Wohnungslosenhilfe kritisiert geplantes Alkoholverbot an Bahnhöfen

22. Juli 2026

Vermischtes - aktuelle Fakten und Einordnung

Gesellschaft: Wohnungslosigkeit in Bahnhöfen

() – Die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe befürchtet neue Härten für obdachlose Menschen mit Alkoholsucht vor dem Hintergrund des geplanten bundesweiten Alkoholkonsumverbots an Bahnhöfen.

Ein Verbot verändere nicht die Lebenslage der Menschen, die sich am Bahnhof aufhalten, sondern verdränge sie lediglich aus dem Blickfeld, sagte Vize-Geschäftsführer Joachim Krauß dem „Redaktionsnetzwerk “ (Mittwochausgabe). Der Bahnhof gehöre für viele zu den wenigen witterungsgeschützten und gut zugänglichen öffentlichen Orten. Durch das Verbot würden die Menschen in Bereiche gedrängt, die weniger Schutz bieten und weniger Anschluss an das Hilfesystem haben, so Krauß.

In , wo ein entsprechendes Verbot bereits gilt, habe man die Erfahrung gemacht, dass die Menschen in angrenzende Stadtteile verdrängt wurden. Die dadurch entstandene öffentliche Aufmerksamkeit habe allerdings auch einen positiven Nebeneffekt: Die Stadt Hamburg baue inzwischen niedrigschwellige Hilfeangebote in unmittelbarer Bahnhofsnähe aus. Krauß erklärte, es brauche aufsuchende Ansätze wie Streetwork sowie die Schaffung von Akzeptanzräumen statt Verbote.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Obdachloser (Archiv)

Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.

Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe befürchtet neue Härten für obdachlose Menschen mit Alkoholsucht durch das geplante bundesweite Alkoholkonsumverbot an Bahnhöfen
  • Joachim Krauß sagt, das Verbot verändere nicht die Lebenslage, sondern verdränge Betroffene aus dem Blickfeld in weniger geschützte Bereiche mit schlechterem Anschluss an das Hilfesystem
  • Als Lösung fordert Krauß aufsuchende Ansätze wie Streetwork und die Schaffung von Akzeptanzräumen statt weiterer Verbote

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • Betroffen sind obdachlose Menschen mit Alkoholsucht am Bahnhof; Zielgruppe laut Text: Menschen, die sich am Bahnhof aufhalten (keine konkreten Zahlen genannt)
  • Region: Deutschland insgesamt durch das geplante bundesweite Alkoholkonsumverbot an Bahnhöfen; Verdrängung aus dem Blickfeld erwartet, in weniger geschützte Bereiche ohne guten Anschluss an das Hilfesystem (keine konkrete Frist/Zeitraum genannt)
  • Beispielregion: Hamburg, dort gilt das Verbot bereits; dort Verdrängung in angrenzende Stadtteile, zugleich Aufbau niedrigschwelliger Hilfeangebote direkt nahe der Bahnhofsnähe

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • geplantes bundesweites Alkoholkonsumverbot an Bahnhöfen als Hintergrund und Auslöser für befürchtete Verschlechterungen für obdachlose Menschen mit Alkoholsucht
  • Verdrängung aus dem Blickfeld führt laut Einschätzung dazu, dass Betroffene stärker in weniger geschützte Bereiche gedrängt werden und schlechtere Anbindung an das Hilfesystem erhalten
  • Erfahrungen aus Hamburg zeigen, dass ein bereits bestehendes Verbot zur Verdrängung in angrenzende Stadtteile führt; positiver Nebeneffekt ist der Ausbau niedrigschwelliger Hilfeangebote nahe dem Bahnhof, weshalb aufsuchende Ansätze wie Streetwork und Akzeptanzräume statt Verbote gefordert werden

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Kein Verbot löse die Lebenslage obdachloser Menschen mit Alkoholsucht, sondern verdränge sie aus dem Blickfeld in weniger geschützte Bereiche ohne guten Anschluss an das Hilfesystem
  • Aufsuchende Ansätze wie Streetwork sowie die Schaffung von Akzeptanzräumen statt Verbote werden gefordert
  • In Hamburg wurden als Reaktion auf Verdrängung niedrigschwellige Hilfeangebote in unmittelbarer Bahnhofsnähe ausgebaut
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH