Sozialverband kritisiert Frühstartrente als "risikobehaftet"
Politik - aktuelle Fakten und Einordnung
Politik: SoVD zur Frühstartrente in Berlin
Berlin () – Der Sozialverband Deutschland (SoVD) reagiert zurückhaltend auf die Pläne von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil für die neue Frühstartrente.
„Die Idee, bereits ab dem Kindesalter für die Alterssicherung vorzusorgen, ist grundsätzlich nachvollziehbar und begrüßenswert“, sagte die SoVD-Vorstandsvorsitzende Michaela Engelmeier den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Es stelle sich jedoch die Frage, ob dies wirklich über ein „risikobehaftetes kapitalgedecktes Modell“ erfolgen müsse. Diese Maßnahme dürfe nicht wieder wie bei der Riesterrente in erster Linie den Versicherungskonzernen nutzen. Aus Sicht des SoVD wäre es sinnvoller gewesen, alle Kraft in die Stärkung der gesetzlichen Rente zu stecken und sie in eine Erwerbstätigenversicherung auszubauen, fügte Engelmeier hinzu.
Klingbeil hat den Gesetzentwurf für die Frühstartrente am Mittwoch in die sogenannte Ressortabstimmung gegeben. Dem Dokument, aus dem die Funke-Mediengruppe zitiert, zufolge sollen Eltern die staatliche Förderung von zehn Euro im Monat künftig mit bis zu 6.840 Euro pro Jahr aus eigenen Mitteln aufstocken können. Zudem sieht der Entwurf für Kinder, deren Eltern kein eigenes Vorsorgedepot eröffnen, ein staatliches Sondervermögen vor, in dem das Geld bis zur Volljährigkeit angelegt wird. Mit Erreichen des 18. Lebensjahres soll das angesparte Vermögen in das geplante Altersvorsorgedepot übergehen.
„Wir wollen, dass alle besser und früher für das Alter vorsorgen können. Eltern wollen wir dabei unterstützen, schon für ihre Kinder vorzusorgen. Heute hängt das viel zu oft davon ab, ob die Eltern hohe Einkommen oder Vermögen haben. Diese Ungleichheit setzt sich dann oft bis ins Alter fort. Das wollen wir ändern“, sagte Klingbeil den Funke-Zeitungen. Mit der Frühstartrente gebe man jungen Menschen schon früh ein Startkapital für die private Vorsorge mit. Das sei ein wichtiger Beitrag für eine bessere Altersvorsorge, aber auch für mehr Chancengleichheit.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Sozialverband Deutschland (SoVD) (Archiv) |
Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.
Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?
- SoVD reagiert zurückhaltend auf die Pläne von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil zur neuen Frühstartrente und kritisiert insbesondere ein risikobehaftetes kapitalgedecktes Modell
- SoVD fordert stattdessen, die Priorität auf die Stärkung der gesetzlichen Rente zu legen und sie zu einer Erwerbstätigenversicherung auszubauen
- Gesetzentwurf zur Frühstartrente sieht vor, dass Eltern die staatliche Förderung von 10 Euro monatlich bis zu 6.840 Euro pro Jahr aus eigenen Mitteln aufstocken können sowie ein Sondervermögen für Kinder ohne eigenes Vorsorgedepot bis zur Volljährigkeit vorgesehen ist und danach in das Altersvorsorgedepot übergeht
Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?
- Sozialverband Deutschland (SoVD) über Michaela Engelmeier; reagiert zurückhaltend auf Pläne von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil zur neuen Frühstartrente; kritisiert ein risikobehaftetes kapitalgedecktes Modell und fordert stattdessen Stärkung der gesetzlichen Rente bzw. Ausbau zur Erwerbstätigenversicherung
- Betroffen sind Eltern und Kinder/Heranwachsende in Deutschland; Eltern sollen die staatliche Förderung von 10 Euro monatlich künftig mit bis zu 6.840 Euro pro Jahr aus eigenen Mitteln aufstocken können; Kinder ohne eigenes Vorsorgedepot erhalten Sondervermögen bis zur Volljährigkeit
- Zeitlicher Ablauf: Gesetzentwurf zur Frühstartrente am Mittwoch in Ressortabstimmung gegeben; Übergang des bis zur Volljährigkeit angesparten Vermögens in das Altersvorsorgedepot mit Erreichen des 18. Lebensjahres
Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?
- SoVD äußert Bedenken gegen das geplante risikobehaftete kapitalgedeckte Modell der Frühstartrente und kritisiert, dass dabei wie bei der Riesterrente vor allem Versicherungskonzerne profitieren könnten
- Hintergrund ist die geplante staatliche Förderung von 10 Euro im Monat für die private Vorsorge von Kindern, wobei Eltern diese künftig jährlich aus eigenen Mitteln bis zu 6.840 Euro aufstocken können und bei fehlendem Vorsorgedepot ein staatliches Sondervermögen bis zur Volljährigkeit anlegt wird
- Auslöser ist der Gesetzentwurf von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil, den er zur Ressortabstimmung gegeben hat, um frühe Vorsorge zu ermöglichen und bestehende Ungleichheiten abhängig vom Einkommen/Vermögen der Eltern zu verringern
Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?
- Bundesfinanzminister Lars Klingbeil hat den Gesetzentwurf für die Frühstartrente in die Ressortabstimmung gegeben
- Eltern sollen die staatliche Förderung von zehn Euro im Monat künftig aus eigenen Mitteln aufstocken können, zudem ist für Kinder ohne eigenes Vorsorgedepot ein staatliches Sondervermögen vorgesehen, das bis zur Volljährigkeit angelegt wird
- Die Politik verfolgt damit das Ziel, Eltern beim frühzeitigen Aufbau von Altersvorsorge zu unterstützen und dadurch die von Vermögen/Einkommen abhängige Ungleichheit zu verringern
- Norris holt erste Pole der Saison beim Großen Preis von Ungarn - 25. Juli 2026
- Pedelec-Fahrer in Wadersloh schwer verletzt - 25. Juli 2026
- Hunderttausende wegen Waldbränden in Südwesteuropa evakuiert - 25. Juli 2026
