Anteil nichtdeutscher Häftlinge steigt auf 45 Prozent
Politik - aktuelle Fakten und Einordnung
Gesellschaft: Ausländeranteil im Justizvollzug in Osnabrück
Osnabrück () – Der Anteil an Häftlingen ohne deutsche Staatsbürgerschaft ist erneut gestiegen. Das zeigt eine Auswertung der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Freitagausgabe), die sich auf Daten aller 16 Justizminister bezieht. 2026 sitzen demnach mehr als 27.000 ausländische Inhaftierte in deutschen Gefängnissen.
Damit machen ausländische Inhaftierte mittlerweile 44,8 Prozent aller Gefängnisinsassen (inklusive Untersuchungshaft) aus. Nach Daten der Bundesländer befanden sich zum Stichtag im März 2026 insgesamt 60.408 Menschen in Haft. Menschen mit deutscher sowie ausländischer Staatsbürgerschaft (doppelter Staatsbürgerschaft) werden in der Statistik als Deutsche gezählt.
Der Anteil ausländischer und staatenloser Gefangener steigt seit Jahren tendenziell an. Noch 2015 lag er bei etwas mehr als 30 Prozent.
Regional gibt es starke Unterschiede: In Bayern, Baden-Württemberg und Hessen liegt der Ausländeranteil in den Haftanstalten bereits bei über 50 Prozent. Prozentual sitzen die meisten nichtdeutschen Häftlinge in den Stadtstaaten Hamburg (57,95 Prozent) und Berlin (58,9 Prozent). In Mecklenburg-Vorpommern (25,1 Prozent), Sachsen-Anhalt (23,69 Prozent) und Thüringen (23,24 Prozent) hat hingegen nur jeder Vierte keinen deutschen Pass.
Der Bund der Strafvollzugsbediensteten (BSBD) warnt angesichts der Entwicklung vor einer Überforderung der Anstalten. „Die Sprachbarrieren sind ein großes Problem“, sagte der Bundesvorsitzende René Müller der Zeitung. Die Kollegen könnten kaum noch resozialisieren und würden immer schlechter zu den Insassen vordringen, so Müller weiter. Auch das Aggressionspotenzial nehme infolge der Verständigungsprobleme weiter zu.
Dazu steige das Risiko, dass sich Subkulturen bildeten und Männer muslimischen Glaubens sich im Gefängnis radikalisieren, sagte der BSBD-Vorsitzende. „Wir brauchen dringend mehr Personal, um Situationen besser im Blick behalten zu können – und Gruppen auch zu separieren“, so Müller weiter. Es dürfe nicht sein, dass manche Häftlinge bei Entlassung krimineller sind als bei Haftantritt.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Justizvollzugsbeamter (Archiv) |
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Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?
- Anteil ausländischer Inhaftierter ohne deutsche Staatsbürgerschaft ist erneut gestiegen; 2026 sind mehr als 27.000 ausländische Inhaftierte in deutschen Gefängnissen
- Ausländische Inhaftierte machen inzwischen 44,8 Prozent aller Gefängnisinsassen aus; Stichtag März 2026 insgesamt 60.408 Menschen in Haft, Doppelstaater werden in der Statistik als Deutsche gezählt
- BSBD warnt vor Überforderung der Anstalten wegen Sprachbarrieren; fordert dringend mehr Personal zur besseren Kontrolle und zur Separierung von Gruppen, um Radikalisierung und steigendes Aggressionspotenzial zu verhindern
Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?
- Betroffen sind Justizvollzugsanstalten in Deutschland; Auswertung für alle 16 Justizminister zeigt im März 2026 insgesamt 60.408 Menschen in Haft, davon mehr als 27.000 ausländische Inhaftierte; Anteil ausländischer Inhaftierter steigt auf 44,8 Prozent aller Gefängnisinsassen (inklusive Untersuchungshaft)
- Starke regionale Unterschiede: Ausländeranteil in Haftanstalten über 50 Prozent in Bayern, Baden-Württemberg und Hessen; höchste Werte in Hamburg 57,95 Prozent und Berlin 58,9 Prozent, niedrigste in Mecklenburg-Vorpommern 25,1 Prozent, Sachsen-Anhalt 23,69 Prozent und Thüringen 23,24 Prozent
- Zielgruppe/Problemfelder laut BSBD: Sprachbarrieren, zunehmendes Aggressionspotenzial sowie Risiko von Radikalisierung und Bildung von Subkulturen bei muslimischem Glauben; Forderung nach mehr Personal, um Gruppen separieren und Resozialisierung verbessern zu können
Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?
- Seit Jahren tendenziell steigender Anteil ausländischer und staatenloser Inhaftierter, laut Artikel von etwas über 30 Prozent im Jahr 2015 auf 44,8 Prozent im März 2026 gewachsen; Ursache wird nicht weiter konkret benannt
- Kontext: 2026 mehr als 27.000 ausländische Inhaftierte in deutschen Gefängnissen bei insgesamt 60.408 in Haft, mit methodischer Einordnung von doppelter Staatsbürgerschaft als „Deutsche“
- Auslöser/Hintergrund der Warnung: Sprachbarrieren erschweren die Resozialisierung und den Zugang des Personals zu den Insassen, erhöhen das Aggressionspotenzial und begünstigen Subkulturen sowie mögliche Radikalisierung; zudem Bedarf an mehr Personal zur besseren Kontrolle und Separierung von Gruppen
Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?
- Die Behörden bzw. der Strafvollzug warnen vor einer Überforderung der Anstalten durch zunehmende Sprachbarrieren und damit steigende Verständigungsprobleme
- Es wird gefordert, dringend mehr Personal einzusetzen, um Situationen besser zu überwachen und betroffene Gruppen bei Bedarf zu separieren
- Es soll verhindert werden, dass Häftlinge bei Entlassung krimineller sind als bei Haftantritt, etwa durch bessere Resozialisierungsarbeit
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