Bundeswehr fehlen knapp 2.000 Soldaten für Litauen-Brigade

18. Juli 2026

Politik - aktuelle Fakten und Einordnung

Politik: Personalnot in

() – Für den Aufbau der dauerhaft in Litauen stationierten Bundeswehr-Brigade fehlen nach internen Unterlagen derzeit noch knapp 2.000 Soldaten. Das geht aus internen Papieren hervor, über die die „Welt am Sonntag“ berichtet und die den Stand von Mitte Juni dokumentieren. Das Verteidigungsministerium erklärte dagegen auf Anfrage, die Aufstellung der Brigade verlaufe „planmäßig“ und man setze vorerst weiterhin auf Freiwilligkeit.

Den Unterlagen zufolge liegt die Personalgewinnung in mehreren Verbänden deutlich hinter den Zielen zurück. Teilweise erreichten betroffene Einheiten weniger als 30 Prozent ihres vorgesehenen Personalumfangs, zahlreiche weitere weniger als 50 Prozent. Bei den Fernmeldetruppen lag der Besetzungsstand demnach bei knapp 40 Prozent des angestrebten Solls. Von zehn ausgewerteten Verbänden und Einheiten wurden vier als „ungenügend“ und drei als „grenzwertig“ eingestuft.

In den Akten heißt es, insbesondere die Gewinnung von Mannschaftssoldaten und spezialisierten Unteroffizieren stelle in allen Einheiten und Verbänden eine Herausforderung dar. Zwar zeigten verstärkte Werbemaßnahmen Erfolge, sie deckten den Bedarf an freiwilligen Bewerbern jedoch weiterhin nicht.

Das Verteidigungsministerium erklärte hingegen, dass man optimistisch bleibe. Zuletzt seien unter anderem Informationsflyer erstellt und eine Hotline für Interessierte eingerichtet worden. Dort, wo es erforderlich sei, müssten jedoch im Zweifel verpflichtende Maßnahmen ergriffen werden. Zum möglichen Umfang solcher Verpflichtungen sei derzeit noch keine abschließende belastbare Aussage möglich.

Die Bundeswehr will bis 2027 rund 4.800 Soldaten dauerhaft für die Brigade in Litauen bereitstellen. Nach Angaben von Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) dürfte ein Teil der Dienstposten voraussichtlich nicht ausschließlich mit Freiwilligen besetzt werden können. Die Einsatzbereitschaft habe Vorrang. Bis zum geplanten Verlegezeitraum im Jahr 2027 sollen nach Nato-Vorgaben 90 Prozent der Dienstposten besetzt sein.

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Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Bundeswehr-Soldaten (Archiv)

Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.

Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Laut internen Unterlagen fehlen für den Aufbau der dauerhaft in Litauen stationierten Bundeswehr-Brigade derzeit noch knapp 2.000 Soldaten (Stand Mitte Juni)
  • Die Personalgewinnung liegt in mehreren Verbänden deutlich unter den Zielen; teils unter 30 Prozent, bei Fernmeldetruppen knapp 40 Prozent des Solls; vier Verbände wurden als „ungenügend“ und drei als „grenzwertig“ eingestuft
  • Das Verteidigungsministerium hält die Aufstellung für „planmäßig“ und setzt weiterhin auf Freiwilligkeit, schließt jedoch verpflichtende Maßnahmen bei Bedarf ein, ohne den möglichen Umfang abschließend beziffern zu können

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • Betroffen sind Soldaten und Personalgewinnung für den Aufbau der dauerhaft in Litauen stationierten Bundeswehr-Brigade; nach internen Unterlagen fehlen Mitte Juni noch knapp 2.000 Soldaten, einzelne Einheiten erreichen teilweise unter 30 Prozent bzw. unter 50 Prozent des vorgesehenen Personalumfangs, Fernmeldetruppen knapp 40 Prozent; vier Verbände als „ungenügend“, drei als „grenzwertig“
  • Geografisch und zielgruppenbezogen betrifft es insbesondere die Gewinnung von Mannschaftssoldaten und spezialisierten Unteroffizieren in allen Einheiten und Verbänden; Werbemaßnahmen reichen weiterhin nicht aus, um den Bedarf an freiwilligen Bewerbern zu decken
  • Zeitraum/Ziele: bis 2027 sollen rund 4.800 Soldaten dauerhaft für die Brigade in Litauen bereitgestellt werden; bis zum geplanten Verlegezeitraum im Jahr 2027 sollen nach Nato-Vorgaben 90 Prozent der Dienstposten besetzt sein; Verpflichtungen könnten nötig sein, Umfang derzeit noch nicht belastbar

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Es fehlen nach internen Unterlagen derzeit knapp 2.000 Soldaten für den Aufbau der dauerhaft in Litauen stationierten Bundeswehr-Brigade; Personalgewinnung liegt in mehreren Verbänden deutlich hinter den Zielen zurück
  • Als Hauptproblem werden die Gewinnung von Mannschaftssoldaten und spezialisierten Unteroffizieren in allen Einheiten und Verbänden beschrieben; verstärkte Werbemaßnahmen reichen trotz Erfolgen weiterhin nicht zur Deckung des Bedarfs an freiwilligen Bewerbern
  • Hintergrund und Kontext sind der geplante Aufbau mit Zielwerten bis 2027 sowie NATO-Vorgaben, wonach bis zum Verlegezeitraum 90 Prozent der Dienstposten besetzt sein sollen; das Verteidigungsministerium geht planmäßig vor und sieht vorerst Freiwilligkeit vor, falls nötig sind jedoch auch verpflichtende Maßnahmen im Raum

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Das Verteidigungsministerium baut die dauerhaft in Litauen stationierte Brigade weiter planmäßig auf und setzt dabei zunächst weiterhin auf Freiwilligkeit
  • Es wurden verstärkte Werbemaßnahmen wie Informationsflyer erstellt und eine Hotline für Interessierte eingerichtet
  • Wenn der Bedarf nicht über Freiwillige gedeckt wird, sollen im Zweifel verpflichtende Maßnahmen ergriffen werden, Umfang und Details sind noch nicht abschließend belastbar
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