Union und SPD wollen mehr Personal für Alkoholverbot an Bahnhöfen

21. Juli 2026

Politik - aktuelle Fakten und Einordnung

Politik: Alkoholverbot an Bahnhöfen in

() – Nach der Ankündigung von Deutsche-Bahn-Chefin Evelyn Palla, ab Mitte Oktober ein Alkoholverbot an allen deutschen Bahnhöfen einzuführen, fordern Union und SPD die Bahn auf, für die nötige personelle Verstärkung zu sorgen.

„Dass die Deutsche Bahn ihre eigenen Sicherheitsbemühungen verstärkt, begrüße ich ausdrücklich“, sagte der innenpolitische Sprecher der Union, Alexander Throm (CDU), der „Welt“ (Mittwochausgabe). Dazu gehöre aber auch, dass sie diese Regeln mit eigenem Personal durchsetze.

Auch die SPD sieht die Bahn in der Pflicht beim Alkoholverbot: Eine Umsetzung könne nur in Betracht kommen, sofern die Bahn eine erhebliche personelle Verstärkung bei der DB Sicherheit nachweise, sagte der innenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Sebastian Fiedler, der Zeitung.

Die AfD-Bundestagsfraktion erklärte den Vorstoß der Bahn für umsetzbar und argumentierte damit, dass das schon länger in vielen Bereichen geltende Rauchverbot weitgehend durchgesetzt werden könne, sagte der verkehrspolitische Sprecher der AfD-Fraktion, Wolfgang Wiehle. „Ergänzende, wohlüberlegte Alkoholverbote in Zügen könnten folgen, insbesondere in den von den Ländern bestellten Regionalverkehren.“

Die Linke äußerte Kritik. Ein Alkoholverbot löse das Problem nicht. Die Bahn-Chefin wälze die Verantwortung ab und belaste die Angestellten noch stärker durch die Kontrolle von noch mehr Verboten, sagte der rechtspolitische Sprecher der Linken-Fraktion, Luke Hoß. „Wir alle zahlen jetzt den Preis dafür, dass die Deutsche Bahn nach der Privatisierung ihre Bahnhöfe kaputtgespart hat.“

Heiko Teggatz, Bundesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft, forderte die Bahn auf, das Personal für die Überwachung des Alkoholverbots bereitzustellen. „Das ist eine Sache des Hausrechts der Bahn. Sie muss dafür sorgen, mehr Sicherheitspersonal zu stellen.“ Die Polizei komme erst ins Spiel, wenn Gäste sich etwa weigerten, einen Bahnhof zu verlassen. Die Polizei müsse sich allerdings dennoch auf Mehreinsätze einstellen und dringend verstärkt werden. Im Bereich von Bahnhöfen fehlten der Polizei laut Teggatz etwa 3.500 Einsatzkräfte. Dennoch begrüße man das Verbot grundsätzlich. „Alkohol und Drogen sorgen dafür, dass die Hemmschwelle fällt, und führen häufig zu Gewalttaten.“

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Andreas Roßkopf, Bundesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei im Bereich Bundespolizei, sagte, die Überwachung des Alkoholverbots sei grundsätzlich mit den gegebenen personellen Ressourcen der Polizei umsetzbar. Er begrüßte das Verbot. „Bahnhöfe sind mittlerweile kriminelle Hotspots“, behauptete Roßkopf. Allein im vergangenen Jahr habe es fast 28.000 Gewaltdelikte im Bereich von Bahnhöfen gegeben. Mit einem Verbot von Alkohol könne man dem entgegenwirken. In , Frankfurt und gebe es bereits solche Verbote. „Seitdem haben sie die Straftaten und auch Gewalttaten reduziert.“

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: DB Sicherheit (Archiv)

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Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Union und SPD fordern von der Deutschen Bahn, das angekündigte Alkoholverbot an allen Bahnhöfen nur mit erheblicher personeller Verstärkung bei DB Sicherheit umzusetzen und die Regeln mit eigenem Personal durchzusetzen
  • Die Linke kritisiert den Vorstoß und behauptet, ein Alkoholverbot löse das Problem nicht, sondern erhöhe durch mehr Kontrollen die Belastung der Angestellten
  • Gewerkschaften und Polizei bewerten die Umsetzung unterschiedlich: Deutsche Polizeigewerkschaft fordert mehr Sicherheitspersonal und nennt bei der Polizei bundesweit etwa 3.500 fehlende Einsatzkräfte, während die Gewerkschaft der Polizei im Bereich Bundespolizei sagt, die Überwachung sei mit vorhandenen Ressourcen umsetzbar und verweist auf bereits bestehende Alkoholverbote in München, Frankfurt und Hamburg mit angeblich reduzierten Straftaten

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • Betroffen sind deutsche Bahnhöfe in ganz Deutschland, Zielgruppe sind Reisende/öffentlich in Bahnhofsbereichen; das Alkoholverbot soll laut Ankündigung ab Mitte Oktober eingeführt werden, Parteien fordern dafür personelle Verstärkung bei der DB Sicherheit und ggf. Mehreinsätze der Polizei
  • Union (CDU) und SPD verlangen, dass die Bahn die Regeln mit eigenem Personal durchsetzt bzw. für eine erhebliche personelle Verstärkung der DB Sicherheit Nachweise erbringt, während Links-/Polizei-/Gewerkschaftsvertreter das Thema grundsätzlich adressieren und mehr Einsatzkräfte fordern
  • Polizei-/Gewerkschaftsseite: es fehlen laut Deutsche Polizeigewerkschaft etwa 3.500 Einsatzkräfte im Bereich Bahnhöfe; Bundespolizei-gewerkschaft nennt fast 28.000 Gewaltdelikte im vergangenen Jahr im Bereich von Bahnhöfen; bereits bestehende Alkoholverbote in München, Frankfurt und Hamburg werden mit reduzierten Straftaten/Gewalttaten in Verbindung gebracht

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Ankündigung durch Deutsche-Bahn-Chefin Evelyn Palla ab Mitte Oktober ein Alkoholverbot an allen deutschen Bahnhöfen einzuführen, begleitet von Forderungen nach verstärkter Durchsetzung durch DB Sicherheit und zusätzlichem Personal
  • Hintergrund sind Sicherheits- und Kriminalitätsprobleme an Bahnhöfen, u.a. höhere Gewaltdelikte sowie Aussagen, dass Alkohol/Drogen die Hemmschwelle senken und Gewalt wahrscheinlicher machen
  • Auslöser sind politische Reaktionen auf den Vorstoß, bei Union und SPD insbesondere die Frage nach personeller Verstärkung, bei Linke die Kritik an Verantwortungsabwälzung und bei Polizei-Gewerkschaften die Einschätzung, dass Überwachung bzw. spätere Polizeieinsätze nötig bleiben

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Union und SPD fordern die Deutsche Bahn auf, das Alkoholverbot ab Mitte Oktober nur dann umzusetzen, wenn sie selbst für eine erhebliche personelle Verstärkung bei der DB Sicherheit sorgt und die Regeln mit eigenem Personal durchsetzt
  • Gewerkschaften fordern zusätzliche Ressourcen bzw. Mehreinsätze bei Polizei/Bundespolizei einzuplanen, da die Polizei erst bei Eskalationen (z.B. Weigerung, einen Bahnhof zu verlassen) zuständig wird und bundesweit etwa 3.500 Einsatzkräfte fehlen
  • Die Länder/Regionalverkehre sollen bei Bedarf mit einbezogen werden, da Alkoholverbote als ergänzende Maßnahmen insbesondere in von Ländern bestellten Verkehren als möglich erachtet werden
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