MBDA und Ariane Group buhlen um Deep-Strike-Programm

13. Juli 2026

Politik - aktuelle Fakten und Einordnung

Rüstungspolitik: MBDA und Deep-Strike-Europa

Paris () – Europas größter Hersteller von Luftverteidigungs- und Lenkflugkörpersystemen, MBDA, hat gegenüber seine Bereitschaft zur Entwicklung weitreichender Raketen erklärt. Solche Deep-Precision-Strike-Fähigkeiten sollen es ermöglichen, militärische Ziele weit im gegnerischen Hinterland zu zerstören.

„Es ist notwendig, die europäischen Kapazitäten kurzfristig zu stärken“, sagte Paul Houot, Produktlinienleiter Deep Strike bei MBDA, der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Dienstagsausgabe). Der Konzern hat mit dem Marinemarschflugkörper Missile de Croisiere Naval (MdCN) Europas derzeit einziges Produkt für Deep-Precision-Strike-Operationen im Sortiment, das leistungsmäßig mit amerikanischen Tomahawks vergleichbar ist. MBDA treibt derzeit in Kooperation mit dem französischen Staat die Weiterentwicklung des MdCN voran.

Der Vorschlag von MBDA an die europäischen Staaten, die an einer Alternative zum US-System interessiert sind, bestehe daher darin, sich bei der Weiterentwicklung des MdCN anzuschließen, sagte Houot. Es handele sich um eine eigenständige europäische Lösung, die ohne Genehmigung der USA produziert und exportiert werden könne. Eine Zusammenarbeit sei aber auch bei der Entwicklung der geplanten Variante denkbar, dem sogenannten Land Cruise Missile. Diese bodengestützte Rakete soll im Jahr 2029 einsatzbereit sein und Ziele in einer Entfernung von „weit mehr“ als 1.000 Kilometern erreichen können. „Dies wäre derzeit die einzige europäische Rakete mit einer solchen Durchschlagskraft und Reichweite“, so Houot.

„Wir stellen heute ein reges Interesse seitens der europäischen Länder und der Nato am MdCN und seiner Landvariante fest, da Bedenken hinsichtlich der Verfügbarkeit der amerikanischen Bestände bestehen“, sagte der MBDA-Manager weiter. Auch andere Akteure bringen sich in den Verhandlungen um ein neues Deep-Strike-Programm in Stellung, das auf dem deutsch-französischen Ministerrat am Freitag auf den Weg gebracht werden könnte. Dazu gehört der Raketenhersteller Ariane Group. „Wir führen mit Frankreich und Deutschland Gespräche über die mögliche Entwicklung konventioneller ballistischer Raketen“, betätigte Vincent Pery, der die Verteidigungsprogramme bei Ariane Group leitet, der FAZ. Die Reichweite könne zwischen 1.000 und 2.500 Kilometer betragen. „Wenn es eine politische Entscheidung gibt, könnten wir konventionelle ballistische Raketen auch in Deutschland herstellen“, so Pery.

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Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: MBDA-Logo (Archiv)

Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.

Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • MBDA erklärte gegenüber Deutschland seine Bereitschaft zur Entwicklung weitreichender Raketen für Deep-Precision-Strike-Fähigkeiten und nennt MdCN derzeit als einziges leistungsmäßig mit US-Tomahawks vergleichbares Produkt
  • MBDA schlägt vor, dass sich europäische Staaten zur Weiterentwicklung des MdCN Frankreich anschließen; alternativ wird eine Zusammenarbeit bei der geplanten Land Cruise Missile erwogen, die 2029 einsatzbereit sein und Ziele weit über 1.000 km erreichen soll
  • Ariane Group kündigte Gespräche mit Frankreich und Deutschland über die mögliche Entwicklung konventioneller ballistischer Raketen mit Reichweiten von 1.000 bis 2.500 km an und bietet bei politischer Entscheidung die Herstellung in Deutschland an

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • Betroffene Zielgruppen/Regionen: Deutschland und weitere europäische Staaten sowie die NATO; Fokus auf europäische Luftverteidigungs- und Lenkflugkörpersysteme (MBDA) und Kooperationen mit Frankreich/Deutschland
  • Betroffenes Vorhaben/Zahlen/Zeiträume: Weiterentwicklung von MdCN; geplante bodengestützte Land Cruise Missile soll 2029 einsatzbereit sein und Ziele in weit mehr als 1.000 km Entfernung erreichen
  • Weitere Zahlen/Optionen: Reichweite der geplanten konventionellen ballistischen Raketen laut Ariane Group zwischen 1.000 und 2.500 km; Verhandlungen/Programmansatz könnte im deutsch-französischen Ministerrat am Freitag auf den Weg gebracht werden

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Stärkung europäischer Luftverteidigungs- und Lenkflugkörpersysteme durch MBDA; Entwicklung von Deep-Precision-Strike-Raketen zur Zerstörung von Zielen weit im gegnerischen Hinterland
  • Weiterentwicklung des MdCN als europäische Alternative zu US-Systemen; möglich auch Ausbau zur Land Cruise Missile (Ziel 2029, Reichweite weit über 1.000 km)
  • Bedenken wegen der Verfügbarkeit amerikanischer Bestände; Interesse europäischer Länder und der NATO, zudem laufende Gespräche/Verhandlungen mit Frankreich und Deutschland über konventionelle ballistische Raketen (Reichweite 1.000 bis 2.500 km)

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • MBDA signalisiert Deutschland und europäischen Staaten Bereitschaft zur Entwicklung weitreichender Deep-Precision-Strike-Raketen und bietet als Alternative die Weiterentwicklung des französischen Marinemarschflugkörpers MdCN an bzw. eine Kooperation daran an
  • Frankreich und Deutschland sollen sich an Gesprächen zur möglichen Entwicklung einer Landvariante beteiligen, die bis 2029 einsatzbereit sein und Ziele weit über 1.000 Kilometer erreichen kann
  • Auf Grundlage eines geplanten tiefgreifenden Deep-Strike-Programms soll der deutsch-französische Ministerrat am Freitag eine politische Initiative anstoßen; parallel führt Ariane Group Gespräche mit Frankreich und Deutschland über die Entwicklung konventioneller ballistischer Raketen und nennt eine mögliche Herstellung in Deutschland bei politischer Entscheidung
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