Bauministerin stellt sich gegen Berliner Enteignungspläne

20. Juni 2026

Berlin - Regional - aktuelle Fakten und Einordnung

Immobilienpolitik in Berlin im Fokus

() – Bundesbauministerin Verena Hubertz (SPD) lehnt die geplanten Vergesellschaftungen großer privater Immobilienunternehmen in Berlin ab. Das Thema Vergesellschaftung treibe viele Menschen aus der Bau- und Immobilienwirtschaft um, sagte sie dem „Tagesspiegel“.

Allein die Debatte stifte Verunsicherung im Wohnungsbau. Deswegen halte sie solche Debatten für wenig zielführend.

Vergesellschaftungen schafften keinen neuen Wohnraum, Investitionen hingegen schon.

In Berlin ist das Thema angesichts des Wahlkampfs erneut auf der Tagesordnung. Bei einem erfolgreichen Volksentscheid 2021 hatten rund 59 Prozent der Wähler für die Vergesellschaftung von Immobilienunternehmen mit mehr als 3.000 Wohnungen in Berlin gestimmt.

Am 20. September wird das Abgeordnetenhaus neu gewählt.

Auch Baden-Württembergs Bauministerin Theresa Schopper (Grüne) stellte sich gegen die Berliner Pläne. Man brauche in vor allem mehr Wohnraum, damit bezahlbare und attraktive Wohnungen auf den Markt kämen, sagte sie dem „Tagesspiegel“.

Bei einem so massiven Markteingriff könne der Plan nach hinten losgehen. Unternehmen dürften nicht das Vertrauen in den Standort Deutschland verlieren.

Auch stelle sich deshalb gegen diese Pläne.

Die Grünen-Politikerin widerspricht damit dem Wahlkampf ihrer Parteifreunde in der Hauptstadt. Berlins Landeschef Philmon Ghirmai stellte sich erneut hinter die Initiative „Deutsche Wohnen & Co. enteignen“.

Die Grünen hätten sich von Anfang an dafür eingesetzt, dass der erfolgreiche Volksentscheid umgesetzt wird. Dazu stehe man auch weiterhin, sagte er dem „Tagesspiegel“.

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Es sei unverständlich, dass Schwarz-Rot die Berliner jahrelang hingehalten habe, statt die notwendigen Schritte einzuleiten.

Schopper empfiehlt dem künftigen Berliner Senat hingegen andere Prioritäten. Am Ende zähle vor allem zusätzlicher Wohnraum, der den Markt entlaste, sagte die grüne Bauministerin.

Berlin habe bislang nicht gezeigt, dass es beim Wohnungsbau ausreichend Tempo mache.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Enteignen-Schild (Archiv)

Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.

Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Verena Hubertz lehnt Vergesellschaftungen großer Immobilienunternehmen ab und sieht Debatten als wenig zielführend.
  • Theresa Schopper warnt vor massiven Markteingriffen und empfiehlt andere Prioritäten zur Schaffung von Wohnraum.
  • Philmon Ghirmai unterstützt die Initiative "Deutsche Wohnen & Co. enteignen" und kritisiert die bisherige Umsetzung.

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • Betroffen sind die Bürger in Berlin und Baden-Württemberg
  • Starke Betroffenheit der Bau- und Immobilienwirtschaft, insbesondere angesichts des Wahlkampfs und des Volksentscheids 2021
  • Fristlicher Bezug zur Wahl des Abgeordnetenhauses am 20. September

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Bundesbauministerin Verena Hubertz lehnt Vergesellschaftungen ab, da sie Unsicherheit im Wohnungsbau verursachen.
  • Debatte über Vergesellschaftung ist anlässlich des Wahlkampfs erneut aktuell und resultiert aus einem erfolgreichen Volksentscheid 2021.
  • Bauministerin Theresa Schopper betont, dass Deutschland dringend mehr Wohnraum benötigt und dass massive Markteingriffe riskant sind.

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Verena Hubertz lehnt Vergesellschaftungen großer Immobilienunternehmen ab
  • Theresa Schopper empfiehlt zusätzliche Maßnahmen zur Schaffung von Wohnraum
  • Beide Ministerinnen warnen vor den Folgen von Markteingriffen für den Standort Deutschland
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH