Befragung: Jeder vierte Student lebt bei den Eltern

16. Juli 2026

Vermischtes - aktuelle Fakten und Einordnung

Gesellschaft: Studenten in Gütersloh

Gütersloh () – 27,9 Prozent der Studenten, die an einer Befragung für das Hochschulranking des Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) teilgenommen haben, geben an, noch im Elternhaus zu wohnen. Das entspricht einem leichten Rückgang um 0,5 Prozentpunkte im Vergleich zur letzten Auswertung im Jahr 2023. Für die Befragung machten 87.000 Studenten in grundständigen Studiengängen, also Bachelor und Staatexamen, Angaben zu ihrer Wohnsituation und ihrem Weg zur Hochschule.

Einen ähnlich hohen Anteil weist das Wohnen in einer privaten Mietwohnung mit 27,8 Prozent auf. Rund ein Viertel aller Studenten, die an der Befragung teilgenommen haben, wohnt in einer Wohngemeinschaft (24,8 Prozent, ohne Wohnheim). Noch seltener wohnen Studenten in einem Studentenwohnheim (15,2 Prozent).

Der Geschlechtervergleich zeigt, dass männliche Studenten häufiger das Elternhaus noch nicht verlassen haben. Rund ein Drittel der Männer wohnt noch zu Hause, bei den Frauen ist es weniger als ein Viertel.

Auf regionaler Ebene zeigen sich je nach Hochschulstandort große Unterschiede bei der Wohnsituation. So gaben im Saarland 42,8 Prozent der befragten Studenten an, noch bei den Eltern zu wohnen. In den beiden Baden-Württembergischen Orten Nürtingen und liegt der Anteil bei den Eltern wohnender Studentenbei 76,4 bzw. 73,1 Prozent. Auch von den befragten Bachelor-Studenten im Nordrhein-Westfälischen Gütersloh wohnen rund 70 Prozent bei ihren Eltern.

Die höchste WG-Quote im Ländervergleich findet sich laut CHE mit 33,2 Prozent in Thüringen. Spitzenreiter auf Ortsebene bei Wohngemeinschaften ist Weimar. Hier gab die Hälfte der Befragten an, in einer WG außerhalb eines Wohnheims zusammenzuleben.

„Auffallend ist, dass besonders Studierende an Fachhochschulen bzw. Hochschulen für angewandte Wissenschaften noch überdurchschnittlich oft bei ihren Eltern wohnen. Dies gilt unabhängig von der Größe des Hochschulortes“, bilanziert Studienautor Cort-Denis Hachmeister. „Bei Universitätsstudierenden hängt die Wohnsituation stärker vom Ort ab. In Ballungsräumen mit hoher Einwohnerzahl und teuren Mieten nutzen viele Studierende weiterhin das kostengünstige Hotel Mama. In mittelgroßen Universitätsstädten bis 100.000 Einwohner ist die WG die beliebteste Wohnform.“

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Aktuell wohnen knapp zwei Drittel aller befragten Studenten in direkt am Hochschulort. In trifft das sogar für knapp neun von zehn befragte Studenten zu.

Weitere 30,4 Prozent der befragten Studenten bundesweit haben ihren Lebensmittelpunkt in einem Radius von bis zu 50 Kilometern zu ihrem Campus. Der Anteil der Studenten, die weiter als 50 Kilometer zu ihrer Hochschule anreisen müssen, ist im Vergleich zur letzten Erhebung gesunken und liegt bei 6,4 Prozent.

Viele Studenten setzen für den Weg zur Hochschule auf nachhaltige Verkehrsmittel. Mehr als die Hälfte der Befragten nutzt regelmäßig öffentliche Verkehrsmittel (57,2 Prozent) – sogar knapp 6 Prozentpunkte mehr als drei Jahre zuvor. Lediglich ein Viertel der Befragten greift regelmäßig auf Auto oder Motorrad für die An- und Abreise zurück.

