Zahl der Kriegsdienstverweigerungen steigt auf Höchststand seit 2011

29. Juni 2026

Politik - aktuelle Fakten und Einordnung

Gesellschaft: Anstieg der Kriegsdienstverweigerungen in Deutschland

() – Die Zahl der vorsorglichen Kriegsdienstverweigerungen in ist nach der Einführung des neuen Wehrdienstes deutlich gestiegen. Bis Ende Mai wurden bereits 2.667 Anträge auf Kriegsdienstverweigerung im Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben rechtskräftig anerkannt, wie eine Sprecherin auf Anfrage der „Süddeutschen Zeitung“ mitteilte. Damit dürfte die Zahl in diesem Jahr auf den höchsten Stand seit 2011 steigen.

Im gesamten Jahr 2025 wurden 2.830 Anträge auf Kriegsdienstverweigerung anerkannt, ein Wert, der jetzt schon im ersten Halbjahr übertroffen werden dürfte. Mit Aussetzung der Wehrpflicht 2011 fiel auch schlagartig die Zahl der Verweigerungen: Von 87.590 (2010) über 5.177 (2011) auf 370 (2012). Seit dem Aufkommen der Debatte um einen neuen Wehrdienst steigen die Zahlen wieder spürbar an.

Im Zuge der Debatte um die Verteidigungsfähigkeit Deutschlands steigt zugleich – auf niedrigem Niveau – die Zahl von früheren Zivildienstleistenden, die ihre Kriegsdienstverweigerung widerrufen. Seit dem Jahr 2022, dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die , stieg die Zahl von 487 (2022) auf 781 im vergangenen Jahr. Bis Mai des laufenden Jahres haben bereits weitere 357 Bürger ihren Widerruf erklärt. Diese Personen würden dann neu „in den Datenbestand der Gruppe der 18- bis 60-jährigen Wehrpflichtigen aufgenommen“, sagte eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums der „Süddeutschen Zeitung“. Ungediente könnten sich dann in Reserveübungen zum Soldaten ausbilden lassen und danach im Heimatschutz eingesetzt werden.

Siehe auch:  Bericht: Japans Premierministerin plant vorgezogene Neuwahlen
Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Bundeswehr-Soldaten (Archiv)

Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.

Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • 2.667 Anträge auf Kriegsdienstverweigerung bis Ende Mai 2023 anerkannt.
  • Zahl der anerkannten Anträge dürfte 2023 den höchsten Stand seit 2011 erreichen.
  • 357 Bürger haben bis Mai 2023 ihren Widerruf der Kriegsdienstverweigerung erklärt.

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • Betroffen: 18- bis 60-jährige Wehrpflichtige
  • Kontext: Anstieg der Kriegsdienstverweigerungen und Rückkehr früherer Zivildienstleistenden
  • Zahlen: 2.667 Anträge bis Mai 2023, 2.830 Anträge im Jahr 2025, 781 Widerrufe 2023

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Einführung des neuen Wehrdienstes
  • Wiedererstarkte Debatte um Verteidigungsfähigkeit Deutschlands
  • Anstieg durch russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Anerkennung von 2.667 Anträgen auf Kriegsdienstverweigerung bis Ende Mai
  • Aufnahme von ehemaligen Zivildienstleistenden in den Wehrpflicht-Datenbestand nach Widerruf
  • Möglichkeit zur Ausbildung zu Soldaten in Reserveübungen für ungediente Bürger
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH