) und zur sachlichen Rechtfertigung der Unterscheidung zwischen homöopathischen und nichthomöopathischen Produkten mangels verbindlicher Herstellungsrichtlinien für letztere

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Das Bundesverfassungsgericht hat die Verfassungsbeschwerde der Heilpraktikerin gegen das Verbot der Blutentnahme zur Herstellung nichthomöopathischer Eigenblutprodukte abgewiesen
  • Die bisherigen behördlichen und gerichtlichen Untersagungen bleiben damit bestehen, gestützt auf Arztvorbehalt nach Arzneimittelgesetz und Transfusionsgesetz
  • Der Gesetzgeber wird vom Gericht bestätigt, dass ein Regelungskonzept zur Gewährleistung von Integrität und Sicherheit von Blutprodukten verfolgt wird, auch wegen fehlender verbindlicher Herstellungsrichtlinien für nichthomöopathische Eigenblutprodukte
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