In Greifswald (87,8 Prozent), Münster (78,4 Prozent) und Göttingen (73,4 Prozent) ist der Anteil radelnder Studenten laut der Befragung besonders hoch. Öffentliche Verkehrsmittel werden für die Fahrt zur Hochschule besonders oft in Berlin, Hamburg, und , aber auch im Großraum München in Anspruch genommen. In Thüringen kommt als mehr als die Hälfte der Studenten zu Fuß zur Hochschule, im Saarland nutzt ein Großteil der Studenten regelmäßig das Auto.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Junge Leute vor einer Universität (Archiv)

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Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • 27,9 Prozent der befragten Studenten wohnen noch im Elternhaus; Rückgang um 0,5 Prozentpunkte gegenüber 2023
  • 87.000 Studenten gaben Angaben zu Wohnsituation und Weg zur Hochschule in grundständigen Studiengängen; Unter den Wohnformen: private Mietwohnung 27,8 Prozent, Wohngemeinschaft 24,8 Prozent, Studentenwohnheim 15,2 Prozent
  • Anteil der Nutzung nachhaltiger Verkehrsmittel: 57,2 Prozent nutzen regelmäßig öffentliche Verkehrsmittel (knapp 6 Prozentpunkte mehr als vor drei Jahren), 25 Prozent nutzen regelmäßig Auto oder Motorrad; längere Anreise über 50 km: 6,4 Prozent

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • In Deutschland 27,9 Prozent der befragten Bachelor- und Staatexamen-Studierenden wohnen noch im Elternhaus (leichter Rückgang um 0,5 Prozentpunkte ggü. 2023), 27,8 Prozent in privater Mietwohnung, 24,8 Prozent in Wohngemeinschaft (ohne Wohnheim) und 15,2 Prozent im Studentenwohnheim; Befragung: 87.000 Studierende, zudem nach Geschlecht Männer häufiger (rund ein Drittel) als Frauen (weniger als ein Viertel)
  • Große regionale Unterschiede bei Elternwohnen: Saarland 42,8 Prozent; Nürtingen 76,4 Prozent und Göppingen 73,1 Prozent in Baden-Württemberg; NRW (Gütersloh) rund 70 Prozent; Mecklenburg-Vorpommern knapp 9 von 10 direkt am Hochschulort, während 30,4 Prozent ihren Lebensmittelpunkt im Umkreis bis 50 Kilometer haben und 6,4 Prozent weiter als 50 Kilometer anreisen müssen
  • Wohnformen und Mobilität je nach Hochschultyp/Region: Fachhochschulen/Hochschulen für angewandte Wissenschaften überdurchschnittlich oft Elternhaus, bei Universitäten stärker ortsabhängig; WG-Spitzenwert Thüringen 33,2 Prozent (Ort Weimar: 50 Prozent), öffentliche Verkehrsmittel 57,2 Prozent (knapp 6 Prozentpunkte mehr als vor drei Jahren) und Auto/Motorrad 25 Prozent, besonders hoher ÖPNV-Gebrauch u. a. Berlin/Hamburg/Stuttgart/Ulm und Großraum München; zu Fuß besonders in Thüringen (mehr als die Hälfte), Auto besonders im Saarland

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Steigende/fortbestehende Kostenbelastung und Anreiz zur kostengünstigen Wohnform, insbesondere durch „Hotel Mama“, sowie Unterschiede zwischen teuren Ballungsräumen und mittelgroßen Universitätsstädten mit WG als beliebtester Option
  • Bundesweite regionale Ausprägungen: starkes Verbleiben im Elternhaus in manchen Regionen (zB Saarland, bestimmte Orte in Baden-Württemberg, NRW), gleichzeitig hohe WG- und teils sehr hohe Wohnortnähe in weiteren Gebieten (zB Thüringen, Weimar)
  • Nähe zum Campus und Mobilitätsgewohnheiten als Kontextfaktor: knapp zwei Drittel wohnen direkt am Hochschulort, weitere Anteile im 50-km-Radius; häufigere Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel statt Auto/Motorrad als Hintergrund für den Wohn- und Anreiseentscheid

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

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