Bundesrat stimmt für "Nur Ja heißt Ja" im Sexualstrafrecht

10. Juli 2026

Mecklenburg-Vorpommern - Regional - aktuelle Fakten und Einordnung

Politik: Reform des Sexualstrafrechts in Schwerin

() – Der Bundesrat hat einer gemeinsamen Initiative von und zur Stärkung des Sexualstrafrechts zugestimmt. Das teilte Justizministerin Jacqueline Bernhardt am Freitag in Schwerin mit.

Die Bundesregierung ist nun aufgefordert, einen Gesetzentwurf vorzulegen, der das Zustimmungsprinzip „Nur Ja heißt Ja“ umsetzt.

„Wir haben zum Schutz von Frauen und Mädchen vor sexualisierter Gewalt einen gewaltigen Fortschritt erzielt“, sagte Bernhardt. Der bisherige Schutz nach dem Prinzip „Nein heißt Nein“ werde erweitert.

Mit „Nur Ja heißt ja“ würden auch Situationen erfasst, in denen Betroffene in Schockstarre verfallen. Eine Zustimmung müsse freiwillig, eindeutig und widerruflich sein und dürfe nicht aus Schweigen, Druck oder Angst abgeleitet werden.

Seit 2016 gilt in die Nichteinverständnislösung, wonach sexuelle Handlungen bestraft werden können, wenn sie gegen den erkennbaren Willen einer Person vorgenommen werden.

Kriminalwissenschaftliche Erkenntnisse zeigen jedoch, dass Betroffene in Übergriffssituationen häufig nicht aktiv widersprechen, sondern handlungsunfähig werden. In der Praxis führt dies dazu, dass nicht einvernehmliche Handlungen oft nicht zur Anklage kommen.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Sitzung des Bundesrates am 10.07.2026

Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.

Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Bundesrat stimmt Initiative zur Stärkung des Sexualstrafrechts zu
  • Bundesregierung soll Gesetzentwurf für "Nur Ja heißt Ja" umsetzen
  • Zustimmung muss freiwillig, eindeutig und widerruflich sein

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • Betroffen sind Frauen und Mädchen
  • Zielgruppen sind Personen, die Opfer sexualisierter Gewalt werden
  • Gesetzesentwurf soll zügig von der Bundesregierung vorgelegt werden

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Zustimmung zur Initiative von Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg zur Stärkung des Sexualstrafrechts
  • Umsetzung des Zustimmungsprinzips "Nur Ja heißt Ja" zur Verbesserung des Schutzes vor sexualisierter Gewalt
  • Berücksichtigung von Schockstarre, Schweigen und Druck als Hindernisse für die Zustimmung

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Bundesregierung wird aufgefordert, Gesetzentwurf für "Nur Ja heißt Ja" vorzulegen
  • Erweiterung des Schutzes für Frauen und Mädchen gegen sexualisierte Gewalt
  • Definition von Zustimmung als freiwillig, eindeutig und widerruflich festlegen
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH