Forscher: Einwanderer werden durch Bürokratie vertrieben

2. Juli 2026

Politik - aktuelle Fakten und Einordnung

Gesellschaftliche Herausforderungen für Einwanderer in Deutschland

() – Viele Einwanderer nach Deutschland werden durch Bürokratie wieder vertrieben. Das ist eines der Ergebnisse einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), die am Donnerstag vorgestellt wurde.

Aufwändige bürokratische Prozesse seien nach partnerschaftlichen und familiären Gründen der zweithäufigste Grund für einen Wegzug. Besonders häufig bewerten Eingewanderte nicht ausreichend beantwortete Rückfragen, Verfahrensdauern und -gebühren sowie unklare Abläufe bei bürokratischen Prozessen als negativ. Vor allem jüngere Eingewanderte bewerten solche Verfahren häufiger kritisch.

In der Frage, ob die aktuelle Bundesregierung in ihrem Bestreben, Bürokratie abzubauen, auch die Nöte der Einwanderer auf dem Schirm hat, zeigen sich die Wissenschaftler derzeit skeptisch. „Wir können es hoffen“, sagte IAB-Forscherin Julia Reinold der . Wenn administrative Verfahren als langwierig, unverständlich oder schwer zugänglich erlebt werden, könne dies Bleibeperspektiven belasten. Man müsse Einwanderer „durch diesen Dschungel hindurchführen“, das helfe, Fachkräfte langfristig zu binden und die Sozialsysteme dadurch zu sichern.

Unter den Weitergewanderten zog der größte Anteil nach , gefolgt von der sowie und . 60 Prozent der Ausgewanderten kehrten dabei in ihr Herkunftsland zurück. Im Vergleich zu Verbliebenen waren diejenigen Einwanderer, die wieder auswandern, im Durchschnitt jünger, lebten deutlich kürzer in Deutschland, hatten häufiger Familie im Ausland und verfügten seltener über gute Deutschkenntnisse. Ihre Bruttostundenlöhne lagen niedriger als die der Verbliebenen.

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Angesichts sinkender Zuzüge und weitgehend gleichbleibender Fortzüge werde es arbeitsmarktpolitisch wichtiger, frühzeitig zu erkennen, wer über Abwanderung nachdenke, um Bleibeperspektiven gezielt zu stärken, so die Forscher. Unter den in Deutschland Eingewanderten haben zwar nur drei Prozent konkrete Pläne, Deutschland in den nächsten zwölf Monaten zu verlassen, weitere 30 Prozent haben in den vergangenen zwölf Monaten aber über eine Ausreise nachgedacht. Damit bleibe ein Teil der in Deutschland lebenden Eingewanderten weiterhin „mobilitätsorientiert“, hieß es.

Für die Befragungsreihe mit dem Titel „International Mobility Panel of Migrants in Germany (Impa)“ wurden zwischen Dezember 2024 und Februar 2026 rund 15.000 Personen befragt.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Warum Eingewanderte Deutschland wieder verlassen am 02.07.2026

Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.

Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Bürokratische Prozesse sind der zweithäufigste Grund für den Wegzug von Einwanderern nach familiären Gründen.
  • 60 Prozent der Ausgewanderten kehren in ihr Herkunftsland zurück.
  • 30 Prozent der Befragten haben in den letzten zwölf Monaten über eine Ausreise nachgedacht.

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Aufwändige bürokratische Prozesse
  • Mangelnde Deutschkenntnisse und niedrigere Bruttostundenlöhne
  • Jüngere Einwanderer mit familiären Bindungen im Ausland

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Abbau bürokratischer Hindernisse für Einwanderer anstreben
  • Einwanderer durch komplexe Verfahren besser unterstützen
  • Frühzeitige Erkennung von Abwanderungsgedanken, um Bleibeperspektiven zu stärken
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