Kipping will schärferes Vorgehen gegen säumige Unterhaltszahler

16. Juli 2026

Politik - aktuelle Fakten und Einordnung

Gesellschaft: Unterhalt und Sozialpolitik in

Berlin () – Angsichts der geplanten Streichung des Unterhaltsvorschusses für 16- und 17-Jährige hat die Geschäftsführerin des Paritätischen Gesamtverbandes, Katja Kipping, stattdessen ein entschiedeneres Vorgehen gegen Unterhaltssäumige gefordert. „Man muss die gesamte Palette der Maßnahmen nutzen“, sagte Kipping der Sendung „Frühstart“ von RTL und ntv am Donnerstag.

Sie verwies auf sehr kurze Verjährungsfristen von drei Jahren und forderte längere Fristen sowie bundeseinheitliche Strukturen, „wie eine Art Inkasso“, um säumige Unterhaltszahler stärker in die Pflicht zu nehmen. Es gebe welche, die wirklich nicht zahlen könnten, aber auch welche, die nicht zahlen wollten und sich arm rechneten, erklärte Kipping.

Die bisher geplanten Einschnitte träfen hingegen Alleinerziehende, die es ohnehin verdammt schwer hätten, so Kipping. Das betreffe in der Regel Mütter, die ohnehin schon jeden Tag zu jonglieren hätten und mehrere Bälle in der Luft halten müssten. Viele von ihnen gingen einer Erwerbsarbeit nach, hätten dann noch alleine die gesamte Verantwortung für die Kindererziehung und müssten in der Regel irgendwo eine aufstockende Sozialleistung beantragen. Kipping kritisierte, dass Unterhaltsvorschuss nur noch bis 16 gezahlt werde, obwohl Kinder auch danach Kosten verursachten. Der Staat sei der starke Akteur und müsse gegenüber den Unterhaltssäumigen das durchsetzen.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Katja Kipping (Archiv)

Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.

Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Katja Kipping fordert statt der Streichung des Unterhaltsvorschusses für 16- und 17-Jährige ein entschiedenes Vorgehen gegen Unterhaltssäumige und Nutzung der gesamten Palette an Maßnahmen
  • Sie fordert längere Verjährungsfristen als bislang (3 Jahre) sowie bundeseinheitliche Strukturen zur konsequenten Durchsetzung, vergleichbar mit Inkasso
  • Kipping kritisiert, dass die geplanten Einschnitte Alleinerziehende treffen, insbesondere Mütter, und fordert den Unterhaltsvorschuss so weiterzuführen, dass er nicht nur bis 16 endet

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • Betroffen: Unterhaltssäumige Eltern mit Kindern im Alter von 16 und 17 Jahren; es geht um geplante Streichung des Unterhaltsvorschusses sowie um Forderung nach strengeren, bundeseinheitlichen Durchsetzungsmaßnahmen; Verjährungsfristen aktuell sehr kurz mit 3 Jahren; Zeitbezug der Forderung: am Donnerstag in der Sendung „Frühstart“ (RTL/ntv)
  • Betroffen indirekt durch geplante Einschnitte: Alleinerziehende, vor allem Mütter; Zielgruppe laut Text: typischerweise Erwerbstätige mit alleiniger Verantwortung für Kindererziehung und häufigem Bedarf an aufstockenden Sozialleistungen; Bezug: Unterhaltsvorschuss soll nur noch bis 16 gezahlt werden, obwohl danach weiterhin Kosten entstehen

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Geplante Streichung des Unterhaltsvorschusses für 16- und 17-Jährige; Kritik, dass dadurch vor allem Alleinerziehende betroffen sind
  • Kurze Verjährungsfristen von drei Jahren als Hintergrund; Forderung nach längeren Fristen und bundeseinheitlichen Strukturen zur effektiveren Durchsetzung gegen Unterhaltssäumige
  • Unterscheidung zwischen Eltern, die nicht zahlen können, und solchen, die nicht zahlen wollen und sich „arm rechneten“; Auslöser sei der Eindruck, dass der Staat als starker Akteur stärker durchgreifen müsse (inklusive „Inkasso“-Ansatz)

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Katja Kipping fordert, dass die Bundesregierung bundeseinheitliche Strukturen schafft, um Unterhaltssäumige stärker durch ein „Inkasso“-ähnliches Vorgehen in die Pflicht zu nehmen
  • Sie fordert längere Verjährungsfristen statt der derzeit sehr kurzen Fristen von drei Jahren, um Unterhaltsansprüche besser durchsetzen zu können
  • Sie kritisiert die geplanten Kürzungen beim Unterhaltsvorschuss und fordert ein entschiedeneres Vorgehen des Staates gegen Unterhaltssäumige statt Einschränkungen, die vor allem Alleinerziehende treffen
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